Freikirchenforscher treffen sich online

APD Anlässlich der grassierenden Corona-Pandemie findet die Jahrestagung des Vereins für Freikirchenforschung (VFF) am 24. und 25. April online statt. Laut VFF-Geschäftsführer Reimer Dietze (Erzhausen) soll es bei der vorgesehenen Online-Tagung „keinerlei Abstriche am vorgesehenen Programm“ geben.

Die VFF-Jahrestagung 2021 sollte ursprünglich im Theologischen Seminar des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Erzhausen stattfinden. Diese Tagung nach 2020 ein weiteres Mal ausfallen zu lassen, wäre für den Vorstand des Vereins nicht in Betracht gekommen. Da in den zurückliegenden Monaten mit Foren und Veranstaltungen im Online-Format positive Erfahrungen gemachten worden seien, werde die Jahrestagung am letzten April-Wochenende in rein digitaler Form stattfinden. Dabei werde die Aussprache nach den einzelnen Vorträgen uneingeschränkt möglich sein, informierte Dietze.

Die VFF-Jahrestagung 2021 befasst sich mit der Frage „Gemeinschaft der Gleichen oder hierarchische Struktur? Erfahrungen von Ohnmacht und Vollmacht in Freikirchen“. In christlichen Kirchen und Gemeinden wird Menschen aufgrund eines Amtes eine gewisse Macht übertragen und damit auch Vollmacht gegeben, heißt es in der Einladung zur Tagung. Doch kann die Vollmacht der einen, manchmal auch die Ohnmacht der anderen bedeuten. Deshalb die Frage: Wo ist Machtausübung theologische legitim, wo beginnt und wie zeigt sich Machtmissbrauch?

Dazu gibt es Referate zu Themen, wie „Verständnis von Amt und Macht im Neuen Testament“, „Machtstrukturen in kongregationalistischen Gemeinden und Gemeindebünden“, „Charisma und Amt aus pfingstkirchlicher Perspektive“ sowie „Ohnmacht, Macht, Machtmissbrauch. Grenzüberschreitungen in der Gemeinde aus psychologischer Sicht“. Außerdem soll der Fragestellung nachgegangen werden, wie die neuen digitalen Erfahrungen zukünftig die Gemeinden beeinflussen.

VFF
1990 gründeten Theologen und Historiker aus verschiedenen Freikirchen den Verein für Freikirchenforschung. Initiator war Professor Dr. Robert Walton, seinerzeit Direktor des Seminars für Neue Kirchen- und Theologiegeschichte der Theologischen Fakultät der Universität Münster. Heute hat der Verein Mitglieder aus 27 Denominationen. Fach- und Laienhistoriker aus zwölf Ländern gehören ihm an. 180 Einzelpersonen und 21 Institute arbeiten zusammen, um wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen der Freikirchenforschung zu fördern.

Der VFF befasst sich mit theologischen und kirchengeschichtlichen Themen aus freikirchlichen Blickwinkeln. Er fördert wissenschaftliches Arbeiten im Rahmen der Freikirchenforschung. Dazu unterhält der Verein auch eine freikirchliche Fachbibliothek, die ihren Standort an der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg hat.

Darüber hinaus möchte der VFF Freikirchen bei der sachgerechten Archivierung von Quellenmaterial und beim Auf- und Ausbau von Archiven unterstützen.  Tagungsbeiträge und Forschungsberichte werden im Jahrbuch des Vereins für Freikirchenforschung veröffentlicht.

Das Programm der Tagung sowie ein Anmeldeformular sind auf der VFF-Homepage www.freikirchenforschung.de zu finden.

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