WACKER verleiht Innovationspreis für die Entwicklung neuer Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen

Der Münchner Chemiekonzern WACKER hat seine koreanischen Mitarbeiterinnen SeungA Lee und JungEun Lee mit dem Alexander-Wacker-Innovationspreis für die Entwicklung neuer Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen ausgezeichnet. Zudem vergab WACKER den Preis erstmals in der Kategorie Lifetime Achievement für herausragende Entwicklungsleistungen während eines Berufslebens. Diese Auszeichnung ging an Amit Paul von Wacker Metroark Chemicals, dem in Kalkutta ansässigen WACKER-Joint Venture, das Siliconspezialitäten für den indischen Markt sowie für internationale Kunden aus der Konsumgüterindustrie produziert. Die beiden jeweils mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnungen wurden heute wegen der Corona-Pandemie im Rahmen einer Online-Veranstaltung vergeben.

SeungA Lee und JungEun Lee sind am Center of Excellence Electronics tätig, einer konzerneigenen Forschungseinrichtung in Seoul. Sie entwickelten auf Basis UV-vernetzbarer Silicongele neuartige, maßgeschneiderte Lösungen für den stark wachsenden Markt von hochwertigen, entspiegelten Displayanwendungen. Beim sogenannten Optical-Bonding verbinden Silicongele das dünne Deckglas mit den Schichten darunterliegender Elektronik. Indem dieser Spalt mit einem Gel ausgefüllt und dabei Luft verdrängt wird, lässt sich eine Entspiegelung des Displays erreichen.

Silicongele heben sich von anderen, auf organischen Materialien basierenden Systemen durch Ihre Beständigkeit und Stabilität gegenüber Umwelteinflüssen auch über viele Einsatzjahre ab. Typische Anwendungsgebiete finden sich daher in anspruchsvollen Anwendungen wie den großflächigen Displays von Instrumententafeln, Touch-Screens zur Menüauswahl in Restaurants, Funktionsuhren für Sportler und vor allem in der Automobilindustrie. Über alle Segmentklassen hinweg setzen die Autohersteller inzwischen Displays in zunehmender Anzahl und Größe ein, die mit Silicongelen verbunden sind. Solche Displays sind zur Handhabung moderner Connectivity-Systeme unabdingbar. Zudem eröffnen sich so zusätzliche Möglichkeiten zum Design des Innenraums, etwa in Form der gebogenen (curved) Displays von Armaturenbrettern.


Zum besonderen Erfolg der neuen Produktreihe von WACKER trägt weiterhin bei, dass Kunden individuell auf ihre Bedürfnisse zuge-schnittene Produkte erhalten können. „Bei der Entwicklung UV-vernetzbarer Siliconharze wirkten die Preisträgerinnen von unserer koreanischen Anwendungstechnik eng mit verschiedenen Kunden aus der Elektronikindustrie zusammen und erarbeiteten nach deren Spezifikationen passgenaue Lösungen für unterschiedliche Applikationen“, sagte Christian Hartel, Vorstandsmitglied der Wacker Chemie AG. „Damit ermöglichten sie es WACKER, auf dem hochattraktiven Optical-Bonding-Markt eine führende Position unter den Siliconherstellern einzunehmen.“

Amit Paul, Forschungschef von Wacker Metroark Chemicals in Indien, mit seinem Lifetime Achievement Award, den WACKER in diesem Jahr zum ersten Mal ausgelobt hat. (Photo: WACKER)

Insgesamt 30 Teams bewarben sich in diesem Jahr für den Alexander-Wacker-Innovationspreis 2020 – ein neuer Rekord. Zu den Bewerbern, die es unter die Finalisten schafften, gehört auch Amit Paul von Wacker Metroark Chemicals im Großraum Kalkutta. Seinem Team gelang die Entwicklung wasserfreier Silan-Oligomer/Tensid-Mischungen zur Behandlung von Zementmassen. Durch deren Zusatz wird der Zement während der Vermahlung wasserabweisend, wodurch bis zu 50 Prozent der Mahlenergie eingespart werden kann. Dazu verleiht hydrophober Zement Beton- und Mörtelmassen wasserabweisende Eigenschaften.

Für diese und andere Entwicklungen, die Amit Paul in seinen 35 Berufsjahren bei Metroark und seit 1999 beim Joint Venture Wacker Metroark Chemicals gelangen, erhält der indische Chemiker – als erster Mitarbeiter des Konzerns überhaupt – den Alexander Wacker Innovationspreis in der Kategorie Lifetime Achievement.

Zu den herausragenden Leistungen von Amit Paul zählt die Entwick-lung einer Siliconölemulsion mit besonders niedriger Partikelgröße, die von einem internationalen Konsumgüterhersteller in seiner Top-Haarpflegemarke weltweit eingesetzt wird, um Geschmeidigkeit, Glanz und Kämmbarkeit des Haares optimal zu verbinden. Maßgeb-lich beteiligt war Amit Paul auch an der Einführung der Hydrosilylierungstechologie am Standort Kalkutta, wo 2018 eine entsprechende Anlage – die einzige auf dem indischen Subkontinent – zur Herstellung funktioneller Siliconöle in Betrieb ging. Diese Spezialitäten werden als Hochleistungsadditive in unterschiedlichsten Anwendungen wie in Kosmetik- und Lackformulierungen oder im Pflanzenschutz eingesetzt.

„Während seiner gesamten Laufbahn bei WACKER bestach Amit Paul durch sein Engagement und seinen weit überdurchschnittlichen Erfindergeist“, betonte Vorstandsmitglied Christian Hartel in seiner Laudatio. „Immer hatte er die Bedürfnisse unserer Kunden und deren Geschäft im Blick und entwickelte individuelle Lösungen für sie, die er in kürzester Zeit zum Erfolg brachte. Auf diese Weise hat er maßgeblich dazu beigetragen, das Silicongeschäft von WACKER voranzubringen.“

Über den „Alexander Wacker Innovationspreis“

Seit 2006 würdigt der Münchner Chemiekonzern im Rahmen seines alljährlich stattfindenden Forschungssymposiums herausragende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von Mitarbeitern. Der nach dem Unternehmensgründer benannte und mit jeweils 10.000 Euro dotierte „Alexander Wacker Innovationspreis“ wird für Leistungen auf den Gebieten der Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung sowie in der Kategorie Lifetime Achievement verliehen.

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