Die Film- und Medienstiftung NRW fördert 24 Projekte mit über 2,8 Mio. Euro

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  • „Eingeschlossene Gesellschaft“: Sönke Wortmann inszeniert satirisches Kammerspiel im Lehrerzimmer
  • „Spencer“: Pablo Larraín dreht mit Kristen Stewart als Lady Di im Münsterland
  • „Glauben“: TV-Serie nach den Drehbüchern von Ferdinand von Schirach 
  • „Angela Merkel – Die Kanzlerin“: Torsten Körners zeichnet das Portrait der ersten Bundeskanzlerin
  • „#MeMyself&I“: Carolin Genreiths Bild der Generation YouTube
  • „Gott, du kannst ein Arsch sein!“: Bestseller-Verfilmung ab Oktober mit großem Staraufgebot im Kino
  • 300.000 Euro Zuschussförderung für 12 Projekte im NRW-Entwicklungsprogramm

In ihrer 177. Sitzung förderte die Film- und Medienstiftung NRW 24 Projekte mit 2,86 Mio. Euro, davon zwei Kinospielfilme, fünf Dokumentarfilme, eine TV-Serie, sieben Drehbücher, zwei Projektentwicklungen, drei Vorbereitungen, zwei Verleihprojekte und zwei Kinomodernisierungen.

Spielfilm


Als eine „Eingeschlossene Gesellschaft“ inszeniert Sönke Wortmann ein Kollegium, das der verzweifelte Vater Manfred Prohaska unter Waffengewalt zu einer Zeugniskonferenz zwingt. Seinem Sohn fehlt ein Punkt zur Abiturzulassung. Erfolgsregisseur Wortmann dreht nach dem Hörbuch von Jan Weiler, das dieser selber fürs Kino adaptierte. Komplett in NRW stehen u.a. Florian David Fitz und Anke Engelke vor der Kamera von Jo Heim. (Bantry Bay, 800.000 Euro)

In „Spencer“ beleuchtet der vielfach ausgezeichnete Regisseur Pablo Larraín („Jackie“, „El Club“) das letzte gemeinsame Weihnachtsfest, das Prinzessin Diana 1991 im Kreis der englischen Königsfamilie auf Gut Sandringham verbringt. Die Ehe zwischen Charles und ihr ist längst abgekühlt und Gerüchte über Affären und bevorstehende Trennungen machen die Runde. Der Oscar-nominierte Autor Steven Knight („Peaky Blinders“) verfasste das Drehbuch, vor der Kamera, auch in NRW, steht u.a. Kristen Stewart. (Komplizen Film, 550.000 Euro)

TV-Serie

Für „Glauben“ hat sich Autor Ferdinand von Schirach von einem Justizskandal der 90er Jahre, den sogenannten ‚Wormser Prozessen‘, inspirieren lassen. Als ein Kinderarzt in einer westdeutschen Kleinstadt den Missbrauch eines Mädchens diagnostiziert, bringt er eine Lawine bisher unbekannten Ausmaßes ins Rollen. Regisseur Daniel Prochaska dreht mit Peter Kurth und Narges Rashidi in den Hauptrollen in Berlin und Monschau. Die siebenteilige Serie à 30 Minuten wird auf TVNOW und später bei VOX ausgestrahlt. (MOOVIE, 400.000 Euro)

Dokumentarfilm 

Angela Merkel – Die Kanzlerin“ erzählt die Geschichte der ersten Bundeskanzlerin der BRD. Autor Torsten Körner will Regierungstechniken, Stil und Persönlichkeit in den Zeitläuften bilanzieren und so ein Portrait der bekanntesten Deutschen der Gegenwart zeichnen. (Broadview TV, 210.000 Euro)

Sirens Call“ blickt tief in die sich spaltende US-Gesellschaft. Ausgehend vom Phänomen der ‚Real-Live-Mermaids‘ machen sich Miriam Gossing und Lina Sieckmann auf die Suche nach gesellschaftlichen Utopien und erforschen unseren Umgang mit dem ‚Anderen‘. (Schalten & Walten, 150.000 Euro)

Im Portrait „Claudia Andujar“ stellt Grimme-Preisträgerin Heidi Specogna das Leben und die Arbeit der vielfach ausgezeichneten Fotografin vor, die ihr Werk den indigenen Völkern am Amazonas gewidmet hat. (Lichtblick Film, 95.000 Euro)

Mit „MeMyself&I“ portraitiert Carolin Genreith vier Influencer*innen in unterschiedlichen Phasen ihrer Social-Media-Karrieren. Sie teilen ihren Alltag mit Millionen von Fremden. Der Film will den Klischees und Mythen der Generation Z auf den Grund gehen. (CORSO, 90.000 Euro)

System Terror“ zeigt den ausufernden Krieg gegen Terror der USA nach 9/11, in dessen Namen immer mehr Menschenrechtsverletzungen und Gesetzesbrüche begangen werden. Die investigative Filmemacherin Astrid Schult macht sich auf eine Reise, um eine Bilanz des nun bereits 20 Jahre andauernden „War on Terror“ zu ziehen. (Tondowski Films, 80.000 Euro)

