VAG wächst und will Angebot und Qualität in unruhigen Zeiten sichern

  • Freiburger Verkehrs-AG verzeichnet Wachstum bei Personal und Mobilitätsangeboten
  • Angespannte Finanzlage und hohe Projektdichte als Herausforderung für die nächsten Jahre
  • Reform der Fahrschule: Ausbildung mit Blick auf die Praxis
  • Stabile Bilanz der Schauinslandbahn
  • Neue Frelo-Rekorde in Freiburg

Die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) hat im Jahr 2025 ihren Wachstumskurs fortgesetzt: Mehr Fahrplankilometer, mehr Beschäftigte und Erfolge im Kampf gegen den Fachkräftemangel, mehr betreute Abo-Kund*innen, mehr Frelo-Ausleihen. Bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz der VAG hoben die Vorstände Oliver Benz und Stephan Bartosch die positive Unternehmensentwicklung hervor und machten zugleich auf die schwieriger werdenden Rahmenbedingungen aufmerksam. Als wesentliche Herausforderungen nannten sie die hohe Projektdichte und die sich weiter verschärfende Haushaltslage. „Unser Ziel ist es, das hohe Niveau bei Angebot und Beschäftigung zu sichern“, sagte Oliver Benz. Das finanzielle Defizit weiterhin zu begrenzen, erfordere enorme Anstrengungen. Sein Vorstandskollege Stephan Bartosch verwies auf die Vielzahl von Vorhaben, die es gleichzeitig zu meistern gelte. Zu den wichtigsten Projekten zählten die Umstellung auf E-Mobilität, der Ausbau des Stadtbahnnetzes, Ausschreibungen für neue Straßenbahnen sowie Investitionen in Gleis-Infrastruktur und den bestehenden Fuhrpark.

Jahresergebnis 2025: Höhere Umsätze und steigendes Defizit

Die VAG hat das Jahr 2025 erneut besser abgeschlossen als geplant. Das Defizit lag mit 31,24 Millionen Euro etwa zweieinhalb Millionen Euro höher als im Vorjahr, jedoch 8,2 Millionen Euro unter dem Planwert. Die Gesamterträge stiegen von 84,43 auf 92,92 Millionen Euro. Ausschlaggebend für die positive Entwicklung waren höhere Umsatzerlöse, insbesondere durch die positive Entwicklung des Deutschland-Tickets, sowie Erträge aus der Endabrechnung des Corona-Rettungsschirms für die Jahre 2021 und 2022. Darüber hinaus wirkten sich unter anderem Versicherungsleistungen und Umlagen aus dem Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) positiv auf das Jahresergebnis aus.

Eigenvertrieb des Deutschland-Tickets sichert Zusatzeinnahmen

Die VAG verantwortet als Dienstleisterin für den Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) den Vertrieb der Abos im Verbundgebiet. Inzwischen ist das Deutschland-Ticket das dominierende Ticket und hat seit langem der Regiokarte den Rang abgelaufen. Auch der Absatz an Einzel-, Tages- oder Mehrfahrtenkarten ist mit dem Wachstum des D-Tickets rückläufig. Seit seiner Einführung im Mai 2023 hat sich die Zahl der Abonnements im RVF-Gebiet nahezu verdoppelt. Bis Ende 2025 stieg die Zahl der Deutschland-Tickets auf mehr als 118.000.

Trotz der Preisanpassung des Deutschland-Tickets zum Jahreswechsel von 58 auf 63 Euro entwickelte sich die Nachfrage erfreulich stabil. Während einige Regionen einen spürbaren Rückgang bei den Abozahlen verzeichneten, liegen diese im RVF weiter auf diesem hohen Niveau.

Innerhalb des RVF-Gebiets betreut die VAG etwa 70 Prozent aller Deutschland-Ticket-Kundinnen und -Kunden. Mit der Zunahme der Abos hat sich der Betreuungsaufwand in den zurückliegenden Jahren spürbar erhöht.
Gleichzeitig hat der Eigenvertrieb für VAG und RVF nochmals an Bedeutung gewonnen. Seit 2025 erhalten die Verkehrsunternehmen für jedes verkaufte Deutschland-Ticket eine Vertriebsvergütung. Der Bezug des Deutschland-Tickets über die VAG verbessert damit neben der Kundenbindung auch die Einnahmesituation im gesamten Verbund.

