Der Klimawandel macht keine Corona-Pause

Aktuell steht der Corona-Virus, die Maßnahmen gegen seine Ausbreitung und die Folgen dieser Situation für Gesundheitswesen, Wirtschaft und Arbeitskräfte im Fokus. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen hat entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Das diesjährige Wildkatzenmonitoring wurde vorzeitig beendet, Vorträge und Tagungen abgesagt und die tägliche Arbeit nach Hause verlegt. Um ein ausgeglichenes Miteinander zwischen Mensch und Natur zu schaffen, nimmt der BUND Sachsen auch jetzt seine gesamtgesellschaftliche Rolle ernst. Das heißt aber auch, jetzt die wesentlichen Ziele für Natur- und Umweltschutz im Auge zu behalten – insbesondere mit Blick auf die Zeit nach der Corona-Krise, die nachhaltig, klimafreundlich und sozial gerecht gestaltet werden muss.

Auch in der Corona-Krise stehen wir mit unserer Expertise zu den Themen des Natur- und Umweltschutzes zur Verfügung – in Interviews, bei Nachfragen oder mit konkreten Tipps.


Zum Klimawandel und Corona-Krise – sagt der Vorsitzende des BUND Sachsen und Nachhaltigkeitsforscher, Prof. Dr. Dr. Felix Ekardt:

„Beim Corona-Virus passiert gerade etwas, was auch beim Klimawandel konkret droht: Wir nehmen Dinge viel zu spät ernst – nämlich dann, wenn Gegenmaßnahmen nur noch mit großen Kosten und großen Freiheitseinbußen möglich sind. Deshalb ist wichtiger denn je, was im Pariser Klima-Abkommen verbindlich festgelegt ist: Wir brauchen global und in allen Sektoren null Klimagas-Emissionen in maximal zwei Jahrzehnten. Lenkt man die Corona-bedingte Wirtschaftsförderung in die richtige Richtung, können wir auf dem Weg zu einer Gesellschaft mit null fossilen Brennstoffen bei Strom, Wärme, Mobilität, Kunststoffen und im Agrarbereich jetzt entscheidend vorankommen. Wir müssen aufhören, den Klimaschutz kurzfristigen Wirtschaftsinteressen zu opfern – umso mehr, als mittelfristig Klimaschutz volkswirtschaftlich viel billiger ist als die drohenden Klimawandelfolgeschäden.“

Zum Gewässerschutz in der Corona-Krise warnt Dr. David Greve, Geschäftsführer des BUND Sachsen:

„Der steigende Verbrauch an Desinfektionsmitteln, kann für Trinkwasser und Gewässer deutliche Qualitätseinbußen bedeuten. Desinfektionsmittel sind Biozide, deren schädliche Stoffe die natürlichen Organismen im Wasser angreifen. Für die tägliche Hygiene wird ohnehin Seife empfohlen, die auch viel besser abbaubar ist.“

Mit Blick auf den Naturschutz in Städten und Gemeinden ergänzt er:

„Schauen wir auf unseren derzeitigen Alltag, verwehrt er nicht nur Eindrücke, sondern lenkt die Sicht auch auf Dinge, die uns sonst verborgen blieben. Innerhalb unseres eingeschränkten Bewegungsradius zieht es uns zu den wenigen städtischen Grünflächen. Grüne Oasen fördern dieser Tage nicht nur unseren inneren Ausgleich, sie bieten auch Tieren und Pflanzen einen wichtigen Lebensraum. Diesen gilt es zu erhalten und zu erweitern. Für Kommunen ist diese Situation auch eine Chance: Die ungewohnte Artenvielfalt, die jetzt entstehen kann, ist ein Lichtblick auf sonst kurz geschnittenen und mit Pestiziden behandelten Flächen. Die Corona-Krise kann ein Auftakt für ein eigenes artenreiches Blühprogramm werden.“

Zum Stadtgrün hat der BUND Sachsen im November 2019 das Projekt Stadt.Land.BieneWir geben Wildbienen ein Zuhause gestartet.

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