Entwicklungsförderung

Zur besonderen Unterstützung von Produzent*innen und Autor*innen hat die Filmstiftung ein NRW-spezifisches Programm für „Entwicklungsförderung“ in Höhe von 1,5 Mio. Euro für die Jahre 2020 und 2021 aufgelegt. Die nachfolgenden Förderungen in den Bereichen Drehbuch, Stoffentwicklung und Projektvorbereitung werden als Zuschüsse ausgereicht:

Drehbuch

Go with the Floh“ von Arne Nolting und Ali Samadi Ahadi erzählt vom Floh Felix, der sich für einen Nashornkäfer hält. Als seine Familie bedroht wird, geht er auf eine heldenhafte Reise. (Little Dream Entertainment, 20.000 Euro)

In „Das Sams und die unglaubliche Verwandlung des überaus schüchternen Bruno Taschenbiers“ findet das komfortable Leben des Junggesellen Taschenbiers ein Ende, als ihm das Sams in die Arme springt. Thomas Springer adaptiert nach der Kinderbuchreihe von Paul Maar. (Tradewind Pictures, 20.000 Euro)

At Heart“ von Wolfgang Fischer und Ika Künzel ist die Geschichte eines Tauchers, der als einer der letzten menschlichen Pioniere die Grenzen technischen Fortschritts im Auftrag mächtiger Player zu verschieben versucht. (augenschein, 20.000 Euro)

Kinder Kriegen“ erzählt von Henry und Marie und deren moderner Liebesgeschichte ohne Happy End. Levin Hübner und Markus Sehr schreiben das Buch zur Tragikomödie um Galgenhumor und das Verlangen nach Gerechtigkeit. (Lichtblick Film, 20.000 Euro)

Ein gutes Leben“ von Rüdiger Bertram beleuchtet eine Jugendbewegung, die mit hohen Idealen und den besten Zielen startet und schließlich an ihren eigenen Idealen und Erfolgen scheitert. (20.000 Euro)

Der Humorlose“ ist die tragikomische Geschichte um drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich aber miteinander arrangieren müssen, denn keiner schafft alleine, was sie zusammen meistern. Tankred Lerch und Janosch Kreft schreiben das Drehbuch. (20.000 Euro)

Die Geschichte der Liebe in 100 Objekten“ von Susanne Finken ist ein Kammerspiel mit Ausbrüchen. Drei Menschen müssen das Haus einer vor kurzem bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückten Frau ausräumen. (20.000 Euro)

Projektentwicklung

In „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann“ beleuchten André Schäfer und Hartmut Kasper den Nobelpreisträger und seine verschiedenen Existenzen. In Archivbildern, Briefen und Tagebucheinträgen wird der ‚echte‘ Thomas Mann gezeigt, in Spielszenen seine ‚Felix-Krull-Seite‘. (Florianfilm, 30.000 Euro)

Morgen Mehr“ hofft der Erzähler, der noch nicht geboren ist, denn seine Eltern müssen ihn noch heute zeugen. Allerdings wird seinem Vater gerade eine Pistole an die Schläfe gehalten und seine Mutter hat tausend Kilometer entfernt Sex mit einem melancholischen Franzosen in Marseille. Tilmann Rammstedt adaptiert seinen eigenen Roman. (Weydemann Bros., 20.000 Euro)

Vorbereitung 

Der Pfau“ nach dem Buch von Isabel Bogdan, adaptiert von Sönke Andresen, ist eine charmant-skurrile Komödie, immer ganz kurz vor der Eskalation. (eitelsonnenschein, 40.000 Euro)

Brüder“ von KHM-Absolvent Türker Süer erzählt von einem jungen Leutnant der türkischen Armee, der seinen Bruder einem Militärgericht ausliefern muss. Nach einer Drehbuchförderung im April 2019 beginnen nun die Vorbereitungen für den Dreh. (Match Factory Productions, 40.000 Euro)

Hysteria“ von Mehmet Akif Büyükatalay erhielt ebenfalls eine Drehbuchförderung. Nun beginnen die Vorbereitungen für den Thriller um einen verlorenen Schlüssel, der die Ordnung einer kompletten Arbeitsgemeinschaft durcheinanderbringt. (filmfaust, 30.000 Euro)

Verleih

Die Bestsellerverfilmung „Gott, du kannst ein Arsch sein!“ von André Erkau startet am 1. Oktober im Kino (Leonine, 100.000 Euro)

Yakari – Der Kinofilm“ ist das erste Abenteuer des kleinen Sioux-Jungen Yakari für die große Leinwand. Ab 22. Oktober in den deutschen Kinos. (Leonine, 50.000 Euro)

Kino 

Das Central in Borgentreich erhält neue Laserprojektoren und wird mit 39.500 Euro dabei unterstützt.

Das Kino in der Brotfabrik in Bonn wird mit 1.450 Euro bei der Umstellung auf elektronisches Ticketing unterstützt.

Die vollständigen Förderergebnisse entnehmen Sie bitte der anhängenden Fördertabelle.

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