Benz warb für den Mehrwert des Deutschland-Tickets beim Bezug über die VAG: „Mobilitätsgarantie und zusätzliche Rabatte für Frelo oder die Schauinslandbahn gibt es nur exklusiv bei Bestellung über die VAG.“ Maßgeblich zur hohen Zahl an Abonnements beigetragen hat das Deutschland-Ticket JugendBW für Jugendliche bis 21 oder Studierende und Auszubildende unter 28.

Neues Zählsystem für Fahrgastdaten ab 2027

Die ermittelten Fahrgastzahlen beruhten in der Vergangenheit auf rein statistischen Annahmen zur Nutzungshäufigkeit der Regiokarte. Aufgrund des Wandels in der Tarifstruktur sind aktuelle Fahrgastzahlen nicht mehr belastbar mit früheren Werten vergleichbar. Eine neue Berechnungsgrundlage und verlässlichere Fahrgastdaten wird es ab 2027 geben. Hintergrund ist die laufende Einführung eines automatischen Fahrgastzählsystems (AFZS), welches das Land Baden-Württemberg für den öffentlichen Nahverkehr vorgibt.

Die VAG treibt die Umrüstung der Busse und Straßenbahnen mit hohem Aufwand voran. In den Werkstätten werden Sensoren eingebaut, Fahrzeuge neu verkabelt und technische Systeme angepasst. Gleichzeitig laufen umfangreiche Test- und Prüfverfahren. Ziel ist es, die hohen Qualitätsstandards zu erfüllen und demnächst verlässliche Fahrgastzahlen auf Basis automatisierter Zählungen zu erfassen.

Fahrzeugflotte im Wandel

Ein Meilenstein war 2025 die Lieferung von 22 zusätzlichen E-Bussen von Mercedes und die Einweihung des neuen E-Bus-Ports auf dem Betriebshof. Rund zwei Drittel der VAG-Busflotte fahren inzwischen elektrisch, der angestrebte vollelektrische Linienbetrieb bis 2030 rückt damit näher. Erwartet werden in den nächsten Monaten noch drei weitere E‑Solobusse des Typs E-Citaro.

Nach der Beschaffung neuer Fahrzeuge ist für Verkehrsunternehmen vor der nächsten Beschaffung: Für weitere 25 E-Busse läuft aktuell das Vergabeverfahren. Hierzu hat die VAG bereits eine Zusage für eine Landesförderung über rund sieben Millionen Euro erhalten. Voraussichtlicher Lieferzeitraum der fünf Solo- und 20 Gelenkbusse: viertes Quartal 2027.

Mit dem 25. Urbos war die Straßenbahnflotte der VAG im Herbst 2024 vorübergehend vervollständigt worden. Seit der Ausmusterung der als Pepsi-Bahn bekannten Tram verfügen alle Stadtbahnen im regulären Linienbetrieb seit 2025 mindestens über einen barrierefreien Niederflureinstieg. Eine weitere ausgemusterte Straßenbahn ist inzwischen als Fahrschulfahrzeug im Einsatz.

Auch bei den Straßenbahnen bereitet die VAG neue Ausschreibungen vor. Mit Netzerweiterungen und steigenden Fahrgastzahlen wächst die Flotte moderat weiter und ältere kürzere Fahrzeuge werden sukzessive durch moderne und längere ersetzt.

„Auch wenn wir den Fuhrpark kontinuierlich erneuern und modernisieren, bleiben viele Herausforderungen“, erklärte Bartosch. Gerade bei den Extremtemperaturen der zurückliegenden Wochen habe die VAG gemerkt, dass einige Fahrzeuge an ihre Belastungsgrenze kommen. „Die Fahrt mit den älteren, nicht klimatisierten Bussen und Bahnen war zuletzt an einigen Tagen alles andere als komfortabel“, räumte Bartosch ein. „Umso wichtiger sei es nun, dass bei der Ausschreibung für künftige Fahrzeuge eine höhere Hitzeresilienz berücksichtigt wird.“

Darüber hinaus bleiben Lieferverzögerungen von Spezialteilen und die Kapazitäten von Dienstleistern für die Werkstatt einige der größten Herausforderungen für die VAG, erklärte Bartosch weiter.

