Wachsende Stadt macht Wasserwerk-Neubau in Wilhelmsbad notwendig

„Die baldige Großstadt Hanau braucht eine verlässliche Trinkwasserversorgung, die entsprechend ihrer zunehmenden Einwohnerzahl mitwächst“, benennt Oberbürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Claus Kaminsky das übergeordnete Ziel. Daher hat er zusammen mit Martina Butz, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hanau, und dem zuständigen Stadtwerke-Bereichsleiter Dr. Dirk Drescher den symbolischen ersten Spatenstich für ein neues Wasserwerk in Wilhelmsbad gesetzt – direkt neben dem alten.

Inbetriebnahme für 2023 geplant – Neue Leitung nach Mittelbuchen in Vorplanung


Die Baustelle wird dieser Tage in der Burgallee neben dem Herbert-Dröse-Stadion eingerichtet. Das mehr als drei Millionen Euro teure neue Wasserwerk soll voraussichtlich 2023 in Betrieb gehen.

OB Kaminsky erinnert daran, dass das seit 1912 betriebene Wasserwerk seinerzeit auch schon nötig gewesen sei, weil die Brüder-Grimm-Stadt damals wuchs. Denn mit der Eingemeindung von Kesselstadt und der gleichzeitigen Verlegung zweier Eisenbahn-Regimenter nach Hanau war der Verbrauch so stark gestiegen, dass eine weitere Trinkwasser-Förderanlage nötig wurde.

Das Wasserwerk Wilhelmsbad wird derzeit aus 23 Flachbrunnen im dortigen Wald gespeist und verfügt über zwei Trinkwasserspeicher mit je 2000 Kubikmetern Fassungsvermögen. „Der Neubau ersetzt das alte Pumpenhaus und die nicht mehr zeitgemäße Filteranlage durch modernste Technik“, erläutert Geschäftsführerin Butz. Die Leistung der Pumpen soll von 600 auf 700 Kubikmeter pro Stunde ausgelegt werden und damit mehr Trinkwasser liefern können als bisher. Zugleich werde die seither nach oben offene Filteranlage durch ein geschlossenes System ersetzt, erklärt Bereichsleiter Dr. Drescher.

Der Neubau ist so angelegt, dass zukünftig von Wilhelmsbad aus das Wasserwerk in Mittelbuchen unterstützt werden kann, so Drescher weiter. Hierfür sehen die Stadtwerke eine Leitung vom neuen Werk in den nördlichen Stadtteil vor.

Vor Beginn des Neubaus, der unmittelbar vor den eingeerdeten Tiefbehältern auf der Nordseite des Geländes entsteht, wurde das Abwasser- und Entwässerungssystem des Wasserwerks den aktuellen Erfordernissen in Wasserschutzgebieten angepasst. Damit ist nun eine Online-Überwachung bei auftretenden eventuellen Leitungslecks möglich.

„Die Stadtwerke sind strategisch hervorragend ausgerüstet und leisten einen kontinuierlich hohen Aufwand, damit auch weiterhin Trinkwasser in bester Qualität aus den Wasserhähnen aller Bürgerinnen und Bürger fließt“, würdigt OB Kaminsky abschließend.

Das Wasserwerk III in Wilhelmsbad ist eines von sechs, welche die Stadtwerke Hanau betreiben. Das gesamte Trinkwasser-Leitungsnetz in Hanau misst derzeit 367 Kilometer. Rund drei Viertel des Trinkwassers fördern die Stadtwerke aus Grundwasser. Ein Viertel beziehen sie aus dem Landkreis Offenbach, dem Vogelsberg und dem Spessart. 

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