Erhöhte Risiken durch Schadstoffe in VW-Campern
Die Braunschweiger Zeitung zitiert führende Fachleute aus Umweltmedizin und Toxikologie:
- Formaldehyd reizt die Schleimhäute und gilt laut EU als „wahrscheinlich krebserregend“.
- Styrol wirkt laut Umweltbundesamt „neurotoxisch“ – kann also Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schwindel und sogar bleibende Nervenschäden auslösen.
- Benzol gilt als eindeutig krebserregend – das Erkrankungsrisiko steigt linear mit der Konzentration. Schon geringe Dosen erhöhen statistisch das Risiko für bestimmte Leukämiearten. Doch genau dieser Stoff wurde laut internen VW-Messungen in Konzentrationen von bis zu 159 µg/m³ festgestellt – das ist 35-mal höher als der empfohlene Leitwert.
Brisant: VW wusste nach Medienberichten laut internen Revisionsberichten bereits 2021 von den Belastungen, behandelte die betroffenen Dachmodule aber erst ab Mai 2022 mit einer Beschichtung – ohne Rückruf oder öffentliche Warnung.
VW-Camper-Mandanten: Beschwerden sind real – und oft massiv
Die Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer steht mit zahlreichen Betroffenen des VW-Schadstoffskandal in Kontakt – darunter Familien, Einzelpersonen und Gewerbetreibende. Hier einige bislang nicht veröffentlichte Aussagen, die das Ausmaß der Problematik verdeutlichen. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen bis Atemnot:
- „Nach längerer Fahrt immer wieder Kopfschmerzen. Übler Geruch nach Standzeiten.“
- „In der Anfangszeit unangenehme Gerüche, wie starke Reinigungsmittel.“
- „Bei Hitze stark ausdünstender Geruch – löst bei mir Hustenreiz und Atemprobleme aus.“
- „Nachts Kopfschmerzen, tagsüber tränende Augen.“
- „Wir haben die Symptome lange nicht zugeordnet – jetzt ist es klar.“
- „Juckende Augen, Brennen in der Nase – aber der Geruch ist unverändert da.“
- „Bei meiner Frau wurden die Augen rot und dick, auch mit offenem Fenster.“
- „Meine Tochter hat sich nachts im Hochbett mehrfach übergeben.“
- „Ich wache mit Kopfschmerzen auf, wenn das Fahrzeug nachts zu war.“
- „Bei Standzeit in der Sonne – kaum auszuhalten, wir schlafen nur mit offenen Türen.“
- „Der Geruch hat nie nachgelassen. Drei Jahre im Einsatz – und immer noch Chemie in der Nase.“
- „Ich leide an chronischem Husten, der sich im Fahrzeug verschlimmert.“
- „Der Verkäufer sprach von Neuwagengeruch – heute wissen wir es besser.“
- „Wenn das Auto mehrere Tage stand, war das Betreten kaum möglich.“
- „Unsere Kinder klagten über Hustenreiz beim Schlafen im Hochbett.“
Bewertung von Dr. Stoll & Sauer: Schadensersatz realistisch
Die Kanzlei sieht in dem Verhalten des Volkswagen-Konzerns klare Rechtsverstöße. Auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Ermittlungen zum Fall aufgenommen:
- § 434 BGB (Sachmangel): Ein gesundheitsgefährdender Fahrzeuginnenraum stellt einen erheblichen Mangel dar.
- § 826 BGB (vorsätzliche sittenwidrige Schädigung): VW kannte nach Medienberichten die Gefährdung – und verkaufte trotzdem die Fahrzeuge weiter.
- Produktsicherheitsgesetz (§§ 3, 6 ProdSG): Hersteller dürfen keine Produkte auf den Markt bringen, die Leib und Leben gefährden.
Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer bietet Haltern eines VW Grand California oder Crafter mit Hochdach (bis Baujahr 2022) eine kostenlose rechtliche Ersteinschätzung im VW-Camper-Online-Check an. Neben gesundheitlichen Beschwerden geht es auch um mögliche Rückabwicklung des Kaufvertrags, Minderung oder Schadensersatz.
