Das Dispergieren beschreibt im Allgemeinen das feine Verteilen von Feststoffen, Flüssigkeiten oder Gasen in einem anderen Medium, meist einer Flüssigkeit. Bekannt ist das Prinzip und die Schwierigkeit eine gute Durchmischung zu erzielen im Alltag, bspw. von der Salatsoße aus Essig und Öl.
Im industriellen und wissenschaftlichen Bereich werden die Anwendungen entsprechend komplexer. Beispiele für Einsatzgebiete reichen über Farbe, Lacke und Tinten bis hin zu gleichmäßiger Verteilung funktionaler Nanopartikel oder dem Einsatz von Aktivmaterialien in der Batterietechnik.
Am EZD in Selb reagiert man auf die steigenden Anforderungen und den industriellen Bedarf und hat daher die Möglichkeiten für Forschung und Entwicklung sowie den Transfer in industrielle Umsetzungen deutlich ausgebaut.
Das neue Dispergier-Technikum verfügt nun über einen Dissolver, eine Rührwerkskugelmühle, einen Hochdruckhomogenisator sowie einen Rotor-Stator-Dispergierer (In-Line-Mischer). Diese Anlagen sind auf die Herstellung von Materialansätzen im Technikumsmaßstab von rund 50 Litern ausgelegt. Damit ist es möglich, über klassische Laborversuche hinaus auch größere Kundenmuster herzustellen und die Übertragbarkeit von Versuchsergebnissen in die industrielle Produktion wesentlich zu erleichtern.
Sowohl wasser- als auch lösemittelbasierte Suspensionen können verarbeitet werden, ebenso wie verschiedene Harzsysteme. Damit bietet das Technikum ideale Voraussetzungen für die Herstellung und Untersuchung einer Vielzahl industrieller Produkte – darunter Tinten, Lacke, Klebstoffe und viele weitere technische Suspensionen.
„Wir sind gespannt auf die neuen Möglichkeiten, die diese Maschinen uns bieten und freuen uns darauf, unseren Kunden dadurch weitere Dienstleistungen anbieten zu können. Zudem können wir nun Mustermengen in sinnvollem Maßstab zur Verfügung zu stellen und unsere Unterstützung in der industriellen Praxis weiter verstärken“, so Dr.-Ing. Felipe Wolff Fabris, Standortleiter des EZD.
Ein weiteres Highlight des neuen Technikums ist die Integration moderner prozessbegleitender Charakterisierungsmethoden. Inline-Rheometer, Flüssigfarbmesssysteme und Stabilitätsanalysatoren liefern bereits während der Produktion wertvolle Informationen zu den Materialeigenschaften. Die Nutzung dieser Verfahren trägt nicht nur zur Sicherung der Produktqualität bei, sondern unterstützt auch die Optimierung der Prozessführung und die Steigerung der Energieeffizienz bei der Dispergierung.
Mit der erweiterten Ausstattung eröffnet das EZD neue Möglichkeiten zur praxisnahen, anwendungsspezifischen Forschung und Entwicklung – im engen Schulterschluss mit der Industrie. Als Teil des Kunststoff-Zentrums SKZ profitiert das EZD zudem von einem breiten Netzwerk und einer umfangreichen Expertise im Bereich Kunststoffe und deren Verarbeitung.
Das SKZ ist ein Klimaschutzunternehmen und Mitglied der Zuse-Gemeinschaft. Diese ist ein Verbund unabhängiger, industrienaher Forschungseinrichtungen, die das Ziel verfolgen, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, insbesondere des Mittelstandes, durch Innovation und Vernetzung zu verbessern.
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