Auch die Kritik daran, dass die Preise unmittelbar nach Beginn des Iran-Krieges gestiegen sind, obwohl noch günstig eingekaufte Kraftstoffe in den Tanks lagerten, weist Bothe zurück. Der Kraftstoffpreis richte sich immer nach den Preisen zur Wiederbeschaffung. „Wenn ich heute Kraftstoff verkaufe, den ich morgen wieder anbieten will, bin ich automatisch im Nachkauf, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Deshalb diskutieren wir nicht darüber, was das einzelne Molekül im Tank mal gekostet hat, sondern über das, was ich morgen bezahlen muss, um die Ware wieder bereitzustellen.“ Deshalb reagierten die Kraftstoffpreise auf Krisen unmittelbar. „Wenn man sich die internationalen Produktpreise anschaut, reden wir pro Tag über Preissprünge von teils mehr als 10 Cent pro Liter“, erklärt Bothe.
Der Vorwurf, die Preise stiegen schneller an, würden aber nur langsam sinken, stimmt nach Aussage des Aral-Chefs nicht. „Wenn ein Konflikt ausbricht, steigt die Unsicherheit, und Märkte reagieren sofort. Der Rohölpreis springt. Und umgekehrt reagieren Märkte auch schnell nach unten, wenn Signale Richtung Entspannung kommen – bis sie wieder relativiert werden und der Preis erneut steigt. Es gibt Ausschläge also grundsätzlich in beide Richtungen.“
Die Versorgung mit Kraftstoff sei aktuell sicher, so Bothe. „Derzeit haben wir keine Versorgungsengpässe an Aral-Tankstellen.“ Nicht festlegen will sich der Aral-Chef allerdings, ob das auch so bleibt beim Fortgang der Krise. „Ich bitte um Verständnis, dass ich aufgrund der sehr volatilen Lage keine Prognosen abgeben kann.“ Allerdings warne Wirtschaftsministerin Katherina Reiche „zu Recht vor möglichen Auswirkungen des Konflikts“.
Redakteurin: Birgit Priemer
Motor Presse Stuttgart
Leuschnerstr. 1
70174 Stuttgart
Telefon: +49 (711) 182-0
Telefax: +49 (711) 182-1779
http://www.motorpresse.de
Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG
Telefon: +49 (170) 4037-880
E-Mail: axe@s-press-medien.de
![]()
