Familie Patzschke trauert um Gründerzwilling Jürgen: Alles hat seine Zeit

  • Protagonisten klassisch-traditioneller Architektur über Grenzen Berlins hinaus bekannt
  • Stölzl: „Wir leben besser und schöner in Städten, seitdem Patzschkes ihre Fackel aufgesteckt haben“

Der Berliner Architekt Jürgen Patzschke ist verstorben. Viele haben ihn zusammen mit seinem Zwillingsbruder Rüdiger kennen gelernt. In ihren Bauten spürt man die Schönheit klassischer Vorbilder. Gemeinsam absolvierten sie ihr Architekturstudium in Berlin und gründeten 1968 im Alter von 29 Jahren ihr Planungsbüro in Berlin-Grunewald, wo sich noch heute eines der Büros befindet. Seit Ende der 1990er Jahre ist das Büro Patzschke als Protagonist einer klassisch-traditionellen Architektur über die Grenzen Berlins hinaus bekannt.

Mit seinen Entwürfen im klassischen Stil machte sich der 1938 in Radebeul bei Dresden geborene Architekt unter Architekturkritikern nicht nur Freunde. Als die Brüder im Auftrag der Kempinski-Gruppe das Hotel Adlon im Stil des historischen Vorbilds neu entworfen hatten, entfachten sie Ende der 1990er Jahre eine große Debatte. Für die Zwillinge war es leichter, ihre Überzeugungen zu formulieren und zu verteidigen, weil sie stets zu zweit waren. Mittlerweile betrachtet man die Stadtbildentwicklung im Sinne Patzschkes dagegen als stilprägend. Vieles, was heute ganz selbstverständlich erscheint, schien vorher undenkbar und ist nun Realität geworden.


Als Architekt war Jürgen Patzschke seit dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts einer der bedeutendsten Vertreter der neuen Traditionalisten. Seit er als junger Mann mitbekommen hatte, dass der Stuck der Fassaden der Gründerzeithäuser abgeschlagen wurde, wollte er einer Architektur, die eine Stadt unpersönlich macht, etwas entgegen setzen.

Mit weltweit mehreren hundert Projekten haben sich Patzschke Architekten inzwischen international einen Namen gemacht; gut ein Drittel davon prägt heute die deutsche Hauptstadt. Ihre klassisch-traditionelle Architektur drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern fügt sich mit dezenter Selbstverständlichkeit in das Stadtbild ein. Die zahlreichen Bauten werden Jürgen Patzschke stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.

Als Person konnte Jürgen mit jugendlichem Charme, Lässigkeit und Eleganz sofort einen ganzen Raum voller Menschen für sich einnehmen. Als Kind wollte er noch Förster werden, weil er die schwere Zeit nach dem Krieg mit der Mutter und seinen beiden Brüdern vor den bewaldeten Toren der Stadt verbracht hat. Aber schon Vater und Großvater waren Architekten und glücklicherweise tat er es ihnen gleich. Auch seine Kinder Till-Jonathan, Tatjana und Thaddäus sind in die väterlichen Fußstapfen getreten und führen heute gemeinsam mit seinem Neffen Robert Patzschke, Michael Mohnund Prof. Christoph Schwebel zwei große Planungsbüros mit rund 60 Mitarbeitern. Um die nächste Generation musste sich Jürgen also schon lange keine Sorgen mehr machen, aber er war mit Leib und Seele Architekt und hat bis zuletzt leidenschaftlich an neuen Entwürfen und Ideen gearbeitet.

Am 10. September ist Jürgen Patzschke in seinem Haus in Berlin-Wannsee im Kreis der Familie gestorben. Er wurde 81 Jahre alt.

Robert Patzschke, geschäftsführender Gesellschafter von Patzschke Architekten: „Wer uns kennt weiß, dass meine Cousinen, Cousins, mein Bruder und ich bei Jürgen und Rüdiger immer von unseren Vätern sprechen. Einer unserer Väter ist nun nicht mehr bei uns. Was aber bleibt, ist der Respekt, die Freude und auch der Stolz darauf, wie er sein Leben gestaltete, welches er eng mit Rüdiger teilte, sowohl beruflich als auch privat. Gemeinsam haben sie gestalterische Ideen verwirklicht, die den Menschen dienen. Für unsere Väter war und ist unsere Architektur nachhaltig, weil mit ihr nicht dieser ständige Wechsel auf der Suche nach der künftigen Architekturmode stattfinden muss.“

In seiner Laudatio zum 80-sten Geburtstag der Zwillinge nannte Prof. Dr. Christoph Stölzl, Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und Berliner Kultursenator a.D. Jürgen und Rüdiger wohlwollend „klassische Dissidenten“ und verglich die Errichtung des Adlon mit der Wirkung eines Paukenschlages: „Wir leben besser und schöner in Städten, seitdem Patzschkes ihre Fackel aufgesteckt haben.“

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