„Europa. Deine Sprachen“: Start der Konferenzserie zur Mehrsprachigkeit in Europa

24 offizielle Amtssprachen, 60 Regional- und Minderheitensprachen, ungezählte Dialekte und Sprachvarianten: Europa ist ein Kontinent der Mehrsprachigkeit. Über den Mehrwert von Sprachenvielfalt für die europäische Gemeinschaft und ihre Rolle bei der Vermittlung europäischer Werte diskutierten am Abend des 8. Oktobers in der Vertretung der EU-Kommission in Berlin Fachexpert*innen aus Politik, Kultur und Sprache, darunter Staatsministerin Michelle Müntefering, der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann und die Professorin der Universität Hamburg Ingrid Gogolin. Die Konferenz wurde live über Zoom übertragen. Sie bildet den Auftakt einer Reihe von Konferenzen, die das Europanetzwerk Deutsch des Goethe-Instituts anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in Deutschland, Portugal und Slowenien durchführt.

Zur Eröffnung der Konferenz „Europa. Deine Sprachen“ am 8. Oktober sagte Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt: „Europa voranzubringen wird uns gelingen, wenn wir seine große Stärke nutzen: die Vielfalt seiner unterschiedlicher Perspektiven. Sprachliche Vielfalt gehört hier unbedingt dazu. Sie ist Teil von uns und sollte essenzieller Teil unseres europäischen Gesprächs sein.“

In seiner Impulsrede mit dem Titel „Die deutsche Sprache in Europa – warum Deutschförderung und Mehrsprachigkeit zusammengehören“ betonte Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, wie wichtig es sei, Mehrsprachigkeit in Europa zu fördern: „Sprache ist mehr als ein Werkzeug zur Verständigung. Sie ist eingebettet in einen jeweiligen kulturellen Kontext, sie ist ein Kulturträger. Mit Mehrsprachigkeit können wir uns in Europa nicht nur verstehen, sondern auch verständigen. Sie fördert die Mobilität und die gegenseitige Kenntnis. Auch die Integration ist ohne Sprachenvielfalt nicht denkbar. Und nicht zuletzt: Nur mit dem ernst gemeinten Prinzip der Mehrsprachigkeit hat Deutsch als Fremdsprache in Europa eine wirkliche Zukunft. Das Bildungssystem sollte die Mehrsprachigkeit viel stärker als Potenzial erkennen, nutzen und systematisch fördern. Das Goethe-Institut tritt entschieden für eine solche Förderung eines mehrsprachigen Europas ein!“


In der daran anschließenden Gesprächsrunde diskutierten Elke Kaschl Mohni, Leiterin des Goethe-Instituts Brüssel, Cyril Blondel, Leiter des Institut français in Deutschland, und Ignacio Olmos, Leiter des Instituto Cervantes in Berlin, Fragen wie: Warum haben wir ein gemeinsames Interesse an der Mehrsprachigkeit in Europa, wie können Kulturinstitute zusammenarbeiten und was können wir von Mehrsprachigkeit in Europa lernen?

Die Erziehungswissenschaftlerin und Professorin an der Universität Hamburg Ingrid Gogolin stellte zum Abschluss der Konferenz wichtige Erkenntnisse ihrer Forschungen zum Thema Mehrsprachigkeit in Europa vor: „Unsere jüngsten Studien zeigen, dass das Erlernen von weiteren Sprachen nicht – wie vielfach befürchtet – dazu führt, dass die für einen Bildungserfolg besonders wichtige Sprache der Schule nicht gut genug gelernt wird. Vielmehr stellen gute Kenntnisse mehrerer Sprachen einen Gewinn sowohl auf individueller, als auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene dar – besonders, wenn auch Lese- und Schreibkenntnisse damit verbunden sind.“

Die Konferenz bildet den Auftakt einer Reihe von Diskussionsveranstaltungen zur Rolle von Mehrsprachigkeit in Europa, die das Europanetzwerk Deutsch anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft organisiert. So finden drei weitere digitale Gesprächsrunden über Zoom bereits im Oktober statt. 2021 zieht die Konferenzserie „Europa. Deine Sprachen“, dem EU-Ratsvorsitz folgend, nach Portugal und Slowenien.

