Europa und Baden-Württemberg müssen jetzt handeln

Zum Brand im Flüchtlingslager Moria, dem größten Camp auf den griechischen Inseln, sagt Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg: „Ich bin erschüttert von den Bildern des weitgehend abgebrannten Flüchtlingscamps: Das Leid der betroffenen Frauen, Kinder und Männer ist unvorstellbar. All die Not und Bedrängnis, die die Menschen bereits durch Vertreibung und Flucht erlebt haben, wiederholt sich. Wir müssen um Gottes Willen  den gepeinigten Menschen mit nachhaltigen Maßnahmen helfen.“

Rund 12 000 Geflüchtete sind obdachlos auf der Insel  Lesbos unterwegs, in den Hügeln um Moria herum oder zu Fuß unterwegs, entlang der Autobahn in Richtung Inselhauptstadt. Verschärft wird diese Situation auch durch die Tatsache, dass im Lager Moria vor einigen Tagen der Corona-Virus ausgebrochen ist. „Die Menschen brauchen dringend medizinische Unterstützung und angemessene Quarantänemöglichkeiten. Auch die Inselbewohnerinnen und Inselbewohner brauchen eine gute Lösung für alle Beteiligten, um die Solidarität zwischen Einheimischen und Geflüchteten nicht weiter zu stören“, sagt Kaufmann.


Die  27 europäischen Mitgliedsstaaten müssten jetzt endlich handeln. Auch die Bundesrepublik mit ihrem Ratsvorsitz der EU sei gefordert, mit gutem Beispiel in der Flüchtlingsaufnahme voran zu gehen.

Schon seit Jahren mahnt die Diakonie Württemberg zusammen mit Kirchen, Sozialverbänden und Flüchtlingsorganisationen eine humanitäre Aufnahme der an den Grenzen Europas gestrandeten Geflüchteten an. Der Zusammenschluss Seebrücke – Kommunen Sicherer Häfen – bietet eine Lösung: Kommunen nehmen Geflüchtete aus Seenotrettung und prekärer Situation schnell und unbürokratisch auf. Auch das von der Diakonie und anderen Organisationen immer wieder eingebrachte Landesaufnahmeprogramm Baden-Württemberg für diese Situation kann bei schneller Umsetzung helfen.

Über den Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.

Die Diakonie Württemberg ist die soziale Arbeit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Freikirchen. Das Diakonische Werk Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist ein Dachverband für 1.400 Einrichtungen mit fast 50.000 hauptamtlichen und 35.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie begleiten Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderungen, alte und pflegebedürftige Menschen, Arbeitslose, Wohnungslose, Überschuldete und andere Arme, Suchtkranke, Migranten und Flüchtlinge sowie Mädchen und Frauen in Not. Täglich erreicht die württembergische Diakonie über 200.000 Menschen. Das Diakonische Werk Württemberg ist ebenfalls Landesstelle der Internationalen Diakonie, Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe und Hoffnung für Osteuropa.

Bundesweit sind rund 525.000 hauptamtlich Mitarbeitende und etwa 700.000 freiwillig Engagierte in der Diakonie aktiv. Der evangelische Wohlfahrtsverband betreut und unterstützt jährlich mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland.

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