Ein Haustier unterm Weihnachtsbaum – ja oder nein?

Black Beauty, Lassie, Flipper oder Paw Patrol – die tierischen Serienhelden retten ihre Freunde aus gefährlichen Situationen. Sie sind Spielkameraden und Tröster, denen die Kinder die größten Geheimnisse anvertrauen. Das Tier als bester Freund – das gibt es nicht nur im Film.

Sollten wir unseren Kindern also ihren Wunsch nach Meerschweinchen, Hund & Co. erfüllen? Sollte vielleicht ein Hase am Weihnachtsbaum nagen? Wenn Sie gerade vor genau dieser Frage stehen, hier ein paar Entscheidungshilfen dafür – oder auch dagegen.


Allerbeste Freunde? Aber nur, wenn alles stimmt!

Ein Tier ist erwiesenermaßen gut für die Psyche, und zwar nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Haustiere motivieren zu Spiel und Bewegung drinnen und draußen, sie wecken versteckte Ressourcen, regen positive Gefühle an und fördern die Kommunikation, und zwar jenseits von Fernseher, X-Box und Tablet. Ein Haustier schenkt, wenn es richtig gehalten wird, bedingungslose Liebe. "Das tut gut!", weiß Petra Windisch de Lates.  Die Vorstandsvorsitzende der privaten Hilfsorganisation erklärt: "Studien belegen, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen, ein besseres Immunsystem haben. Vorschulkinder mit Haustieren entwickeln sich schneller als Gleichaltrige ohne Tier."

6 Fragen als Entscheidungshilfe

Das alles klappt allerdings nur, wenn das Tier selbst und das „Drumherum“ passen. Antworten Sie auf diese 6 Fragen, um zu sehen, ob und welches Haustier für Sie und Ihre Familie passt:

  • Gibt es bei Ihnen jemanden, der die Verantwortung für ein Haustier dauerhaft übernehmen kann und will?
    Diese Verantwortung sieht je nach Tierart völlig unterschiedlich aus. Während bei Katze, Maus, Hamster oder Meerschweinchen „nur“ das Futter zu verabreichen, der Käfig oder das Klo zu reinigen und etwas Spielzeit einzuplanen ist, muss ein Hund regelmäßig Gassi gehen, und zwar egal, wie groß oder wie klein er ist, auch bei Regen, Sturm und Schnee. In Notfällen muss der Hund auch mal nachts raus. Hier sind die Eltern also noch viel stärker in der Verantwortung.

    Generell gilt: Für welches Tier Sie sich auch entscheiden – Sie werden als Erwachsene immer mitverantwortlich sein. Nur so können Sie sicherstellen, dass es dem Tier immer gut geht.

  • Erlaubt unsere Wohnsituation das Halten eines Haustieres?
    Ein Tier braucht Platz – und zwar egal, ob Meerschweinchen, Fische, Katze oder Hund. Vermieter dürfen heute kein generelles Haustierverbot in den Mietvertrag schreiben. Trotzdem muss das Tier natürlich in das Haus oder die Wohnung passen. Dass in eine kleine Wohnung nur ein kleiner Hund gehört, ist übrigens ein weit verbreiteter Irrglaube. Zuhause sollte jeder Hund „abliegen“ und ausruhen. Zum Austoben sind die Spaziergänge da. Und die müssen für große wie kleine Hunde angemessen ausgedehnt sein.
  • Sind Sie bereit, monatlich im Durchschnitt 100 Euro für Ihr Haustier auszugeben – zusätzlich zur Anschaffung?
    Wieviel Geld wollen und können Sie für das Tier aufbringen? Ein Tier kostet richtig Geld. Nach der Anschaffung braucht es Stall/Körbchen/Terrarium o.ä., tägliches gutes Futter, Ausstattung wie Leine, Halsband, Spielzeug etc. Und ab und zu muss es auch zum Tierarzt, zum Impfen oder dann, wenn es krank ist. Das passiert leider auch bei Tieren. Man kann heute sogar schon eine Krankenversicherung für die lieben Vierbeiner abschließen!
  • Hat ein Familienmitglied eine Allergie gegen bestimmte Tiere?
    Besonders häufig sind Allergien gegen Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen. Es ist besser, das vor dem Tierkauf auszutesten.
  • Passt ein Haustier in unser Lebenskonzept?
    Das klingt erstmal abstrakt. Aber die Frage hat durchaus ihre Berechtigung. Sind Sie z.B. eine Familie, die sehr oft verreist, sollten Sie sich überlegen, was sie dann mit Ihrem Haustier machen. Mitnehmen geht eigentlich nur auf überschaubaren Auto- oder Zugfahrten und auch dann nur, wenn das Feriendomizil Tiere akzeptiert – und das Tier sich dort wohlfühlen wird. Zwei Wochen Strandurlaub im Hochsommer sind z.B. für einen Husky sicher eine Qual. Inzwischen kann man mit Hund fast überall hinfahren, allerdings zahlt man für den Vierbeiner extra, für die Fahrt im Zug und für die Unterkunft. Die Alternative ist, dass sich eine Vertrauensperson so lange daheim um Ihr Haustier kümmert. Das kann dann auch mit Kosten verbunden sein.
  • Können alle Familienmitglieder das Haustier uneingeschränkt respektieren?
    Gerade bei kleinen Kindern müssen Eltern von Anfang an eines klarstellen: ein Haustier ist kein Spielzeug, sondern ein Lebewesen mit einem eigenen Willen, den wir respektieren müssen. Am Schwanz ziehen, es durch die Wohnung jagen oder gar wie eine Puppe anziehen – all das geht gar nicht. Wenn das passiert, kann es sein, dass das Tier sich entweder wehrt – und zum Beispiel kratzt oder beißt, oder es wird krank. Im schlimmsten Fall kann ein falsch behandeltes Tier sogar sterben.

Alles klar? Na dann viel Spaß!

Haben Sie auf alle Fragen mit Ja geantwortet? Dann stehen Sie jetzt nur noch vor der Wahl des passenden Haustieres. Hierfür noch ein allerletzter Tipp von Petra Windisch de Lates: "Es ist immer eine gute Idee, im Tierheim nachzuschauen. Dort gibt es viele verlassene Kleintiere, die ein neues Zuhause suchen. Gerade bei Hunden und Katzen aber gilt: wenn Sie noch keine Erfahrung mit Haustieren haben, sollten Sie genau darauf achten, dass das Tier durch sein Vorleben nicht so geschädigt ist, dass Sie als Halter überfordert werden."

Über Deutsche Lebensbrücke e.V

Die Deutsche Lebensbrücke engagiert sich seit über 30 Jahren für arme und kranke Kinder in Deutschland und Europa. Vorstandsvorsitzende Petra Windisch de Lates: "Unser Motto: Geben statt Reden! Denn auch bei uns brauchen immer mehr kranke Kinder und Familien in Ausnahmesituationen schnell und dringend Hilfe." Die gemeinnützige Deutsche Lebensbrücke finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Weitere Informationen unter www.lebensbruecke.de

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