Link zum Livestream der Konferenz am 8. Oktober: www.goethe.de/europadeinesprachen/08_10

Weitere Informationen sowie das vollständige Programm von „Europa. Deine Sprachen“ finden Sie unter: www.goethe.de/europadeinesprachen

Diskussionsveranstaltungen im Oktober 2020:

15. Oktober (13:30-14:30 Uhr):
„Gemeinsam. Europa wieder stark machen. Welche Rolle spielen Kommunikation und Sprache(n) in Europa?“
Andreas Görgen, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt
Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts
Pia Ahrenkilde-Hansen, Generaldirektorin der GD Kommunikation, EU-Kommission
Béatrice Taulègne, Stellvertretende Direktorin, Gesetzgebungsarbeit, Ausschuss der Regionen
Jaroslav Zajíček, Stellvertretender Leiter der Ständigen Vertretung der Tschechischen Republik bei der EU
Moderation: Ralf Sina, Leiter des WDR-Studios in Brüssel
Anmeldung über: www.goethe.de/europadeinesprachen/15_10

22.Oktober (13:30-14:30 Uhr):
„Deutschland. Deine Nachbarn BE-NE-LUX. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit als Motor für die mehrsprachige Kommunikation?“
Martin Kotthaus, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Königreich Belgien
Wepke Kingma, Botschafter des Königreichs der Niederlande in Deutschland (tbc)
Jean Graff, Botschafter des Großherzogtum Luxemburg in Deutschland
Moderation: Kristina Cunningham, Leitende Referentin, GD Bildung, Erziehung und Kultur, EU-Kommission
Anmeldung über: www.goethe.de/europadeinesprachen/22_10

29. Oktober (13.30-14.30h):
„Deutschland. Deine Nachbarn Frankreich und Polen. Erfahrungsaustausch und neue Wege für die mehrsprachige Kommunikation“
Dr. Marek Prawda, Polen Leiter EU-Kommission in Warschau, ehemals Ständiger Vertreter Polens bei der EU und Botschafter Polens in Berlin
Christine Klos, Direktorin Europa und Interregionale Zusammenarbeit, Frankreich, Saarland
Norwegen – ein Nachbar der Europäischen Union
zu Gast: Petter Ølberg, Botschafter des Königreichs Norwegen in der Bundesrepublik Deutschland
Moderation: Ralf Sina, Leiter des WDR-Studios in Brüssel
Anmeldung über: www.goethe.de/europadeinesprachen/29_10

Eine Veranstaltung des Programms Europanetzwerks Deutsch des Goethe-Instituts anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in Zusammenarbeit mit der EU-Kommission – Generaldirektion Bildung und Kultur (DG EAC) sowie der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland. Das Europanetzwerk Deutsch wird gefördert durch das Auswärtige Amt.

Die Konferenzserie zur Mehrsprachigkeit in Europa ist eines von mehreren Projekten, die das Goethe-Institut anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft durchführt. Alle Informationen dazu finden Sie unter: www.goethe.de/eu2020

Über das Europanetzwerk Deutsch

Im Auftrag des Auswärtigen Amtes fördert das Goethe-Institut mit dem Programm Europanetzwerk Deutsch seit 1994 die deutsche Sprache als Arbeits- und Verfahrenssprache in den Europäischen Institutionen und lädt EU-Bedienstete sowie Ministerialbeamt*innen aus den EU-Mitgliedstaaten jährlich zu exklusiven Sprachkursen nach Deutschland ein. Neben dem intensiven Deutschunterricht, der speziell auf die Arbeitsschwerpunkte und die Sprachkenntnisse der Teilnehmenden abgestimmt wird, steht auch die Vermittlung eines umfassenden und aktuellen Deutschlandbildes sowie die Vernetzung mit beruflich relevanten Expert*innen aus deutschen Ministerien und Institutionen im Mittelpunkt dieser Kurse. Auf diese Weise fördert das Programm Europanetzwerk Deutsch die Netzwerkbildung zwischen relevanten Akteur*innen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft in Europa.

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