Zwanzig Jahre, die Leben verändert haben – das ASB Löwenhaus in Harburg

Als Hermann Krüger und Rainer Micha vor zwanzig Jahren beobachteten, wie hungrig Kinder bei einer vegetarischen Woche in den Arkaden zulangten, war ihnen klar: Das darf kein Einzelfall bleiben. Was damals als Idee begann, ist heute ein unverzichtbares Herzstück des Phoenix-Viertels. Das ASB Löwenhaus des ASB Ortsverbandes Hamburg-Harburg feiert an diesem Samstag sein 20-jähriges Bestehen und mit ihm 20 Jahre gelebter Solidarität, Bildung und Chancengleichheit.

Aus einer Beobachtung wurde ein Zuhause

Die Gründungsidee war so schlicht wie dringend: Kinder sollen satt werden, Unterstützung erhalten und sich willkommen fühlen, unabhängig von Herkunft, Sprache oder sozialer Lage. Heute kommen Kinder und Familien aus 24 Nationen ins Löwenhaus. Täglich öffnen sich die Türen, täglich gibt es warme Mahlzeiten, Hilfe bei Hausaufgaben und verlässliche Ansprechpartnerinnen. All das vollständig finanziert durch Spenden – kein Kind zahlt, kein Kind wird ausgeschlossen.

„Investitionen in Kinder sind Investitionen in die Zukunft eines ganzen Stadtteils. Das       Löwenhaus macht das jeden Tag sichtbar – und das verdient unsere tiefste Anerkennung.
Markus Schreiber, Landesvorsitzender des ASB Hamburg

Vielfalt als Stärke, Bildung als Auftrag

Das Löwenhaus steht für mehr als Mahlzeiten und Nachhilfe. Es ist ein Begegnungsort, an dem Kinder aus aller Welt miteinander aufwachsen, Gemeinschaft erleben und Selbstvertrauen entwickeln. Gemeinsame Ausflüge und besondere Unternehmungen eröffnen Erfahrungsräume, die vielen Familien im Alltag nicht zugänglich sind. Im Jahr 2025 wurde das Löwenhaus mit dem SIKO-Preis ausgezeichnet – eine Anerkennung, die das gesamte Engagement des Teams, der Ehrenamtlichen und der Unterstützerinnen würdigt.

Ein Team, das täglich Außergewöhnliches leistet

Hinter jedem offenen Nachmittag, jeder Mahlzeit und jedem gehörten Sorgenerzählen stehen Menschen, die das Löwenhaus zu dem machen, was es ist. Einrichtungsleiterin Houda Mbarek und ihr Team gewährleisten Tag für Tag verlässliche Versorgung – bei Fachkräftemangel, knappen Mitteln und wachsendem Bedarf. Ohne sie, ohne die Ehrenamtlichen, ohne die treuen Spenderinnen und Spender gäbe es das Löwenhaus nicht.

„Manche Kinder kommen zu uns und haben seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Andere kommen, weil sie jemanden brauchen, der zuhört. Zwanzig Jahre später ist das immer noch unser Auftrag – und er ist nicht kleiner geworden. Was mich jeden Tag trägt, ist zu sehen, wie aus unsicheren Kindern selbstbewusste junge Menschen werden. Das ist kein Programm. Das ist Gemeinschaft. Umso mehr hat uns die Nachricht vom PETER JENSEN Fischmarkt bewegt: 15.555 Euro, die Menschen durch ihre Gebote für Kinder im Phoenix-Viertel möglich gemacht haben. Das ist keine Zahl – das sind Mahlzeiten, Schulstunden, Momente, in denen ein Kind spürt: Ich bin nicht allein. Peter Jensen und allen Beteiligten gilt unser tiefster Dank."
Houda Mbarek, Leiterin des ASB Löwenhauses

Jubiläum mit Blick nach vorn

Das Jubiläumsfest am 20. Juni ist Rückblick und Aufbruch zugleich. Die Herausforderungen für Kinder und Familien im Phoenix-Viertel sind in den vergangenen Jahren eher größer als kleiner geworden. Der ASB Hamburg wünscht sich starke Partner – im Bezirk Harburg, in der Zivilgesellschaft und in der Wirtschaft, damit kein Kind im Phoenix-Viertel zurückgelassen wird. Das nächste Kapitel dieser Erfolgsgeschichte hat gerade erst begonnen.

Über das ASB Löwenhaus Hamburg-Harburg

Das ASB Löwenhaus wurde vor 20 Jahren von Hermann Krüger und Rainer Micha gegründet und wird vom ASB Ortsverband Hamburg-Harburg e.V. getragen. Es ist ein tägliches, offenes Angebot für Kinder, Jugendliche und Familien im Phoenix-Viertel mit Schwerpunkt auf Ernährung, Bildung, Teilhabe und Integration. Aktuell kommen Familien aus 24 Nationen. Die Arbeit wird vollständig durch Spenden finanziert.

Über ASB Hamburg

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Landesverband Hamburg e. V. ist eine der führenden Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen der Hansestadt. Mit rund 1.600 haupt- und 800 ehrenamtlichen Mitarbeitenden engagiert sich der Verband in den Bereichen Pflege, Kinder- und Jugendhilfe, Rettungsdienst, Bevölkerungsschutz, Zuwandererhilfe und die Bereitstellung sozialer Angebote.

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