Portfoliohandlung erfordert Rechtfertigung

Im März 2020 waren die Anleger in Panik. Die Stimmung war schlecht und Ängste, das Corona-Virus und die Lockdown-Maßnahmen würden die Weltwirtschaft zum Entgleisen bringen, sorgten für Panik. Und diese wiederum führte zu niedrigen Investitionsgraden und einer defensiven Positionierung. Jetzt, Ende Juni, ist aber alles besser. Oder?

In den sentix-Daten, die übrigens am vergangenen Wochenende zum 1000sten Mal unter mehr als 5.000 Investoren weltweit ermittelt wurden, ist die Corona-Krise leicht zu erkennen. Panik im Sentiment, eine Unterinvestierung der Anleger. Und eine hohe Risikoaversion im sentix Risikoaversions-Index.

Dieser Index ermittelt sich aus den von Anlegern favorisierten Anlagesegmenten und Investment-Stilen. Sind Anleger risiko-avers, investieren Sie eher in Value statt in Growth, eher in entwickelte Märkte statt Emerging Markets und eher in Staatsanleihen statt in Unternehmensanleihen. Diese und weitere Faktoren werden im Risikoaversions-Index zusammengefasst und statistisch normiert.

Seit dem März-Tief hat sich einiges getan. Die Kurse sind vom Tief aus erheblich, teils um 50% und mehr, gestiegen. Die negativen Emotionen haben sich abgebaut, wenngleich von guter Stimmung nach wie vor nicht die Rede sein kann. Die Anlegerportfolien sind nicht mehr unterinvestiert – sondern nahezu „neutral“. Und die Risikoaversion ist weg und es ist bereits wieder eine gewisse Risikofreude feststellbar. Vor allem Unternehmensanleihen und Wachstumsaktien sind hoch im Kurs.

Man könnte fast den Eindruck haben, als sei die Krise überwunden und die Anleger blickten angesichts dieser optimistischen Portfolioausrichtung zuversichtlich in die Zukunft.
Doch weit gefehlt. Der Strategische Bias, unser Indikator für die Grundüberzeugung der Anleger, dümpelt nach wie vor auf niedrigem Niveau. Er hat sich zwar zuletzt etwas erholt, dies spiegelt aber eher eine Anpassung an die steigenden Kurse, als eine echte Überzeugung der Anleger.

Daraus erwächst jedoch ein Problem. Wie kann man sein Portfolio offensiv ausrichten, wie kann man seine defensive Portfoliohandlung aufgeben, und dennoch an den mittelfristigen Perspektiven festhalten?

Dies geht nur, wenn man (a) ausschließlich auf den Faktor Liquidität und politische Handlungen abstellt. In diesem Fall könnte man zwar die positiven Segnungen niedriger Zinsen, expansiver Geldpolitik und „alternativloser Aktien“ betonen, doch die Frage wäre dann zu stellen, warum man im März dann überhaupt Angst hatte und dem Markt den Rücken kehrte.

Oder man überbetont (b) die Signale einer sich erholenden Weltwirtschaft. Tatsächlich drehen derzeit viele Indikatoren nach oben. Kein Wunder, im März und April lag die Wirtschaft am Boden. Da sind Erholungstendenzen im Mai und Juni geradezu zwangsläufig. Die Gefahr besteht nun, dass einige Anleger aufgrund der starken Kursgewinne darauf schließen, dass die Erholungssignale auf eine zügige Rückkehr zum Vorkrisenniveau hinweisen.

Diese positive Sicht teilen wir nicht. Betrachtet man beispielsweise den internationalen Schiffsverkehr oder das Kaufverhalten und die Besucherfrequenzen in den Innenstädten, ist eine anhaltende Belastung und ein nur begrenzt positives Momentum augenfällig.

Wir sehen die aktuelle Risikofreude bei mangelndem strategischen Grundvertrauen kritisch. Saisonal streben wir Mitte Juli auf das Ende der positiven Aktientendenz zu. Dies könnte mit einem neuen Bewusstsein zusammenfallen, dass sich die Wirtschaft eben nicht vollständig erholt und dadurch den wieder offensiver ausgerichteten Anlegern erhebliches Kopfzerbrechen bereiten.

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