Handywerbung angeklickt und Abo eingehandelt?

  • Durch unbedachtes Antippen eines Werbebanners auf dem Handy landen viele Menschen in einer Abofalle.
  • Seit Februar 2020 sind Mobilfunkkunden besser vor untergeschobenen Abonnements geschützt. Ungewollte Abbuchungen auf der Mobilfunkrechnung sind seither deutlich zurückgegangen.
  • Dennoch bleibt es wichtig, die Handy-Rechnungen regelmäßig zu kontrollieren. Schutz vor ungewollten Abbuchungen bietet eine Drittanbietersperre. Sie kann kostenfrei beim Mobilfunkanbieter beantragt werden.

(VZ-RLP / 22.02.2021) In den vergangenen Jahren suchten viele Menschen Rat bei der Verbraucherzentrale, weil sie durch ein unbedachtes oder versehentliches Antippen einer Werbeanzeige auf dem Handy in einer Abofalle gelandet waren. Sie bemerkten die untergeschobenen Abos erst auf der Mobilfunkrechnung. Dort waren die Kosten meist als „Beträge anderer Anbieter“ aufgeführt. Nicht selten waren gleich mehrere solcher Drittanbieterkosten auf der Rechnung zu finden. Die abgebuchten Beträge reichten von 2,99 bis 9,99 Euro monatlich. „Seit 1. Februar 2020 müssen Mobilfunkunternehmen ihre Kunden besser vor kostenpflichtigen Abos schützen“, so Jennifer Kaiser, Fachberaterin Digitales bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „Dies hat zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden geführt.“

Reklamation gestaltet sich schwierig


Die Reklamation solcher Drittanbieter-Leistungen gestaltete sich in der Vergangenheit oft schwierig. Auf der Rechnung ist zwar ein Drittanbieter angegeben, allerdings handelt es sich dabei meist nur um die Abrechnungsfirma. Der eigentliche Abo-Betreiber bleibt unerkannt. Verbraucherinnen und Verbraucher mussten bei der Abrechnungsfirma und dem Mobilfunkanbieter die unzulässigen Kosten reklamieren. Oftmals erhielten sie erst dann die Kontaktdaten des eigentlichen Drittanbieters und mussten die Reklamation ein weiteres Mal vorbringen.

Die Bundesnetzagentur verpflichtet zum Redirect-Verfahren oder zur Mobilfunkgarantie

Seit Februar 2020 verpflichtet die Bundesnetzagentur die Mobilfunkanbieter zu einem Redirect-Verfahren. Das bedeutet: Beim Klick auf einen Werbebanner oder Button muss sich nun eine gesonderte Seite des Netzbetreibers öffnen, die auf die zusätzlich entstehenden Kosten hinweist. Erst wenn auf dieser Seite noch einmal bestätigt wird, dass man die kostenpflichtige Bestellung tatsächlich ausführen möchte, kommt der kostenpflichtige Dienst zustande.

Anbieter, die das Redirect nicht einführen wollten, mussten sich zu einer Mobilfunkgarantie verpflichten. Diese entspricht einer Art „Geld-zurück-Garantie“ für den Missbrauchsfall. Welche Anbieter diese Schutzmaßnahme eingeführt haben, kann auf der Internetseite der Bundesnetzagentur nachgelesen werden.

Was können Handy-Kunden tun?

„Wer sich vor ungewollten Abbuchung durch andere Anbieter schützen will, sollte trotz geänderter Rechtslage eine Drittanbietersperre einrichten lassen“, empfiehlt Kaiser. „Diese Sperre sorgt dafür, dass keine Abrechnung von Dritten über die Mobilfunkrechnung erfolgen kann.“ Die Drittanbietersperre ist kostenlos. Sie kann schriftlich oder telefonisch beim Mobilfunkanbieter beantragt werden.

Wichtige Hinweise und Formulierungshilfen stellt die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite unter https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/digitale-welt/mobilfunk-und-festnetz/drittanbietersperre-schutz-vor-ungewollten-abos-soll-besser-werden-12613 zur Verfügung.

Über den Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist eine anbieterunabhängige, überwiegend öffentlich finanzierte, gemeinnützige Organisation. Seit 60 Jahren informiert, berät und unterstützt sie Verbraucherinnen und Verbraucher in Fragen des privaten Konsums und vertritt Verbraucherinteressen bei Politik, Unternehmen und Verbänden. Die Verbraucherzentrale hat 19 Mitgliedsverbände und rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vorstand ist Ulrike von der Lühe.

Arbeitsschwerpunkte sind Digitales und Verbraucherrecht, Versicherungen und Finanzdienstleistungen, Energie und Bauen, Lebensmittel und Ernährung sowie Gesundheit und Pflege. Anlaufstellen für persönliche Beratung sind sechs Beratungsstellen und acht Stützpunkte in Rheinland-Pfalz. Ratsuchende können sich auch telefonisch oder per E-Mail beraten lassen. Unter www.verbraucherzentrale-rlp.de bietet die Verbraucherzentrale vielfältige Informationen und Musterbriefe. Sie meldet sich auch auf Facebook und Twitter zu Wort.

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