Faire Woche (11. – 25.09.): „Fair statt mehr“ Für ein gutes Leben im Kakao-Anbau

„Fair statt mehr“ ist das Motto der diesjährigen Fairen Woche. Mit Blick auf den Kakaosektor heißt das: Faire Preise, klimafreundlicher Bio-Anbau für ein gutes Leben – statt Massenkonsum auf Kosten von Bauernfamilien in Westafrika. Denn die Realität sieht leider so aus: 2,2 Millionen Kinder werden laut NORC-Studie der Universität Chicago in Westafrika im Kakao-Anbau ausgebeutet. Wie es anders geht, will Fair Trade-Pionier GEPA zum Start der Aktionswochen am Beispiel von drei neuen Bio-Schokoladen zeigen: Matcha Blanc, Earl Grey Blanc und die Klima-Schokolade #Choco4Change.

Fair ist, wenn alle gut leben – auch die Menschen im Globalen Süden. Die GEPA beteiligt sich deshalb auch an weiteren Aktionen zur Fairen Woche wie Podcasts, Live-Stream-Diskussionen und veranstaltet einen Insta-Live-Talk mit der ehemaligen Torjägerin der Frauen-Nationalmannschaft Celia Šašić.

Armut Hauptgrund für ausbeuterische Kinderarbeit im Kakao-Anbau


GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger betrachtet die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Kakao-Industrie als gescheitert: „Die Industrie schafft durch Produktionserhöhung bei niedrigen Preisen nur Überproduktion und weiteren Preisverfall. Armut und niedrige Preise sind die Hauptgründe für ausbeuterische Kinderarbeit.“ Dagegen zahlte die GEPA ihren Partnergenossenschaften im letzten Jahr durchschnittlich 3.500 US-Dollar pro Tonne Bio-Kakao, teilweise sogar über 4.000 US-Dollar. Sie lag damit durchschnittlich 52,2 Prozent über dem durchschnittlichen Weltmarktpreis (2.300 US-Dollar, de.statista.com) und mindestens 19 Prozent über dem aktuellen Fairtrade-Preis (2.940 US-Dollar incl. Fairtrade- und Bioprämien), der im Herbst 2019 angehoben wurde.

Stimmen von Kakaobauern (CECAQ-11, São Tomé)

Den Bio-Rohkakao für die drei neuen GEPA-Schokoladen liefert u. a. die Kakaogenossenschaft CECAQ-11 aus São Tomé, mit der die GEPA seit zehn Jahren zusammenarbeitet. Was ein gutes Leben durch Fairen Handel bedeutet, zeigen Danielson Silva (Prösident Claudino Faro/CECAQ-11) und Oswaldo Estevão (Präsident CECAQ-11) am eigenen Beispiel.

Danielson Silva: „Gott sei Dank sichert mir meine Tätigkeit ein gutes Leben, wir können unsere Kinder zur Schule bringen, Geld sparen, unser Haus bauen und viele andere Dinge.“ Oswaldo Estevão hebt besonders hervor, dass der Preis stimmt, um die Kosten zu decken. „Außerdem gibt es einen Prämienanteil für soziale Aufgaben.“ Die Prämie wurde u. a. in den Bau eines Kindergartens und in zusätzliche Trocknungs- und Fermentationsanlagen investiert. 

Kampagne für ein Lieferkettengesetz

Um Kakaobäuer*innen wie allen Menschen im Globalen Süden ein  gutes Leben zu ermöglichen, ist laut GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger ein Lieferkettengesetz unabdingbar: „Wir brauchen verbindliche Regeln und Gesetze, die Unternehmen in der ganzen Lieferkette einhalten müssen und für die sie bei Verstößen bestraft werden können.“ Dafür kämpft die GEPA als Mitglied des Forums Fairer Handel in der Initiative.

Außerdem ist die GEPA für ihr praktisches Engagement beim CSR-Preis der Bundesregierung in der Kategorie „Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement“ nominiert worden. Am 22.09. um 10 Uhr wird Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Gewinnerunternehmen digital bekanntgeben.

Aktionen der GEPA zur Fairen Woche

  • #Choco4Change: Die neue Klima-Schokolade der GEPA, stellt Celia Šašić als Schokoladenbotschafterin der GEPA gemeinsam mit Schüler*innen der Gesamtschule Barmen am 23.09. um 16.45 Uhr beim Live-Event auf dem Instagram-Kanal der GEPA vor.
  • Der GEPA-Gesellschafter BDKJ lädt am 17.09. um 19 Uhr im Livestream zum Thema „Nagelt den Planeten nicht ans Kreuz“ zur Gesprächsrunde ein. Zum Thema Klimaschutz und Fairer Handel diskutieren GEPA-Pressesprecherin Barbara Schimmelpfennig und Christian Weingarten vom Umweltmanagement des Erzbistums Köln. Der Livestream kann über Youtube verfolgt werden: https://youtu.be/09tTgnzahb8
  • Der Weltladen-Dachverband öffnet vom 11.09. bis zum 10.10.2020 erneut die virtuelle Messeplattform für die virtuellen Weltladen-Fachwochen und knüpft damit an die Weltladen-Fachtage im Sommer an. Auch die GEPA ist wieder mit dabei mit aktualisierten Infos am digitalen Messestand und Beiträgen zum umfangreichen Rahmenprogramm. U. a. wird am 23.09. Hildegard Fuchs, Leiterin der GEPA-Sortimentsabteilung, von 14 – 15 Uhr das neue Kampagnen-Produkt #Choco4Change bei einem Online-Seminar präsentieren.

Eine Vielzahl von weiteren Aktionen und Online-Veranstaltungen von GEPA und Kooperationspartner*innen findet man unter www.gepa.de/faire-woche-2020

Weitere Infos zur neuen Klimaschokolade gibt es unter www.gepa.de/choco4change
Dort wird auch in einem Videoclip mit u. a. Handelspartnerbildern und O-Tönen die #Choco4change vorgestellt.

 

Über GEPA – The Fair Trade Company

Als Fair Trade-Pionier steht die GEPA seit rund 45 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, u. a. beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis als „Deutschlands nachhaltigste Marke 2014“ und zuletzt mit TOP3 in der Kategorie „Unternehmenspartnerschaften 2020“ für die langjährige Zusammenarbeit mit dem Teepartner Tea Promoters India. Als eines von wenigen Unternehmen in Deutschland hat sich die GEPA nach dem Garantiesystem der WFTO prüfen lassen. Näheres zu Preisen und Auszeichnungen sowie zur GEPA allgemein unter www.gepa.de

Mitgliedschaften:
•    World Fair Trade Organization (WFTO)
•    European Fair Trade Association (EFTA)
•    Forum Fairer Handel (FFH)

 

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