Geflüchtete Akademikerinnen fit für den deutschen Arbeitsmarkt machen

Gestern fand an der Hochschule Kaiserslautern die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Aim – Geflüchtete MINT-Akademikerinnen in den Arbeitsmarkt“ statt, das für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin nominiert ist. Das Projekt zielt darauf ab, geflüchtete und zugewanderte Akademikerinnen mit einer Teilzeitweiterbildung, bestehend aus einem Mix aus Präsenz- und Online-Lehre, in den deutschen Arbeitsmarkt bringen.  

Hochmotiviert und in freudiger Erwartung fanden sich heute zwölf Frauen aus Indien, Iran, Paraguay, Polen, Russland, Syrien, der Ukraine und der Türkei in der Aula am Hochschulcampus Kaiserslautern ein. Sie alle haben in ihrer Heimat einen Hochschulabschluss in einem natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Fach erlangt und zum Teil schon einige Jahre Berufserfahrung hinter sich. Sie sind Elektroingenieurin, Bauingenieurin, Wirtschaftsingenieurin oder Informatikerin. Und sie alle wünschen sich, nun auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Zwar haben sie ausnahmslos eine Qualifikation, die auch hier gefragt ist, aber nicht immer klappt es auf Anhieb, eine ihrer Eignung angemessene Arbeitsstelle zu finden. „Manchmal liegt es daran, dass Fachwissen aufgefrischt werden muss oder dass den Bewerberinnen die Erfahrung fehlt, wie sie ihre Qualifikationen den Unternehmen richtig präsentieren“, weiß Projektleiterin Silke Weber.

Genau hier setzt die Qualifizierungsmaßnahme Aim an. In einer ersten Phase des Empowerments werden zunächst die Kompetenzen der Teilnehmerinnen ermittelt, die Deutschkenntnisse ausgebaut, überfachliche Kompetenzen sowie die deutsche Arbeitskultur vermittelt. In einer zweiten Phase steht die individuelle Qualifizierung auf dem Programm, in deren Zentrum die fachspezifische Qualifizierung steht. Dabei haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, an für sie passenden Lehrveranstaltungen an der Hochschule teilzunehmen sowie eine Praxisphase in einem geeigneten Unternehmen zu absolvieren. Ganz wichtig ist den Projektverantwortlichen jedoch auch die Vernetzung. Im Rahmen eines Mentoring-Programms werden die Frauen von Mentorinnen begleitet. „Durch diesen Kontakt erhalten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, ihr berufliches Netzwerk aufzubauen“ sagt Projektkoordinatorin Hanna Hettrich. Gemeinsame Besuche von Fachvorträgen und Messen geben der Mentoring-Beziehung einen Rahmen.


Mit erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung erhalten die Teilnehmerinnen ein Zertifikat, das den Lebenslauf aufwertet und potentiellen Arbeitgebern eine konkretere Vorstellung davon gibt, welches Potential in der Bewerberin steckt.

Die Auftaktveranstaltung stand unter anderem im Zeichen des gemeinsamen Kennenlernens und gab den Teilnehmerinnen schon jetzt die Möglichkeit, erste Allianzen zu schmieden, die eine gegenseitige Unterstützung zum Ziel haben.

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