Paradiesische Zustände auf der Deutschen Weinstraße

So stellen sich viele das Schlaraffenland vor: Ein Knopfdruck – und schon fließt aus dem Brunnenrohr kein Wasser, sondern köstlicher Pfälzer Riesling. In Frankweiler, dem Eröffnungsort des diesjährigen Erlebnistags Deutsche Weinstraße, wurde der Traum vom weinseligen Schlaraffenland wahr, weil die Gemeinde einen Brunnen zum Rieslingbrunnen umfunktioniert hatte. Da sich zudem das Wetter von seiner paradiesischen Seite zeigte und mit moderaten Temperaturen und Sonnenschein geradezu zum Radeln einlud, strömten die Gäste in Scharen. „Die Resonanz war überwältigend, so viele Besucher hatten wir noch nie“, berichtete Frankweilers Ortsbürgermeister Bernd Nerding. Auch andernorts auf der autofreien Weinstraße sorgte „König Riesling“ – so das Motto des 33. autofreien Weinstraßentags – für Spaß und gute Laune. Nach einer Mitteilung von Pfalzwein waren 250.000 Besucher auf der Weinstraße unterwegs und ließen die dominierende Rebsorte der Pfalz hochleben. Die Polizei sprach am Ende der Großveranstaltung von einem „gut besuchten Erlebnistag“, sie meldeten nur einige Stürze mit leichten Verletzungen. 

„Mit der Pfalz als größtem Rieslinggebiet der Welt und dem längsten Weinfest der Pfalz feiern wir heute zwei Superlative“, hatte die Pfälzische Weinkönigin Inga Storck bei der Eröffnung festgestellt und darauf verwiesen, dass nahezu jeder vierte Rebstock entlang der Deutschen Weinstraße ein Riesling sei. So radelten die Gäste an tausenden von Rieslingreben vorbei, viele aber begegneten „König Riesling“ auch persönlich. Fünf Königs-Darsteller mit Krone und blauglänzendem Umhang hatte die Pfalzwein-Werbung im Rahmen einer Gewinnspielaktion auf die Strecke geschickt und gebeten, Selfies mit dem König zu senden. Schon am Nachmittag trafen mehrere Dutzend Fotos bei Pfalzwein ein, noch bis 3. September können Besucher ihre Fotos an erlebnistag@pfalz.de senden und eine Kiste Riesling gewinnen. 

Am Vormittag war der Andrang beim längsten Weinfest der Pfalz noch nicht so groß, ab Mittag aber kam die Besucherschar nach Beobachtungen der Polizei so richtig ins Rollen. An vielen Stellen mussten die Radler absteigen und einige Meter schieben, so groß war der Ansturm. Der Süden der Weinstraße, wo immer wieder kleine Steigungen zu meistern sind, war nach Meinung vieler Beobachter besonders gut besucht, vielleicht aufgrund der zunehmenden Verbreitung von E-Bikes. „Wir kommen jedes Jahr hierher“, berichtete ein älteres Paar aus Nordrhein-Westfalen, das mit elektrischem Schub von Albersweiler Richtung Edenkoben unterwegs war. Auf den Parkplätzen entlang der Weinstraße standen überall Autos mit Radträgern, neben Besuchern aus der direkten Nachbarschaft  wurden auch Riesling-Fans aus dem Saarland, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern beobachtet.

Bei der Eröffnung hatte der rheinland-pfälzische Weinbauminister Volker Wissing darauf verwiesen, der Erlebnistag mit dem Motto „König Riesling“ sei „beste Werbung für unseren Wein“. Schließlich sei Rheinland-Pfalz das Weinland Nummer eins in Deutschland. Dietmar Seefeldt, Landrat der Südlichen Weinstraße, sprach davon, dass der Erlebnistag ein verbindendes Element für die mehr als 80 Kilometer lange Deutsche

Weinstraße sei.

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