„Risiken für einen Kontrollverlust bei der US-Inflation höher als in der Eurozone“

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat trotz des sehr starken Inflationsanstiegs auf 5,0 Prozent im Mai keine Änderungen ihrer Geldpolitik vorgenommen. Die Leitzinsen verbleiben weiterhin im Korridor von 0,0 bis 0,25 Prozent. Ebenso wenig hat der Zentralbankrat der Fed eine Verringerung der Wertpapierkäufe beschlossen. Prof.  Dr.  Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

„Es sind im Kern zwei Argumente, mit denen die Fed die Fortsetzung ihres expansiven Kurses rechtfertigt. Erstens sei der starke aktuelle Inflationsdruck ein vorübergehendes Phänomen. Und zweitens müsse die Zentralbank auch ihrem neben der Preisstabilität gleichberechtigten Ziel gerecht werden und die US-Arbeitsmärkte bei ihrer Rückkehr zur Vollbeschäftigung unterstützen. Zumindest am ersten Argument sind angesichts markant gestiegener langfristiger Inflationserwartungen Zweifel angebracht. Es ist durchaus denkbar, dass der durch Sondereffekte geprägte kurzfristige Inflationsschub nur der Auftakt für eine dauerhaftere Inflationsdynamik ist. Fed und EZB betreiben derzeit ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Für die USA sind die Risiken für einen Kontrollverlust bei der Inflation aufgrund der für Friedenszeiten einmalig expansiven Fiskalpolitik sogar noch höher als für die Eurozone.“

Über ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

Das ZEW in Mannheim forscht im Bereich der angewandten und politikorientierten Wirtschaftswissenschaften und stellt der nationalen und internationalen Forschung bedeutende Datensätze zur Verfügung. Das Institut unterstützt durch fundierte Beratung Politik, Unternehmen und Verwaltung auf nationaler und europäischer Ebene bei der Bewältigung wirtschaftspolitischer Herausforderungen. Zentrale Forschungsfrage des ZEW ist, wie Märkte und Institutionen gestaltet sein müssen, um eine nachhaltige und effiziente wirtschaftliche Entwicklung der wissensbasierten europäischen Volkswirtschaften zu ermöglichen. Durch gezielten Wissenstransfer und Weiterbildung begleitet das ZEW wirtschaftliche Veränderungsprozesse. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Derzeit arbeiten am ZEW Mannheim rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Forschungsfelder des ZEW

Arbeitsmärkte und Personalmanagement; Digitale Ökonomie; Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik; Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement; Marktdesign; Soziale Sicherung und Verteilung; Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft, Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik.

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