Zum zehnten Mal Auszeichnung für herausragende Nachwuchskräfte vergeben

Drei junge Frauen sind die „top azubis chemie 2020“: Eine Kauffrau für Büromanagement, eine Chemielaborantin und eine DHBW-Studentin mit der Fachrichtung Gesundheitsmanagement. Die zum zehnten Mal vergebene Auszeichnung erhielten Mitarbeiterinnen von Chemie- und Pharmaunternehmen aus Heilbronn, Mannheim und Biberach an der Riß. Sie wurden am Donnerstag in Rust bei Freiburg von Ralf Müller, Geschäftsführer von Chemie.BW, den Verbänden der Chemie- und Pharmaindustrie Baden-Württembergs, geehrt.

Die ausgezeichneten Mitarbeiterinnen sind bei dem Spezialchemie-Unternehmen Brüggemann, Heilbronn, sowie bei den Pharmaunternehmen Roche Diagnostics, Mannheim, und Boehringer Ingelheim in Biberach (Riß) beschäftigt. 

Gute Noten sind wichtig – aber das Engagement entscheidet


Ralf Müller zeigte sich beeindruckt von den betrieblichen und schulischen Leistungen sowie dem sozialen Engagement der drei Preisträgerinnen: „Sie verkörpern die Eigenschaften in besonderem Maße, die wir mit dem Preis auszeichnen: Nicht in erster Linie Fachwissen und gute Noten zählen bei ‚top azubi chemie‘, sondern ganz besonders das Eintreten für Mitmenschen – egal ob im Kollegenkreis oder im privaten Umfeld.“

Die Auszeichnung wirke über die Branche hinaus, so Müller: die Nachwuchssicherung sei für die Chemie-Unternehmen ein wichtiges Anliegen. „Es ist toll, dass in den Unternehmen derart vielfältig engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind.“. 

Zum zehnten Mal gibt es „top azubi chemie“

Die „top azubi chemie“-Auszeichnung wird seit 2011 vergeben. Für den Preis können Chemie.BW-Mitgliederunternehmen besonders gute und engagierte Nachwuchsmitarbeiter, Azubis oder DHBW-Studenten vorschlagen. Sie werden von einer fachkundigen Jury beurteilt und ausgewählt.

Für die jungen Chemie-Mitarbeiter gibt es neben der „Trophäe“ einen Aufenthalt im Europa-Park Rust mit einer individuellen Führung.

Die „top azubis chemie 2020“

 – ausgezeichnet für besonderes Engagement und Top-Leistungen

Julia Fischer, Chemielaborantin, L. Brüggemann GmbH & Co. KG

Sie hat ihre Abschlussprüfung trotz der Corona-Krise mit sehr guten Leistungen abgelegt: Julia Fischer ist mit Leib und Seele Chemielaborantin. Ihre Ausbilder waren beeindruckt von ihrer Auffassungsgabe, Zuverlässigkeit und Genauigkeit – jenen Eigenschaften, die in ihrem Beruf so wichtig sind. Doch nicht nur im Unternehmen ist die 21-Jährige als Botschafterin für die Chemie unterwegs, schon seit Jahren unterstützt sie Schülerinnen ihres ehemaligen Gymnasiums bei der Abiturvorbereitung in den Fächern Chemie und Mathematik. Auch im Betrieb engagierte sie sich für andere Jahrgangsmitglieder und half einem jüngeren Azubikollegen beim Einlernen ins Labor. Die Begeisterung für ihren Ausbildungsberuf gab sie mit dem Durchführen von selbst konzipierten Versuchen an interessierte Schüler auf Bildungsmessen weiter. 

Aktuell erwirtschaften die rund 250 Brüggemann-Mitarbeiter im Stammwerk Heilbronn mit den Tochterfirmen in Wittenberg, den USA und Hongkong einen Umsatz von rund 130 Millionen Euro pro Jahr. Die drei Standbeine: Industriechemikalien, Alkohole sowie spezielle Zusatzstoffe für Hochleistungs-Polyamide. Produziert wird ausschließlich in Deutschland.