Baustellen: Erst Landwasser, aktuell Zähringen

40 Jahre nach ihrer Eröffnung hat die VAG 2025 die Stadtbahnstrecke zwischen Paduaallee und Moosweiher umfassend erneuert und dabei auch weitere Gleisabschnitte bis zum Rathaus im Stühlinger einbezogen. Von April bis Oktober hat die VAG Gleise, Leitungen und Technik modernisiert sowie Haltestellen barrierefrei ausgebaut und teilweise verlängert. Neue Rasengleisabschnitte und begrünte Dächer verbesserten zusätzlich die Aufenthaltsqualität.

„Mit unzähligen Abstimmungen mit den verschiedenen Projektpartnern war das ein echter Kraftakt“, blickte VAG-Vorstand Stephan Bartosch zurück und hob hervor: „Trotz witterungsbedingter Verzögerungen blieb das Projekt im Kostenrahmen von 24 Millionen Euro.“ Ein weiteres Sanierungsprojekt fand in den Herbstferien 2025 statt: Da hat die VAG das stark belastete Gleiskreuz am Stadttheater umfassend erneuert. An stark frequentierten Knotenpunkten wie dem Stadttheater oder dem Bertoldsbrunnen bleiben regelmäßige Instandsetzungsarbeiten auch in Zukunft notwendig, kündigte Bartosch an.

Mit der Erneuerung aller fünf Aufzüge und zwei Rolltreppen an der Stadtbahnbrücke hatte die VAG im Sommer 2025 auch ein weiteres großes Infrastrukturprojekt erfolgreich abgeschlossen. Die technische Anlage aus dem Jahr 1984 wurde vollständig modernisiert.

Die aktuell laufende Gleiserneuerung in Brühl und Zähringen verläuft nach Plan und soll im Oktober abgeschlossen werden. Neben den Schienen werden Haltestellen und Technik modernisiert, außerdem erhöht die VAG den Anteil an Rasengleis. Die Arbeiten wurden mit Stadtentwässerung, Badenova und der Stadt Freiburg eng koordiniert und gebündelt, um die Belastungen für Anwohnende und Fahrgäste auf einen überschaubaren Zeitraum zu konzentrieren.

Vorstand Oliver Benz dankte den Entscheidungsträgerinnen und -trägern, dass es der VAG ermöglicht wurde, ein Grundstück für eine weitere Straßenbahnabstellhalle zu erwerben. Mit dem Kauf des rund 2,5 Hektar großen Grundstücks nahe der Endhaltestelle „Gundelfinger Straße“ wurde 2025 ein wichtiger Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit der VAG erreicht. Schon jetzt ist der bestehende Betriebshof auf der Haid an der Kapazitätsgrenze. Künftig erfordern die längeren Straßenbahnen zusätzliche Abstellflächen.

Erfolge beim Fachkräftemangel, mehr Azubis und Studierende, jüngere VAG

„Bei den Beschäftigten machen sich die Weichenstellungen, die wir in den zurückliegenden Jahren vorgenommen haben, bezahlt“, zog VAG-Vorstand Oliver Benz eine Bilanz zur Personalsituation. Insbesondere durch das Absenken der Einstiegshürden im Fahrdienst hat die VAG hier inzwischen die Sollstärke erreicht. Der Personalbestand stieg zum Stichtag 31. Dezember von 946 (2024) auf 1033 (2025) Beschäftigte. Den mit weitem Abstand größten Anteil am Personalzuwachs hatte der Fahrdienst, wo zum Jahresende 2025 insgesamt 568 Personen tätig waren, im Vergleich zu 507 im Jahr zuvor. Der Anstieg beim Fahrpersonal habe drei wesentliche Vorteile, führte Benz aus: „Wir haben seit Ende der Pandemie erstmals die Sollstärke im Fahrdienst erreicht und können einen stabilen Verkehr garantieren. Zudem werden wir Schienenersatzverkehre künftig nahezu komplett selbst übernehmen. Dass einzelne Kurse wegen Personalmangels ausfallen, gehört der Vergangenheit an. Und: Wir können erstmals Wünsche nach Urlaub oder freien Tagen spürbar häufiger erfüllen als in den Vorjahren.“

„Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit schätzten viele die VAG als attraktive Arbeitgeberin. In fast allen Unternehmensbereichen sei der Fachkräftemangel glücklicherweise in den Hintergrund geraten“, sagte Benz. Die VAG sei sich aber dennoch bewusst, dass die Personalakquise auch in Zukunft kein Selbstläufer sein wird, sondern – insbesondere mit Blick auf den demographischen Wandel – außerordentliche Bemühungen bedürfen wird. Eine wichtige Maßnahme dabei ist die Investition in die eigene Ausbildung: Inzwischen arbeiten 45 Auszubildende und dual Studierende bei der VAG in zwölf unterschiedlichen Berufsfeldern, 16 mehr als noch vor fünf Jahren.

Überhaupt zeigt der Blick in die Statistik bei der Altersstruktur, dass die VAG auf dem richtigen Weg ist, dem demographischen Wandel entgegenzuwirken: Das Durchschnittsalter ist 2025 im Vergleich zu 2020 um fast 1,5 Jahre gesunken. Waren 2020 noch 25 Prozent der Belegschaft jünger als 40, so liegt dieser Anteil inzwischen bei 32 Prozent. „Ausscheidende Kolleginnen und Kollegen adäquat zu ersetzen, bleibt eine gewaltige Aufgabe“, erläuterte Benz weiter. Die VAG wird jünger. „2020 lag der Anteil potenzieller Rentenabgänge in den folgenden fünf Jahren bei 15 Prozent. Aktuell sind es noch rund acht Prozent.“

Fahrschule wird reformiert – Eigene Ausbildung gewinnt an Bedeutung

Ein wichtiger Meilenstein des zurückliegenden Jahres war die Neuausrichtung der VAG-eigenen Fahrschule. Bislang bildete sie vor allem angehende Straßenbahnfahrer*innen aus. Seit Jahresende 2025 übernimmt sie auch die Ausbildung von Beschäftigten für den Busführerschein. Die ersten Mitarbeitenden haben bereits ihre Führerscheinprüfung erfolgreich abgeschlossen. Ein wichtiger Grund für die Neuausrichtung war der Fahrer*innen-Mangel der zurückliegenden Jahre. Aufgrund der Nähe zum späteren Berufsalltag bietet eine interne Ausbildung viele Vorteile: Linienkenntnisse und Betriebsabläufe werden früh vermittelt. Und: Die künftigen Busfahrer*innen können sich schon während der Ausbildung mit den Fahrzeugen vertraut machen, mit denen sie später im Alltag unterwegs sein werden.

Ein weiterer Teil der Fahrschul-Reform ist die Ausweitung der VAG-eigenen Fahrschule. Künftig können VAG-Mitarbeitende etwa aus dem Gleisbau oder dem Fahrzeugservice ihren Lkw-Führerschein in der hauseigenen Fahrschule machen, erläuterte VAG-Vorstand Oliver Benz.

Frelo erreicht in Freiburg neue Rekorde

Gemeinsam mit dem RVF hat die VAG das Fahrradvermietsystem neu ausgeschrieben. Zum Jahreswechsel 2025/2026 wurde Frelo umfassend erneuert, modernisiert und ab März auf zahlreiche Gemeinden im gesamten RVF-Gebiet ausgeweitet. Die Zahl der Stationen hat sich seitdem von rund 100 auf mehr als 160 erhöht. Neben den Frelos ohne Motorantrieb und Lastenfahrrädern sind E-Frelos dazugekommen. Über die Entwicklung im gesamten Verbundgebiet wird künftig der RVF informieren, während die VAG-Bilanz für das Stadtgebiet Freiburg ziehen wird. In Freiburg hält der Aufwärtstrend weiterhin an. Jedes Jahr verzeichnete das von Nextbike betriebene Vermietsystem Rekorde. Gab es im ersten vollen Frelojahr 2021 insgesamt 375.567 Ausleihen, so waren es 2025 bereits 816.428 Ausleihen an den Stationen im Stadtgebiet Freiburg. Der Trend setzt sich mit den neuen Frelos fort. Im Juni 2026 konnte in Freiburg ein absoluter Rekordmonat mit mehr als 90.000 Ausleihen verzeichnet werden. Von Januar bis Juni 2026 gab es insgesamt 449.494 Frelo-Fahrten. Im Vergleichszeitraum des Vorjahrs waren es 391.416 Fahrten. Selbst ohne die 41.667Fahrten mit den neuen E-Frelos ist dies ein Höchstwert im Stadtgebiet. Apropos E-Frelos: Diese kommen sehr gut an und werden immer häufiger ausgeliehen. Im Juni war mehr als jede zehnte Fahrt mit Unterstützungsmotor.

