Digitalisierung in der Diabetologie: Welches Potential sehen Diabetologen und Patienten in der Digitalisierung?

Neue Technologien und Digitalisierung werden in der Diabetologie zu immer wichtigeren Themen – und durch die Corona-Pandemie hat ihre Bedeutung noch zugenommen. Wie Patienten und Diabetologen Neuerungen gegenüber eingestellt sind, zeigt eine Umfrage bei mehr als 3.400 Menschen mit Diabetes und Eltern von Kindern mit Diabetes und bei über 300 diabetologisch tätigen Ärzten. Betroffene und Behandler wurden gefragt, wie groß sie das Potenzial der Digitalisierung zur Optimierung der Diabetestherapie einschätzen.

Ein Arzttermin per Videokonferenz, erste Online-Schulungen und bald die erste Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, die rein digital stattfindet – die Digitalisierung nimmt in der sowieso technikaffinen Diabetologie weiter Fahrt auf, und viele Möglichkeiten, die sich bieten, werden früher und intensiver genutzt, als wenn es die Corona-Pandemie nicht gäbe.

Das von Diabetes Betroffene und Behandler dem aufgeschlossen gegenüberstehen und ein großes Potenzial in der Digitalisierung sehen, zeigen schon die Ergebnisse der Umfrage, die 2019 im Rahmen des Digitalisierungs- und Technologiereports Diabetes (D.U.T-Report) durchgeführt wurde. Deutlich wird aber auch, dass die Einschätzung, wie die Zukunft aussehen könnte, in manchen Bereichen schon von der Realität eingeholt wurde. Gefragt wurde in der D.U.T-Umfrage, wie groß Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes und Eltern von Kindern mit Diabetes sowie diabetologische tätige Ärzte das Potenzial der Digitalisierung einschätzen, wenn es um die Optimierung der Diabetestherapie geht.


Fazit: Die überwiegende Mehrzahl der von Diabetes betroffenen Menschen und der Ärzte sehen in der Digitalisierung ein sehr großes Potenzial für die Verbesserung der Diabetestherapie. Dies gilt vor allem für Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes sowie für erwachsene Patienten mit Typ-1-Diabetes. Menschen mit Typ-2-Diabetes und die befragten diabetologisch tätigen Ärzte haben eine ähnliche Einstellung und schätzen das Potenzial der Digitalisierung als etwas niedriger ein. Aus den weiteren Umfrageergebnissen ergibt sich ein etwas differenzierteres Bild:

Für jeweils mehr als zwei Drittel aller Befragten ist die Auswertungssoftware für Glukosedaten eines der bedeutsamsten Themenfelder der Digitalisierung; der Zuwachs an Bedeutung für Auswertungssoftware in den nächsten 5 Jahren wird von Betroffenen und Ärzten auf durchschnittlich 15 % eingeschätzt.

Die Bedeutung von Online-Schulungen wird zum Zeitpunkt der Befragung (2019) von Patienten höher bewertet als von Diabetologen: Nur 8,6 % der Ärzte bewerten dieses Thema als aktuell bedeutsam (Eltern von Kindern mit Diabetes: 27,1 %, Menschen mit Typ-1-Diabetes: 26,6 %, Menschen mit Typ-2-Diabetes: 37, %). Alle befragten Gruppen sind aber der Meinung, dass Online-Schulungen in Zukunft an Bedeutung zunehmen werden (Eltern: zu 36,7 %, Menschen mit Typ-1-Diabetes: 35,5 %, Menschen mit Typ-2-Diabetes: 28,1 %, Ärzte: 34,8 %).