Marianna Leshchenko, DHBW-Studentin BWL, Roche Diagnostics GmbH

Politik, Demokratie und friedliche Konfliktlösungen sind ihre besonderen Interessen: Marianna Leshchenko ist 2015 aus ihrer Heimat in der Ukraine nach Deutschland gekommen – diese Erfahrung hat das politische und soziale Engagement der DHBW-Studentin geprägt. In ihrem Unternehmen ist die Studentin der BWL Richtung Gesundheitsmanagement wegen ihrer toleranten und offen Art geschätzt – vor allem weil die 21-Jährige stets die Beweggründe unterschiedlicher Positionen kennen lernen möchte, um die geeigneten Problemlösungen zu finden. Ihr politisches Interesse zeigt Marianna Leshchenko als Mitglied einer Jugendpartei, der Teilnahme am Projekt "Komm mit! Politik erleben", als Integrationspatin oder als Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung. Doch damit nicht genug. Sozial engagierte sich die Studentin als Mentorin für Studierende aus jüngeren Jahrgängen und bei der Betreuung von Bewohnern eines Altenpflegeheims in Lörrach. Mit ihrem Wissen und Engagement wurde die 21-Jährige in ein Mentorenprogramm für Nachwuchskräfte aufgenommen.

Roche beschäftigt am Standort Mannheim rund 8300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie forschen, entwickeln und produzieren unter anderem Produkte für Menschen mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie etwa Gerinnungssysteme und Lösungen für ein effektives Diabetes Management – von der Blutzuckermessung bis Insulingabe.

Hannah Link, Kauffrau für Büromanagement, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

Sie ist Fußballtrainerin, Hobby-Schauspielerin und war Ministrantin: Hannah Link hat viele Interessen und ist gleichzeitig ein sehr sozialer Mensch. Von der positiven Einstellung der gelernten Bürokauffrau profitieren vor allem auch die Kollegen im Betrieb. Als Patin eines Azubis im ersten Lehrjahr half sie diesem bis zum Ende der Ausbildung bei allen Anliegen, sie engagierte sich bei der Betreuung im Ferienprogramm für Kinder von Mitarbeitern und organisierte eigenständig eine Inklusionsfahrt für schwerbehinderte Kollegen nach Berlin. Mit Geduld und Empathie betreute die 22-Jährige Praktikanten und konnte auch auf Ausbildungsmessen Besucher für ihren Beruf und ihr Unternehmen begeistern. Für ihre Kollegialität, ihren Fleiß und ihre offene Art – dafür schätzen sie die Kollegen vor allem. 

Die Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG hat in Biberach etwa 6.300 Mitarbeiter, darunter 270 Auszubildende und DHBW-Studenten. Boehringer Ingelheim forscht, entwickelt und produziert in Biberach Arzneimittel.

Ausbildung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie

Jedes Jahr beginnen mehr als 1.000 junge Menschen eine Ausbildung oder ein duales Studium in den mehr als vierhundertfünfzig Chemie-Unternehmen im Land. Insgesamt werden derzeit etwa 3.500 Azubis ausgebildet – in mehr als fünfzig unterschiedlichen Berufen. Dazu gehören Produktionsberufe wie der Chemikant oder der Industriemechaniker, Laborberufe wie der Lack- oder Biologielaborant, kaufmännische oder IT-Berufe und duale Studienplätze. Die Übernahmequote der Ausgelernten ist nach den meist dreieinhalb Jahren Berufsausbildung hoch: mehr als 95 Prozent starten in „ihrem“ Unternehmen ihre weitere Karriere. Ausführlich über die Ausbildung in der Chemie und offene Ausbildungsstellen informiert die Branche auf dem Portal www.elementare-vielfalt.de.

Über Chemie-Verbände Baden-Württemberg

In den Verbänden der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Baden-Württemberg sind derzeit insgesamt 479 Mitgliedsunternehmen mit 107.100 Beschäftigten organisiert. Der Jahresumsatz betrug 2018 ca. 39 Milliarden Euro. Die größten Teilbranchen sind Pharma (37 Prozent), Lacke, Farben und Bautenschutz (12 Prozent), Körperpflege und Waschmittel sowie Leime, Klebstoffe und Mineralöl (jeweils 8 Prozent). Derzeit bilden die Unternehmen etwa 3.500 Jugendliche aus.

Als Chemie.BW treten die Verbände mit Sitz in Baden-Baden gemeinsam in der Öffentlichkeit auf. Es handelt sich dabei um

– den tarif- und sozialpolitisch tätigen Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg e.V. (agvChemie)
– den wirtschaftspolitischen Verband der Chemischen Industrie e.V., Landesverband BadenWürttemberg (VCI).

Der VCI hat in Baden-Württemberg zwei eigenständige Fachverbände:

– den Landesverband Baden-Württemberg des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), und die Bezirksgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL).

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