Kinder und Jugendliche, bei denen ein oder beide Elternteile psychisch erkrankt oder suchtkrank sind, werden häufig mit Ängsten, Schuldgefühlen und sozialer Ausgrenzung konfrontiert. „StarKi“ hat zum Ziel, diese Kinder frühzeitig zu stärken und sie durch Aufklärungsarbeit, systemische Beratung sowie Gruppenangebote vor eigenen psychischen Erkrankungen zu schützen. Sie lernen, die Erkrankung der Eltern besser zu verstehen, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen, Grenzen zu setzen und ihre persönlichen Ressourcen zu nutzen. Gleichzeitig erfahren sie in den Gruppen Gemeinschaft und Unterstützung in ihrer Situation. Neben den Kindern werden auch deren Angehörige sowie andere Helfer:innen aus ihrem Umfeld einbezogen, um umfassende Hilfe leisten zu können. Darüber hinaus arbeitet das Projekt öffentlichkeitswirksam daran, das Thema psychische Erkrankungen zu enttabuisieren und die gesellschaftliche Sensibilität für die Situation betroffener Familien zu erhöhen.
Jährlich erreicht „StarKi“ rund 60 Kinder und Jugendliche direkt durch Einzeltermine, Präventionsgruppen und Freizeitaktivitäten sowie etwa 1.000 weitere über Schulprojekte. Die Förderung der Town & Country Stiftung wird für verschiedene niedrigschwellige Freizeitaktivitäten eingesetzt, darunter Kletteraktionen, Kinobesuche, kreative und bewegungsorientierte Aktivitäten sowie Ausflüge. Diese Angebote stärken das Selbstbewusstsein der Kinder, fördern positive Gemeinschaftserfahrungen und schaffen wichtige Ausgleichsmomente im oft belastenden Alltag.
Stellvertretend für die Stiftung übergab Stiftungsbotschafter Jan Ahlborn, Geschäftsführer der Hausbau Realisierung Ahlborn GmbH, die Urkunde und lobte das Engagement der Ehrenamtlichen: „Diese Kinder leiden still: Sie übernehmen viel zu früh die Elternrolle im Haushalt, weil Mama oder Papa psychisch oder suchterkrankt sind und einfach nicht mehr können. Höchsten Respekt zolle ich den ehrenamtlichen Helfer:innen der Werkgemeinschaft Wiesbaden, die diese Kinder auf ihrem schweren Weg begleiten und einen Raum schaffen, wo sie als Kind gesehen werden und einmal durchatmen dürfen. Unsere Förderung ist hier bestens aufgehoben.“
Mit großer Freude nahmen die Projektverantwortlichen von „StarKi“ die Zuwendung entgegen: „Wir bedanken uns herzlich bei der Town & Country Stiftung für die Förderung im Rahmen des Stiftungspreises. Sie zeigt uns, dass Kinder psychisch erkrankter Eltern gesehen werden, und hilft uns, zusätzliche Angebote umsetzen, die ihnen Kraft geben und unbeschwerte Momente schenken“, so Karin Heil, Diplom Sozialpädagogin.
Über den Town & Country Stiftungspreis
Seit 2013 steht der Town & Country Stiftungspreis für Chancengleichheit und Gemeinschaft. Deutschlandweit unterstützt die Stiftung dieses Jahr 300 Projekte mit jeweils 1.000 €, um die wertvolle, oft ehrenamtliche Arbeit für sozial, geistig oder körperlich benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern. Zwölf besonders herausragende Projekte werden im Rahmen der Town & Country Stiftungsgala am 9. Mai 2026 mit zusätzlichen 5.000 € ausgezeichnet. Eine unabhängige Jury wählt die Projekte aus.
Erstmalig wird auf der Town & Country Stiftungsgala auch ein Sonderpreis vergeben. Unter dem Motto „Jung trifft Alt – Begegnung, die verbindet“ werden zwei Projekte, die auf kreative Weise intergenerative Begegnung stiften und Austausch zwischen Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen ermöglichen, mit 10.000 € auf dem 1. Platz und 5.000 € auf dem 2. Platz gefördert.
„Mensch sein heißt verantwortlich sein“ – diesem Leitsatz folgt die gemeinnützige Town & Country Stiftung seit ihrer Gründung durch das Unternehmerpaar Gabriele und Jürgen Dawo im Jahr 2009. Neben der Förderung der Kinder- und Jugendhilfe engagiert sich die Stiftung für unverschuldet in Not geratene Bauherren und Eigentümer von zu Wohnzwecken selbstgenutzten Einfamilienhäusern, für Bildungsprojekte im Bereich Natur- und Umweltbildung, für Kunst und Kultur sowie für bürgerschaftliches Engagement.
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Anger 55/56
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