Auch das Thema Videosprechstunde ist für Patienten deutlich relevanter: Rund ein Viertel der Patienten bewerten 2019 die Videosprechstunde als bedeutsam, Ärzte nur zu ca. 10 %. Allerdings sind sich Diabetologen und Patienten einig darin, dass die Telemedizin zukünftig an Bedeutung gewinnen wird (Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes: zu 18,8 %, Menschen mit Typ-1-Diabetes: 23,3 %, Menschen mit Typ-2-Diabetes: 22,4 %, Ärzte: 37,7 %). Wie aber wurde das Instrument der Videosprechstunde im Jahr 2019 genutzt? So gut wie nicht, am meisten noch von Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes (3 %). Und: Alle befragten Gruppen dachten damals, dass Videosprechstunden auch in Zukunft eher in beschränktem Umfang (ca. 20 %) stattfinden werden.

Geht es nicht um die Einschätzung des Potenzials der Digitalisierung in der Diabetologie, sondern um die Einstellung zur Digitalisierung in der Diabetologie allgemein, zeigt sich, dass alle befragten Gruppen der Digitalisierung mehrheitlich positiv gegenüberstehen. An erster Stelle stehen auch hier die Eltern von Kindern mit Diabetes: Sie sehen die Digitalisierung in der Diabetologie zu über 91 % positiv (erwachsene Befragte mit Typ-1-Diabetes: 85,3 %, Ärzte: 75,8 %, Befragte mit Typ-2-Diabetes: 73,3 %). Als wichtigste Themenfelder der Digitalisierung steht bei allen vier befragten Gruppen die Software zur Analyse der Glukosedaten ganz weit oben.

Die Umfrage

Zum zweiten Mal nach 2018 zeigt 2019 eine wissenschaftlich geleitete Umfrage, inwieweit digitale Anwendungen in Deutschland schon in der klinischen Praxis genutzt werden und wie Diabetologen gegenüber der Digitalisierung eingestellt sind. Teilgenommen haben 326 Ärzte, die diabetologisch tätig sind. Durchgeführt wurde die Befragung vom Forschungsinstitut der Diabetes Akademie Bad Mergentheim (FIDAM) in Zusammenarbeit mit dem Zukunftsboard Digitalisierung der Berlin-Chemie AG und mit Unterstützung des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen (BVND) und des Verbandes der niedergelassenen Diabetologen Niedersachsen (VNDN). 

2019 wurden zudem Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes nach ihrer Sicht auf neue Technologien und die digitalen Möglichkeiten der Diabetestherapie gefragt. 3.427 Personen haben an der Umfrage teilgenommen – davon 2.248 Erwachsene mit Typ-1-Diabetes (65,6 %), 874 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes (25,5 %), 278 Eltern von Kindern mit Diabetes (8,1 %) und 27 Menschen mit einem anderen Diabetes-Typ (0,8 %). Die Ergebnisse sowohl der Ärzte- als auch der Patientenumfrage sowie weiterführende Artikel wurden veröffentlicht im Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes (D.U.T-Report); dieser ist abrufbar unter dut-report.de.

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes

In diesem Report beschreiben die Autoren die wichtigsten Fakten und Entwicklungstrends zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung und Technologisierung in der Diabetologie. Durch die Beiträge wird deutlich, auf wie vielen und unterschiedlichen Ebenen Digitalisierung und Technologie mittlerweile in die Diabetestherapie eingreifen. Die Artikel sollen helfen, praxistaugliche Lösungen zu finden, die künftig zu einer modernen und patientenorientierten Diabetologie gehören können. Zudem ist die eingehende Analyse der Umfrageergebnisse ein Teil des D.U.T-Reports.

Der Report erscheint im Kirchheim-Verlag, die Herausgeber sind Prof. Dr. Bernhard Kulzer und Prof. Dr. Lutz Heinemann. Unterstützt wurde der D.U.T-Report von der Berlin-Chemie AG mit seinem Zukunftsboard Digitalisierung (zd), mit dem das Unternehmen zusammen mit führenden Experten den Digitalisierungsprozess in der Diabetologie in Deutschland aktiv vorantreiben will.

Vertreter des zehnköpfigen Zukunftsboards Digitalisierung bilden zudem die Jury für den bytes4diabetes-Award.

Der Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes ist erhältlich über das Unternehmen Berlin-Chemie und in digitaler Form auf dut-report.de.

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