Schwerwiegende Qualitätsmängel hat der Lenkassistent im chinesischen MG, der immer wieder ohne Vorwarnung und oft ohne erkennbaren Grund aufhört zu lenken. Das passiert sogar auf schnurgerader Autobahn. Noch größere Probleme hat der MG auf Landstraßen. Während die Konkurrenten die meisten Testkurven ohne größere Probleme meisterten, hat der MG selbst bei geringeren Geschwindigkeiten größere Schwierigkeiten und muss permanent korrigieren. Miserabel ist die Systemverfügbarkeit: Nach einem manuellen Spurwechsel auf der Autobahn dauert es teilweise 20 bis 30 Sekunden, bis der MG die Lenkung wieder übernimmt. auto motor und sport fragt sich, wie das System die Qualitätskontrolle bei MG bestehen konnte.
Solide auf der Autobahn und mit Schwächen auf der Landstraße arbeitet der Lenkassistent in Hyundais Ioniq 9. Auf der Autobahn muss der Assistent zwar häufiger korrigieren, tut das allerdings sehr geschmeidig. Auf Landstraßen schafft der Hyundai zwar die Kurvenfahrten mit Tempo 100, kommt dabei aber sehr nah an die Trennmarkierung der Fahrspuren. Besser schafft er die Kurven mit 80 km/h, pendelt dann aber innerhalb der Fahrspur. Mitunter steigt das System auch aus, gelegentlich ohne Warnmeldung.
Das Aussteigen ohne Vorwarnung passiert den deutschen Vertretern im Test nur in ausgesprochen spitzen Kurven, die man sowieso lieber selbst steuern möchte. Immerhin reduzieren die Systeme von Audi, VW und BMW schon vor den engen Kurven das Tempo, steigen dann aber aus und übergeben an den Fahrer. Ansonsten steigen die Spurführungssysteme der deutschen Autos im Test nie ohne Warnung aus.
In den restlichen Testdisziplinen überzeugen die deutschen Hersteller mit nur geringen Schwächen. Über Land lenkt der Q3 teils leicht ruckelig, aber sonst arbeitet er flüssig und präzise. Der Golf lenkt immer sanft und mit noch etwas besserer Präzision. Das höchste Niveau erreicht im ams-Test der BMW, der noch etwas menschenähnlicher steuert als der Golf. Überragend: Der i5 übernimmt die Lenkung nach Spurwechseln am schnellsten und derart feinfühlig, dass man den Übergang oft gar nicht spürt.
Redakteur: Thomas Hellmanzik
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