103.035 Personen haben sich zum Stand 1. Januar 2026 für Frelo registriert, fast 20.000 Personen mehr als ein Jahr zuvor. „Wir dachten jedes Jahr, wir haben die Grenzen des Wachstums erreicht, und jedes Jahr belehren uns die Freiburgerinnen und Freiburger eines Besseren“, bilanzierte VAG-Vorstand Oliver Benz den positiven Trend bei Frelo.

Stabile Jahresbilanz der Schauinslandbahn

Auch für die Schauinslandbahn zog die Freiburger Verkehrs AG eine positive Bilanz. Trotz einer außergewöhnlich langen Revision mit Tragseiltausch im Herbst und zusätzlicher wetterbedingter Einschränkungen blieben die Fahrgastzahlen stabil. Gleichzeitig erhöhten sich die Umsatzerlöse.

Im zurückliegenden Jahr nutzten 344.887 Fahrgäste die Schauinslandbahn. Damit bewegt sich die Nachfrage weiterhin auf dem hohen Niveau der Vorjahre (2023 waren es 345.727, 2024 insgesamt 345.094 Fahrgäste). Dabei war der Betrieb der längsten Umlaufseilbahn Deutschlands im Vergleich zu den Jahren zuvor für einige Tage mehr eingeschränkt als im Vorjahr. Aufgrund der verlängerten Revision stand die Bahn insgesamt 52 Tage planmäßig still. Dazu kamen 2025 insgesamt 18 Tage aufgrund von Sturm, Gewitter, Streiks sowie aufgrund technischer Gründe – ähnlich viele wie 2024.

„Die stabile Nachfrage zeigt, dass die Schauinslandbahn auch unter erschwerten Bedingungen ein äußerst attraktives Ausflugsziel bleibt“, sagte VAG‑Vorstand Stephan Bartosch.

Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber 2024 um rund 115.000 Euro auf rund 1,95 Millionen Euro – ein Rekordwert. Parallel dazu besteht weiterhin ein Defizit von rund 1,33 Millionen Euro, das den aufwendigen Betrieb der Seilbahntechnik in einem technischen Denkmal widerspiegelt. Im Vergleich zu 2024 konnte das Defizit um knapp 200.000 Euro gesenkt werden. VAG‑Vorstand Stephan Bartosch betonte in diesem Zusammenhang den wirtschaftlichen Mehrwert der Schauinslandbahn für die Region und bezeichnete sie als wichtigen Baustein für den Tourismus und die regionale Wirtschaft: „Jeder Euro, den wir durch sie erwirtschaften, löst einer Studie zufolge im Schnitt eine regionale Wertschöpfung von rund 7,50 Euro aus.“

Langfristig bestätigt die Jahresbilanz 2025 die stabile Entwicklung der Schauinslandbahn: Seit der Modernisierung in den Jahren 2012/2013 haben sich die Fahrgastzahlen deutlich erhöht – von rund 200.000 bis 250.000 Fahrgästen auf zuletzt rund 340.000 bis 350.000 Fahrgäste pro Jahr.

Zu den herausragenden Ereignissen der Schauinslandbahn zählte im zurückliegenden Jahr die Einführung des digitalen Kassensystems sowie das Ausscheiden des langjährigen Betriebsleiters Günter Voigt. Mit Tobias Kunz als Gesamtleiter ist der Generationenwechsel bei der Schauinslandbahn eingeläutet. Manfred Bader steht als verantwortlicher Betriebsleiter für die Kontinuität, er war viele Jahre Stellvertreter Voigts. „Die Schauinslandbahn bleibt nur dann ein herausragendes Kulturgut, wenn wir sie Schritt für Schritt erneuern und gleichzeitig die Historie der denkmalgeschützten Seilbahn erhalten – daran arbeiten wir weiter mit einem starken Team“, erklärte VAG‑Vorstand Stephan Bartosch.