Hintergrund VW-Schadstoffskandal: Aufdeckung und Versäumnisse
Die juristischen Vorwürfe wiegen schwer – und sie gründen sich auf eine beachtliche Chronologie von Fehlern und Versäumnissen, die inzwischen öffentlich dokumentiert sind.
- Erste interne Hinweise:
Bereits 2021 dokumentierte ein interner VW-Revisionsbericht überhöhte Konzentrationen von Formaldehyd, Benzol und Styrol im VW Grand California. - Whistleblower vor Gericht:
Zwei VW-Manager, die intern auf die Missstände hingewiesen hatten, klagen gegen den Konzern – wegen Karrierenachteilen und finanziellen Einbußen. Sie wurden laut eigener Aussage von Entscheidungen ausgeschlossen und degradiert. - Öffentliche Bekanntmachung:
• Erste Berichterstattung durch die Braunschweiger Zeitung Ende 2024
• Bundesweite Aufmerksamkeit durch das ZDF-Magazin Frontal am 1. Juli 2025 - Ermittlungen durch Behörden:
• Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen Verantwortliche
• Auch das Gewerbeaufsichtsamt prüft Verstöße gegen Umwelt- und Verbraucherschutzauflagen - Brisante Konzernstrategie:
• Während die Aufarbeitung des Diesel-Abgasskandals offiziell lief, entschied sich VW intern zur Weitervermarktung der belasteten Fahrzeuge
• Der damalige Anspruch: „Nachhaltig, transparent und verantwortungsvoll“ zu produzieren - Systemversagen laut Revisionsbericht:
• Bauteile wurden trotz unvollständiger Tests freigegeben
• Interne und externe Grenzwerte wurden ignoriert
• Kontroll- und Risikomanagementstrukturen versagten - Umgang mit dem Schadstoffproblem:
• Ab Mai 2022 wurden betroffene Dächer mit Versiegelungen behandelt
• Dennoch keine Rückrufaktion, keine aktive Kundeninformation
• Stattdessen: Ein schlichter Hinweis im Bordbuch – „Sollten Sie sich unwohl fühlen, stellen Sie das Fahrzeug ab und lüften Sie es.“
Hintergrund Schadstoff-Skandal: Die betroffenen VW-Modelle
Beide Fahrzeugtypen verfügen über ein Glasfaserverstärktes Kunststoff-Hochdach (GFK) – laut interner Prüfberichte die Quelle der gesundheitsgefährdenden Ausdünstungen:
- VW Grand California
- Produktionsstart: 2019
- Varianten: 600 (6,00 m) und 680 (6,80 m)
- Ausbauort: Hannover-Limmer, Basisfahrzeug aus Września (Polen)
- Zulassungen in Deutschland bis Ende 2021: ca. 3.530 Fahrzeuge
- VW Crafter (2. Generation)
- Produktionsstart: 2017
- Varianten: Kastenwagen, Kombi, Hochdach u. a.
- Besonders im gewerblichen / sozialen Bereich verbreitet
- Zulassungen in Deutschland (nur Pkw-Kategorie): über 21.000 Fahrzeuge
Dr. Stoll & Sauer: Bundesweit bekannt durch Diesel-Abgasskandal
Die Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH ist eine der führenden Kanzleien im Verbraucherrecht. Mit 18 spezialisierten Anwälten berät und vertritt sie Mandanten an den Standorten Lahr und Stuttgart. Die Kanzlei ist unter anderem auf Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht, IT-Recht, Verwaltungsrecht, Versicherungsrecht sowie den Abgasskandal spezialisiert. Die Gesellschafter Dr. Ralf Stoll und Ralph Sauer führten die Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG und handelten einen Vergleich in Höhe von 830 Millionen Euro für 260.000 Verbraucher aus. Aktuell führen sie eine Musterklage gegen die Mercedes-Benz Group AG – mit einem ersten Erfolg in der Vorinstanz – sowie eine Sammelklage gegen den Meta-Konzern. Das JUVE-Handbuch 2019/2020 zählt Dr. Stoll & Sauer zu den marktprägenden Kanzleien im Bereich Massenverfahren.
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