Bettina Probst wird neue Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte

Bettina Probst ist mit Zustimmung des Stiftungsrates der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) zur neuen Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte berufen worden. Die erfahrene Projektleiterin und engagierte Museumsplanerin wird zum 1. November 2020 von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin in das Direktionsteam der SHMH wechseln und die Leitung des stadthistorischen Museums am Hamburger Holstenwall übernehmen.

Bettina Probst (Jahrgang 1965) ist seit 2012 als Stabs- und Projektleiterin in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Planung und Präsentation des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Kontext des Humboldt Forums verantwortlich. Ihre aus dem Planungsprozess gewonnenen vielfältigen Erkenntnisse spiegeln sich in vielen von ihr veröffentlichten Publikationen wider. Davor leitete die studierte Historikerin mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Sozialgeschichte von 2002 bis 2012 als Referentin und Projektverantwortliche in der Generaldirektion der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zahlreiche große und internationale Ausstellungs- und Kooperationsprojekte.

Aufgrund ihrer umfangreichen Erfahrungen mit Prozessen und Perspektiven der Neukonzeption von kulturhistorischen Museen ist Bettina Probst eine ideale Besetzung für die Direktion des Museums für Hamburgische Geschichte, das sich aktuell intensiv auf eine umfassende bauliche Modernisierung und inhaltliche Neugestaltung in den kommenden Jahren vorbereitet. Im Jahr 2015 wurden dafür vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages Mittel in Höhe von 18 Millionen Euro bereit gestellt, die um eine Unterstützung von weiteren 18 Millionen Euro durch die Freie und Hansestadt Hamburg ergänzt werden.

Das 1908 gegründete und zwischen 1914 und 1922 von Fritz Schumacher erbaute Museum für Hamburgische Geschichte präsentiert die stadt- und kulturhistorische Entwicklung der Stadt Hamburg von ihren Anfängen um 800 bis zur Gegenwart. Es bildet den größten Standort der SHMH und ist eines der größten stadthistorischen Museen Europas. Nach der umfassenden Modernisierung, die voraussichtlich 2026 abgeschlossen sein wird, möchte das traditionsreiche Haus mit seiner einzigartigen Sammlung neben der historischen Entwicklung Hamburgs und ihrer Bezüge zur deutschen Geschichte auch die Rolle der verschiedenen Stadtgesellschaften mit zeitgemäßen und partizipativen Vermittlungsformaten präsentieren.

Dr. Carsten Brosda, Senator der Behörde für Kultur und Medien:

„Mit Bettina Probst wird eine Museumsexpertin an die Spitze des Museum für Hamburgische Geschichte berufen, die viel Erfahrung aus großen Museumsverbünden mitbringt. Auch mit der zeitgemäßen Neukontextualisierung großer musealer Sammlungen war sie bereits befasst. Mit ihrer Expertise kann sie wichtige Impulse setzen in der aktuellen Neupositionierung der Hamburger Museen, mit der sich die Häuser inhaltlich und baulich noch stärker nach außen öffnen. Gerade das Museum für Hamburgische Geschichte bietet hier mit seiner Lage und einzigartigen Sammlung eine gute Chance, sich weiter zu einem lebendigen Ort der Vermittlung im Herzen der Stadt zu entwickeln.“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der SHMH:

„Gerade jetzt, wo das Museum für Hamburgische Geschichte am wichtigen Punkt des konkreten Einstiegs in die Modernisierung steht, ist es mir eine besondere Freude, die Verantwortung für dieses potenzialreiche Haus in die erfahrenen Hände von Frau Probst zu legen. Ich bin mir sicher, dass Frau Probst es hervorragend verstehen wird, im Zusammenwirken mit dem engagierten Team entscheidende Impulse für eine zeitgemäße Neuausrichtung des Museums zu geben, spannende und erfolgreiche neue Ausstellungen zu initiieren und zugleich alle Belange der Museumsarbeit ziel- und zukunftsorientiert zu steuern. Die intensive Suche nach einer neuen Leitung für das Museum für Hamburgische Geschichte ist damit zu einem höchst erfolgreichen Ende gekommen. Zweifellos wird Frau Probst angesichts ihrer ausgewiesenen Kompetenzen auch eine große Bereicherung für den Kreis der Direktionen innerhalb der SHMH sein. In diesem Sinne freue ich mich auch schon sehr auf die Zusammenarbeit.“

Bettina Probst:

„Museen sollten sich immer wieder ‚neu erfinden‘ können, um zukunftsfähig zu bleiben. Es ist für mich deshalb ein großes Privileg, an der Neuausrichtung und Ausgestaltung des Museums für Hamburgische Geschichte beteiligt zu sein. Ich freue mich sehr darauf, den Prozess der Modernisierung des Museums gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses inhaltlich zu gestalten und in enger Zusammenarbeit mit der Leitung der SHMH führen zu dürfen. Was mich nach vielen Jahren intensiver Museumsarbeit noch immer fasziniert, sind die verschiedenen Möglichkeiten, mit den Objekten Geschichten zu erzählen und dabei ganz unterschiedliche Perspektiven – auch die der Besucherinnen und Besucher – lebendig werden zu lassen. Es ist mir ein großes Anliegen, das Museum für Hamburgische Geschichte und die Stadtgesellschaft dabei stärker und auch internationaler zu vernetzen. Gemeinsam mit den Hamburgerinnen und Hamburgern möchte ich neue Schlaglichter auf die großartigen Sammlungen in ihrem Museum werfen.“

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