Impfen – ja oder nein?

Schon vor Corona war die Diskussion um das Impfen wieder aufgeflammt, ausgelöst durch gehäufte Fälle von Masern in Kitas und Kindergärten. Corona hat den Impfgegnern neuen Zündstoff geliefert. Eigentlich völlig grundlos, denn in Deutschland ist nie von einer Impfpflicht gegen Sars-Cov-2 gesprochen worden. Im Gegensatz z.B. zu Russland, wo demnächst wahrscheinlich Bürgerinnen und Bürger mit einem Wirkstoff „zwangsgeimpft“ werden, der alles andere als gesichert ist.

„Die Menschen in den Ländern, in denen wir Projekte betreuen, würden sich nichts sehnlicher wünschen, als ihre Kinder gegen alle Krankheiten impfen zu lassen, bei denen es einen zugelassenen Impfstoff gibt“, sagt Petra Windisch de Lates, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lebensbrücke. Die private Hilfsorganisation unterhält u.a. Projekte in Russland, Nepal und Liberia. In vielen Ländern ist der Zugang zu Impfstoffen z.B. gegen Masern, Röteln, Polio, Hepatitis B, Wundstarrkrampf oder Rotaviren mit hohen Hürden verbunden. Entweder, weil die Impfstoffe teuer sind, vor allem neue wie solche gegen Pneumokokken oder Rotaviren. Oder weil die existierenden Impfstoffe nicht auf den Bedarf in ärmeren Ländern zugeschnitten sind. „Dort würde niemand die Chance verpassen, sich und seine Familie impfen zu lassen,“ weiß Petra Windisch de Lates.

Warum ist in Deutschland ein gegenläufiger Trend zu beobachten?


„Junge Eltern heute haben keine Erinnerung an Zeiten, in denen hochgefährlichen Krankheiten bei uns präsent waren, Kinderlähmung, zum Beispiel. Oder Tuberkulose. Auch die Masern waren – dank flächendeckender Impfungen – so gut wie ausgerottet. Jetzt fragen immer mehr Eltern: Warum soll ich mein Kind der Gefahr einer Impfung aussetzen, deren Sinn sich mir nicht erschließt?“, erklärt Petra Windisch de Lates. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen in Russland und Afrika hält sie diese Entwicklung allerdings für viel gefährlicher als eine Impfung. „Wir erleben gerade, dass in einer globalisierten Welt Krankheiten nicht vor Ländergrenzen Halt machen. Neue, wie Covid 19, aber auch alte, wie Tuberkulose, Keuchhusten oder Kinderlähmung. Eine seuchenartige Ausbreitung kann eben nur durch Impfungen verhindert werden. Die potentiellen Gefahren, die von einer solchen Impfung ausgehen, sind für den Einzelnen in den allermeisten Fällen weniger schlimm als eine Erkrankung,“ sagt sie. „Das beweisen unzählige Studien, und das beweist die Tatsache, dass in den letzten Jahrzehnten in Deutschland praktisch niemand mehr an früher auch bei uns lebensbedrohlichen Krankheiten gestorben ist.“

Falsch verstandener Widerstand?

Impfgegner hat es immer gegeben. Durch die sozialen Netzwerke finden ihre Überzeugungen eine breite Plattform – und vermischen sich dort zunehmend mit Ideologien, Weltanschauungen und politischen Bewegungen. „Im Zuge der Anti-Corona-Proteste ist „impfen“ zur Gretchenfrage zivilen Ungehorsams geworden. Das geht nicht nur meilenweit am Thema vorbei, sondern ist brandgefährlich“, behauptet Windisch de Lates. Impfgegner denken nur an sich – und nicht an die Ansteckungsgefahr für andere, die im Fall einer Infektion von ihnen ausgeht.

„Ganz abgesehen davon, dass gegen Covid 19 noch gar kein Impfstoff am pharmazeutischen Horizont aufgetaucht ist, wäre ein generelles Nein zu bestehenden Impfungen z.B. gegen Masern eine Kampfansage an unsere solidarische Sozialgesellschaft – mit unübersehbaren Folgen für das Gesundheitssystem und dessen finanzielle Balance. Wenn keine Grundimmunität mehr besteht, werden wieder viel mehr Menschen an Masern erkranken, mit erheblichen Spätfolgen. Das können und dürfen wir uns nicht leisten. Aus finanziellen Gründen, vor allem aber aufgrund der gesellschaftlichen Verantwortung, die, so der Konsens in unserer Gemeinschaft, von allen für alle getragen wird.“

Impfen ist auch eine soziale Verantwortung

Letztendlich, so Windisch de Lates, ist die generelle Ablehnung von Impfungen ein Phänomen unserer „Wohlstandsgesellschaft“, die sich immer weiter vom Grundgedanken des gegenseitigen Miteinanders entfernt. „In ärmeren Gesellschaften wäre so eine Haltung undenkbar. Nur, weil wir den Luxus der Selbstbestimmung haben, sollten wir nicht unsere Gesundheit aufs Spiel setzen, und gleichzeitig die unserer Kinder, unserer Eltern – und dazu auch noch die von Menschen in anderen Ländern, für die wir dann plötzlich zu einer unberechenbaren Gefahr werden.“

Die Deutsche Lebensbrücke unterstützt u.a. 3 Kinderhilfsprojekte für Kinder in Russland, ein Schulprojekt in Monrovia/Liberia, ein medizinisches Hilfsprojekt für Frauen und Kinder in Monrovia/Liberia.

Über Deutsche Lebensbrücke e.V

Deutsche Lebensbrücke und Lebensbrücke International Deutschland sind humanitäre Hilfsorganisationen. Sie unterstützen z.T. seit über 30 Jahren bedürftige und kranke Kinder und ihre Familien in Deutschland und weltweit. Sie finanzieren ihre Projekte ausschließlich aus Spendengeldern. Vorstandsvorsitzende Petra Windisch de Lates: “Unser Motto: "Geben statt Reden". Wo Wege fehlen, schlagen wir Brücken. Auch bei uns brauchen immer mehr kranke Kinder und Familien in Ausnahmesituationen schnell und dringend Hilfe.“

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