Entwickelt wurde der Besuchsdienst im Zuge des Forschungsprojekts NapiK – „Nachhaltig pflegen im Krankenhaus“. Ausgangspunkt waren die positiven Erfahrungen, die das Klinikum bereits 2024 im Zuge einer ähnlichen Kooperation mit der Sophie-Scholl-Realschule sammeln konnte.
„Auf der Station D30 werden ältere Menschen ab ca. 70 Jahren behandelt, zum Beispiel nach einem Sturz oder wegen Problemen mit dem Herz, dem Gedächtnis oder anderen Krankheiten“, erklärt Stationsleitung Ute Mayer-Altenhofen. „Allerdings fühlen sich viele ältere Patientinnen und Patienten im Krankenhaus einsam. Sie sind nicht zuhause, haben vielleicht keine Familie in der Nähe oder verstehen nicht, was gerade passiert. Das macht sie traurig oder verwirrt sie sogar.“
Ziel des Besuchsdienstes ist es deshalb, den Krankenhausaufenthalt durch sozialen Austausch zu erleichtern. „Wenn jemand mit den Patientinnen und Patienten redet oder Zeit verbringt, fühlen sie sich besser“, ergänzt Mayer-Altenhofen. „Normalerweise übernehmen das auf der D30 Alltagsbegleiterinnen und -begleiter. Donnerstagsnachmittags sind diese aber nicht auf Station.“
So bietet das Klinikum Karlsruhe den Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen jeden zweiten Donnerstag von 15 bis 17 Uhr die Möglichkeit, den Krankenhausalltag näher kennenzulernen. „Sie helfen nicht nur älteren Menschen, sondern erhalten auch erste Einblicke in die Arbeit im Krankenhaus“, betont Sibel Uysal, Lehrerin an der Sophie-Scholl-Realschule und Stadträtin. „Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung, begegnen älteren Menschen mit Respekt und entwickeln wichtige gesellschaftliche Werte wie Empathie und Solidarität. Dieses soziale Engagement können sie beispielsweise auch bei Bewerbungen im Lebenslauf aufführen.“
Wichtig ist Uysal, dass die Schülerinnen und Schüler eng betreut werden. Vor jedem Einsatz erklärt ihnen eine Pflegefachkraft, welche Patientinnen und Patienten sie besuchen können und was sie beachten müssen. Sie steht dann auch während des Besuchsdienstes als Ansprechperson bereit. „Die Schülerinnen und Schüler müssen während des Besuchsdiensts keine Pflege- oder Haushaltstätigkeiten übernehmen“, hebt Stationsleitung Mayer-Altenhofen hervor. „Alles, was sie über die Patientinnen und Patienten erfahren, ist vertraulich. Wenn sie Redebedarf haben, können sie sich aber jederzeit an unser Pflegepersonal wenden.“
Nach der Pilotphase möchte das Städtische Klinikum Karlsruhe den Besuchsdienst auch anderen Karlsruher Schulen ermöglichen und dafür die Erfahrungen und Rückmeldungen aus den kommenden Monaten mit einfließen lassen.
Die Geriatrie, auch Altersmedizin genannt, ist eine medizinische Fachrichtung, deren Fokus auf der ganzheitlichen medizinischen Behandlung von älteren Menschen liegt. Neben den klinischen Gesichtspunkten sind auch die Beibehaltung sowie Wiedererstellung von psychologischen, sozialen, präventiven und therapeutischen Fähigkeiten wie Anziehen oder Essen von großer Bedeutung: Behandlungsziel ist nach Möglichkeit auch immer die selbstständige Alltagsbewältigung.
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