Holzbauquote erreicht 2025 mit 24,4 Prozent im Wohnungsneubau einen Höchststand – Zimmereibetriebe steigern den Umsatz um 2,9 Prozent

Fast jedes vierte neu genehmigte Wohngebäude in Deutschland wird überwiegend aus Holz gebaut. Der Verband Holzbau Deutschland hat am 6. Juli 2026 in Berlin seinen Lagebericht Zimmerer/Holzbau 2026 veröffentlicht. Laut diesem Bericht stieg die Holzbauquote, also der Anteil der überwiegend aus Holz geplanten Wohngebäude an allen Genehmigungen, im Jahr 2025 auf 24,4 Prozent nach 24,1 Prozent im Vorjahr – ein neuer Höchststand. Die Zimmereibetriebe erwirtschafteten 2025 nach derselben Auswertung 10,242 Milliarden Euro, 2,9 Prozent mehr als 2024. Wer selbst ein kleines Holzgebäude im Garten plant, trifft auf dieselben bauphysikalischen Fragen wie ein Hausbauer – allen voran den Feuchteschutz, wie ein Beitrag über die Aufgabe der Dampfsperre in einer Holzkabine im Garten zeigt.

Wann Bauherren im Jahr 2025 zum Holz gegriffen haben

Vor allem beim eigenen Haus fiel die Wahl auf Holz. Nach Angaben von Holzbau Deutschland wurden 2025 in Deutschland 62.184 Wohngebäude genehmigt, davon 15.174 in Holzbauweise; auf Eigenheime entfielen 14.242 dieser Genehmigungen, auf Mehrfamilienhäuser 932. Der Verband stützt sich für das Jahr 2025 auf die Genehmigungsstatistik der statistischen Landesämter und eigene Berechnungen.

Bei Nichtwohngebäuden blieb der Anteil hoch, sank aber leicht. Laut dem Lagebericht wurden 2025 genau 5.242 der 21.049 genehmigten Nichtwohngebäude überwiegend aus Holz geplant, eine Quote von 24,9 Prozent nach 25,4 Prozent im Jahr 2024. Darunter waren 2.674 industrielle Betriebsgebäude und 1.588 landwirtschaftliche Betriebsgebäude.

„Ein Viertel aller genehmigten Wohnhäuser in Holz – das ist keine Nische mehr, sondern eine Bauweise, die bei jeder Planung mitgedacht wird. Der Garten ist dabei oft der Ort, an dem Bauherren zum ersten Mal mit Holz bauen, lange bevor sie ein Haus planen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wie sich Umsatz und Betriebe des Zimmererhandwerks entwickelt haben

Das Gewerbe wächst beim Umsatz, aber nicht bei der Zahl der Betriebe. Laut Holzbau Deutschland ging die Zahl der Zimmerei- und Holzbaubetriebe 2025 um 0,83 Prozent auf 12.033 zurück, während die Zahl der tätigen Personen um 0,27 Prozent auf 74.957 stieg. Im Schnitt beschäftigt ein Betrieb damit 6,2 Personen; rund 80 Prozent der Betriebe haben weniger als zehn Beschäftigte.

Die großen Betriebe werden mehr. Nach Angaben des Verbands hat sich die Zahl der Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt; 2025 waren es 66 Betriebe mit zusammen 4.969 tätigen Personen. Den größten Anteil der Beschäftigten stellt weiterhin die Größenklasse von zehn bis 19 Personen mit 23.079 Beschäftigten oder 31 Prozent.

Der Bestandsbau bleibt das wichtigste Standbein. Laut dem Betriebsvergleich des Verbands für das Geschäftsjahr 2024 entfielen 45 Prozent des Umsatzes auf Arbeiten im Bestand und 19 Prozent auf Zimmererarbeiten im Neubau. Der Holzhausbau kam auf 17 Prozent, nach 19 Prozent ein Jahr zuvor. Private Bauherren stellen mit 71 Prozent den größten Teil der Auftraggeber. Für 2026 erwartet Holzbau Deutschland einen weiteren Umsatzanstieg um 3,0 Prozent auf 10,549 Milliarden Euro.

Was eine Facharbeiterstunde im Zimmererhandwerk kostet

Die Stunde eines Zimmerers ist binnen eines Jahres um fast 8 Prozent teurer geworden. Laut dem Betriebsvergleich von Holzbau Deutschland lag der über den Lohn verrechnete Stundenkostensatz eines Facharbeiters im Geschäftsjahr 2024 bei 70,73 Euro nach 65,58 Euro im Vorjahr. Die Vollkosten je Stunde beliefen sich auf 83,15 Euro; die Differenz von 12,42 Euro legen die Betriebe über Zuschläge auf Material und Nachunternehmer um.

Der Bruttolohn macht weniger als ein Drittel des Satzes aus. Nach Angaben des Verbands entfallen vom Stundenkostensatz 22,12 Euro auf den Bruttolohn, 19,73 Euro auf lohngebundene Kosten wie Sozialabgaben und tarifliche Leistungen und 28,80 Euro auf anteilige allgemeine Geschäftskosten. Der Verband führt den Anstieg auf die geringe Auslastung im Jahr 2024 zurück: Bei weniger verrechenbaren Stunden verteilen sich die festen Kosten auf eine kleinere Basis.

Wer eine Kabine oder ein Gartenhaus vom Zimmerer errichten lässt, zahlt diese Stunden mit – und die Zahl der Stunden hängt vor allem vom Raumvolumen ab. Welchen Platz eine große Kabine für mehrere Personen braucht, beschreibt ein Beitrag über den Raumbedarf einer Saunakabine für mehrere Personen.

Wie sich die Holzbauquote seit dem Jahr 2021 entwickelt hat

Die Quote steigt, die absoluten Zahlen liegen weit unter dem Stand von 2021. Der Grund ist der Einbruch des gesamten Wohnungsneubaus: Laut Holzbau Deutschland wurden 2021 noch 129.363 Wohngebäude genehmigt, 2024 nur noch 54.806, bevor die Zahl 2025 wieder auf 62.184 stieg. Der Holzbau verlor in diesem Zeitraum absolut, gewann aber Anteile.

Fünf Jahrgänge weist der Lagebericht 2026 für genehmigte Wohngebäude in Holzbauweise aus, jeweils mit der Quote am gesamten Wohnungsneubau:

  • 2021: 27.477 von 129.363 Wohngebäuden, Quote 21,2 Prozent.
  • 2022: 23.534 von 110.671 Wohngebäuden, Quote 21,3 Prozent.
  • 2023: 14.940 von 67.889 Wohngebäuden, Quote 22,0 Prozent.
  • 2024: 13.180 von 54.806 Wohngebäuden, Quote 24,1 Prozent.
  • 2025: 15.174 von 62.184 Wohngebäuden, Quote 24,4 Prozent.

Der Nachwuchs wächst mit. Laut Holzbau Deutschland stieg die Zahl der Auszubildenden im Zimmererhandwerk 2025 um 5,5 Prozent auf 9.082, der Frauenanteil unter den Auszubildenden erreichte 6,4 Prozent nach 6,1 Prozent im Vorjahr. Der nächste Lagebericht mit den Zahlen für das Jahr 2026 ist nach dem Rhythmus der Vorjahre für den Sommer 2027 zu erwarten. Bis dahin bleibt der 6. Juli 2026 der Stand, an dem sich Gartenbauten, Anbauten und Häuser aus Holz messen lassen.

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