Gartenbewässerung nach dem Dürresommer 2026: Süddeutschland verzeichnet laut UFZ-Dürremonitor extreme Bodendürre, Gardena verliert 13 Prozent Umsatz

Gartenbewässerung war im Sommer 2026 in Süddeutschland über Wochen die einzige Wasserquelle für Beete und Rasen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig hat am 4. September 2026 seine Sommerbilanz des Dürremonitors veröffentlicht. Laut dieser Bilanz erlebte der Süden Deutschlands zwischen Juni und August 2026 eine lang anhaltende, extreme Dürre im Oberboden, während der Norden nur leichte Dürrephasen verzeichnete. Die größten Niederschlagsdefizite lagen nach Angaben des UFZ mit über 60 Prozent in Teilen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb. Wer den Regen im eigenen Garten misst, statt ihn zu schätzen, kann die Bewässerung danach steuern – warum sich dafür eine Wetterstation aus Metall für den Garten eignet, erklärt ein Beitrag des Fachportals der Provimedia GmbH.

Wie trocken die Böden am Ende der Gartensaison 2026 sind

Die Dürre hat sich über das Jahr verlagert. Nach Angaben des UFZ startete 2026 in vielen Teilen Deutschlands bereits trockener als üblich, und im Frühjahr nahm die Dürre im Oberboden vor allem im Westen zu. Zu Beginn des Sommers drehte sich das Bild in eine Nord-Süd-Teilung. Weite Teile Süddeutschlands blieben den gesamten meteorologischen Sommer über von extremer Dürre in den obersten 25 Zentimetern des Bodens betroffen.

Die Hitze verschärfte den Wassermangel. Laut dem UFZ übertraf die Hitzeintensität des Sommers 2026, gemessen an Tagen mit Höchsttemperaturen über 28 Grad, die der bisherigen Hitze- und Dürrejahre 2018 und 2022 deutlich. Im Gesamtboden bis zwei Meter Tiefe baute sich die Dürre über einen viel längeren Zeitraum auf und fiel ausgeprägter aus als im Vorjahr.

Für Gartenbesitzer heißt das Anfang Oktober 2026: Der Boden unter Rasen, Hecken und Obstbäumen ist in weiten Teilen des Südens nicht nur oberflächlich trocken. Nach Angaben des UFZ meldete das Niedrigwasserportal Bayerns im Sommer 2026 neue Tiefststände beim Grundwasser, vor allem südlich der Donau.

Warum der Markt für Bewässerungstechnik trotz Trockenheit schrumpfte

Ein trockener Sommer bedeutet nicht automatisch mehr verkaufte Bewässerungstechnik. Der schwedische Konzern Husqvarna, zu dem die Marke Gardena aus Ulm gehört, hat am 17. Juli 2026 seinen Bericht für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Laut diesem Bericht sank der Umsatz der Gardena-Sparte zwischen April und Juni 2026 um 13 Prozent auf 4.072 Millionen Schwedische Kronen, organisch um 11 Prozent. Der Konzern nennt als Grund einen breiten Absatzrückgang in Europa, der neben den Motorgeräten auch die Bewässerungsprodukte traf.

Das Wetter spielte dabei die entgegengesetzte Rolle als im Hochsommer. Nach Angaben von Husqvarna bremste ungünstiges Wetter in Europa in den ersten sechs Wochen des Quartals, also im April und Anfang Mai 2026, den Abverkauf im Handel. Zu Jahresbeginn hatte der Handel nach Angaben des Konzerns zudem bereits kräftig eingekauft, gestützt auf neue Produkte. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz der Sparte um 10 Prozent auf 7.815 Millionen Kronen; die Bewässerungsprodukte legten in diesem Zeitraum laut Husqvarna in Europa und Nordamerika zu.

Der Konzern zieht Konsequenzen für die Sparte. Laut dem Quartalsbericht prüft Husqvarna die Zukunft des Geschäftsbereichs für motorbetriebene Gartengeräte bei Gardena, zu dem auch die Mähroboter der Marke gehören, und hat begonnen, Teile der deutschen Produktion in tschechische Werke zu verlagern. Wohin sich der Markt für Mähroboter entwickelt, beleuchtet ein Beitrag über die Entwicklung der Mähroboter-Industrie in den nächsten Jahren.

Was die Saisonkurve des Herstellers über den Gartenmarkt verrät

Der Bewässerungsmarkt lebt von wenigen Wochen im Frühjahr. Nach Angaben von Husqvarna erzielte die Gardena-Sparte im vierten Quartal 2025 einen Umsatz von 981 Millionen Kronen, im zweiten Quartal 2025 dagegen 4.668 Millionen Kronen. Das Schlussquartal erreicht damit rund ein Fünftel des Frühjahrsquartals, und im dritten Quartal 2025 lagen die Erlöse mit 1.799 Millionen Kronen dazwischen.

Die Saisonkurve erklärt, warum ein Dürresommer den Absatz kaum noch hebt. Wer im Juli 2026 einen Rasensprenger oder einen Bewässerungscomputer brauchte, hatte ihn meist schon im April gekauft. Die Sparte steht laut Husqvarna für 25 Prozent des Konzernumsatzes, und der Konzern bezeichnet sie als weltweit größten Anbieter für die Bewässerung privater Gärten.

Wie Gartenbesitzer die Bewässerung jetzt auf den Winter vorbereiten

Anfang Oktober endet in den meisten Regionen der Betrieb der Bewässerungsanlage. Nach dem Dürresommer 2026 kommt eine Besonderheit hinzu: Der Boden ist laut UFZ in Süddeutschland bis in tiefere Schichten trocken. Gehölze und Rasen brauchen vor dem Frost also noch Wasser, während die Technik zugleich frostsicher gemacht werden sollte.

Vor dem ersten Frost stehen vier Arbeiten an, die sich aus dem Aufbau üblicher Bewässerungssysteme ergeben:

  • Bewässerungscomputer und Batterien vom Außenhahn abnehmen, da stehendes Wasser im Ventil bei Frost das Gehäuse sprengt.
  • Leitungen, Tropfschläuche und Versenkregner entleeren oder mit Druckluft ausblasen, weil Restwasser in unterirdischen Rohren gefriert.
  • Bei anhaltend trockenem Boden immergrüne Hecken und junge Gehölze bis zum Frost durchdringend wässern, nicht täglich oberflächlich.
  • Regenwasserspeicher leer laufen lassen oder frostsicher abdecken und die Zuleitung vom Fallrohr trennen.

„Der Sommer 2026 hat gezeigt, dass Bewässerung im Süden keine Komfortfrage mehr ist, sondern über das Überleben von Hecken und Rasen entscheidet. Trotzdem kauft der Markt seine Technik im April und nicht in der Dürre. Wer den Bedarf erst spürt, wenn der Boden reißt, kommt für diese Saison zu spät“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

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