Nachhaltigkeitspreis 2025 war ein Highlight

„Dass die VAG 2025 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde, war für mich ein persönliches Highlight“, sagte VAG-Vorstand Oliver Benz rückblickend. „Auch wenn der Eindruck entstehen kann, dass Nachhaltigkeit gesellschaftlich weniger Aufmerksamkeit erhält, bleibt sie eine zentrale Zukunftsaufgabe.“ Benz kündigte an: „Bei Klimaschutz und Ressourcenschonung werden wir nicht nachlassen, sondern unsere Ziele konsequent weiterverfolgen.“

Die VAG erhielt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2025 als Branchenvorreiterin in der Kategorie „Mobilitätsdienstleistungen“.

Ausblick: Jubiläumsfest und Sonderfahrten zu 125 Jahre Stadtbahn

Mit einer Sonderfahrt hat die VAG im Februar das Jubiläumsjahr 125 Jahre Straßenbahn in Freiburg eröffnet. Seitdem gab es zahlreiche Aktionen und Sonderfahrten. Beim Medientermin schürten die VAG-Vorstände Stephan Bartosch und Oliver Benz die Vorfreude auf weitere Höhepunkte des Jubiläumsjahres. Dazu zählen das große Jubiläumswochenende am Samstag, 26., und Sonntag, 27. September, im Betriebshof Süd in der Urachstraße. Am genauen Jahrestag der ersten offiziellen Straßenbahnfahrt durch Freiburg, am Mittwoch, 14. Oktober, werden in Freiburg zwei historische Straßenbahnen kostenfrei für Bürgerinnen und Bürger unterwegs sein. Die Geschichte von 125 Jahren Straßenbahn erzählt die VAG fortlaufend in ihrem Blog: https://blog.vag-freiburg.de/…

VAG in Zahlen

  • 76 Straßenbahnen und 80 Busse sind täglich im Linienbetrieb unterwegs.
  • Das Netz umfasst 233 Bushaltestellen und 76 Stadtbahnhaltestellen.
  • Mehr als ein Drittel der Bushaltestellen ist barrierefrei. Im Stadtbahnnetz sind bis auf drei Haltestellen alle Stationen barrierefrei.
  • Die Fahrleistung im Linienbetrieb stieg in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 12 Prozent – von 7,4 Millionen Kilometern im Jahr 2015 auf 8,3 Millionen Kilometer 2025.
  • Busse und Stadtbahnen legen täglich rund 22.700 Kilometer mit Fahrgästen zurück.

Nachhaltigkeit

  • Das Stadtbahnnetz ist 76,45 Kilometer lang. Rund 42 Prozent der Strecke bestehen aus Rasengleis.
  • Wegen des E-Bus-Ausbaus und des geringeren Einsatzes von Verbrennerbussen sank der Dieselverbrauch von 1,37 Millionen Litern (2021) auf rund 918.000 Liter (2025). Zwar stieg gleichzeitig der Stromverbrauch der Busflotte. Durch den deutlich höheren Wirkungsgrad von E-Bussen verringerte sich der Gesamtenergiebedarf dennoch um rund 479.000 kWh. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von rund 140 Haushalten in Deutschland.

Frelo-Fakten

  • Das Frelo-Netz besteht aus mehr als 160 Stationen im Gebiet des RVF. Die Fahrradflotte besteht aus etwa 900 Frelos, 200 E-Frelos und 22 Lastenfrelos.
  • Beim Spiel des SC Freiburg gegen Braga am Donnerstag, 7. Mai 2026, standen 361 Frelos an der Station am Europa-Park Stadion.
  • Die Frelo-Station an der Stusie verzeichnete 2025 insgesamt 43.558 Ausleihen – durchschnittlich 120 pro Tag.
  • Der Rekordmonat war der Juni 2026 mit 94.632 Ausleihen:
    • 84.395 klassische Frelos
    • 9.612 E-Frelos
    • 625 Lastenfrelos
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