Energiemanagement: Marktstudie gibt Überblick

Energiemanagement wird für Betriebe, speziell bei absehbar weiter steigenden Energiepreisen, immer wichtiger. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen fehlt es aber oft an Wissen, wie sich vorhandene Sparpotenziale identifizieren und anschließend heben lassen. Das Projekt sustainKMU will Abhilfe schaffen – und hat in einer Marktstudie hilfreiche Werkzeuge für betriebliche Energiemanager unter die Lupe genommen.

Seit April 2015 sind vor allem größere Unternehmen, die sogenannten Nicht-KMU, dazu verpflichtet, ein periodisches Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchzuführen. Alternativ kann ein Energiemanagementsystem eingeführt werden. Richard Orth koordiniert bei der ASEW den Arbeitskreis Energiemanagementsysteme – und er weiß, warum das wichtig ist: „Die regelmäßige Erhebung des energetischen Status bzw. die ständige Überwachung durch ein laufendes System erlauben es, Energieflüsse im Unternehmen darzustellen. Hierüber können mögliche Sparpotenziale identifiziert und über konkrete, nachgeschaltete Maßnahmen auch gehoben werden.“

Doch auch in kleinen und mittleren Unternehmen sind Energieeinsparpotenziale mitunter nicht unbeträchtlich. Auch deshalb adressiert das Projekt sustainKMU genau diese Gruppe mit seinem Ansatz. Ein erster, wichtiger Schritt wurde mit der vorliegenden Marktstudie gemacht. Hierfür identifizierte eine erste Erhebung im Vorfeld, die die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) durchführte, insgesamt 78 Energiemanagement-Programme. 39 Anbieter nahmen im Anschluss an einer Online-Befragung teil, deren Ergebnisse in die Marktstudie einflossen.


Ein interessantes Ergebnis: 38 Anbieter zielen mit ihrer Software auf die betriebliche Führungsebene, nur 32 adressieren direkt Auditoren bzw. Energieberater. Sehr erfreulich: Bei 38 Anbietern ist die EnMS-Software BAFA-förderfähig – ein erheblicher Wettbewerbsvorteil! 84 Prozent der in der Marktstudie untersuchten Software erfüllt zudem alle Anforderungen an die ISO 50001.

So positiv die letzte Zahl ist, liegt darin laut Richard Orth aber zugleich ein wesentlicher Schwachpunkt: „Die untersuchten Programme fokussieren sich fast gänzlich auf die Unterstützung der Anforderungen der ISO 50001. Allerdings sind für viele Unternehmen Energieaudits vorgeschrieben. Damit einhergehend zeigt sich, dass die meisten Programme häufig weniger auf die Unterstützung des Auditprozesses ausgelegt sind. Gerade hier haben viele Unternehmen aber Unterstützungsbedarf!“

Weiterhin lassen die Angaben über die Softwarekosten Fragen offen: Diese sind mit einer Spanne meist zwischen 4.000 und 8.000 Euro erstaunlich niedrig. „Hier ist zu vermuten, dass Installations- und Wartungskosten wohl nicht inbegriffen sind.“ Auch die Konzeption als SaaS verursacht über Lizenzen laufende Kosten. „Zudem ist davon auszugehen, dass die meisten Unternehmen einiges an Hardwarenachrüstung benötigen, etwa für die Datenverbindung. Die Ausstattung ist dadurch mit deutlich höheren Kosten verbunden.“

Die gesamte Marktstudie steht zum Runterladen auf der Projektseite bereit.

Das Projekt sustainKMU

wurde 2019 gestartet und entwickelt seitdem im Rahmen einer Living Lab-basierten Forschung anwendungsnah geeignete IT-Infrastrukturen und digitalisierungsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen, die KMU dabei unterstützen, ein systematisches und kontinuierliches Energie- und Ressourcenmanagement aufzubauen und zu etablieren. Zum Projektkonsortium gehören die Forschungs- und Industriepartner statmath GmbH, Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW), si-automation GmbH und Slawinski & Co. GmbH. Die Führung des Projektkonsortiums liegt bei den Lehrstühlen für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien, Wirtschaftsinformatik insbesondere IT-Sicherheit und Datenschutz sowie Stochastik und Quantitative Methoden der Wirtschaftswissenschaften der Universität Siegen. Weitere Details und Aktuelles zum Projektstand gibt es auf der Projektseite www.digital-energy.nrw.

 

Über Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung im VKU (ASEW)

Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) ist mit bundesweit mehr als 300 Mitgliedern das größte deutsche Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Die ASEW wurde 1989 aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heraus gegründet. Das Ziel: Eine rationelle, sparsame und umweltschonende Energie- und Ressourcenverwendung zu fördern. Die ASEW berät und unterstützt ihre Mitglieder in diesen Bereichen und entwickelt für sie innovative Produkte und Dienstleistungen, die zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen. Das Portfolio der ASEW umfasst Produkte für Vertrieb und Kundenberatung, außerdem Seminare und Qualifizierungsangebote sowie eine Kunden- und Fördermittelberatung.

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