Film- und Medienstiftung NRW vergibt 473.000 Euro für 15 Low Budget-Projekte

Die Förderung geht an drei Spielfilme, zwei Dokumentarfilme, zwei Kurz-, vier Animations- und Experimentalfilme sowie zwei Drehbücher und zwei Projektvorbereitungen.

Spielfilm

„Die Siedler“, Produktion: Sutor Kolonko, Buch: Felipe Gálves, Antonia Girardi, Regie: Felipe Gálvez, Förderung: 70.000 Euro 
Im Jahr 1901 artet eine vermeintliche Erkundungsmission im Süden Chiles zu einer brutalen Jagd auf die indigenen Ona aus. Als acht Jahre später ein direkter Gesandter des Präsidenten das inzwischen besiedelte Land besucht, sieht der damalige Teilnehmer Segundo die Chance, sein Gewissen zu bereinigen. „Die Siedler“ ist das Langfilmdebüt des chilenischen Regisseurs Gálvez, dessen dritter Kurzfilm bereits in der Semaine de la Critique in Cannes zu sehen war.

„Dieses Leben“, Produktion: Marcelo Busse Filmproduktion, Buch und Regie: Philipp Hönig,
Förderung: 60.000 Euro 

Fünf Menschen, fünf Fragestellungen, fünf Leben: Wie ähnlich empfindet jeder Einzelne? Und wie tief kann das Verständnis füreinander sein, wenn man sich begegnet – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Alter und sozialem Status? Philipp Hönig erhielt 2018 für „Dieses Leben“ ein Wim Wenders Stipendium.

„Who Killed Narciso?“, Produktion: Pandora Film, Buch und Regie: Marcelo Martinessi, Förderung: 55.000 Euro 
Paraguay 1959. Die verschlafene Hauptstadt Asunción wird von einem Verbrechen erschüttert. Der 28jährige Narciso, Moderator der populären Rock ‘n‘ Roll-Show des Radio Senders Radio Americana, wurde ermordet. Aufgrund seiner Homosexualität vermuten die Behörden des Militärregimes ein Verbrechen aus Leidenschaft. Eine Jagd nach allem vermeintlich „Amoralischen“ beginnt. Das Debüt des paraguayischen Regisseurs Marcelo Martinessi, „Die Erbinnen“, wurde ebenfalls von der Filmstiftung gefördert und u.a. auf der Berlinale mit zwei silbernen Bären ausgezeichnet.

Dokumentarfilm

„Blix“, Produktion: CORSO Film, Buch und Regie: Greta Stocklassa, Förderung: 60.000 Euro 
Am Ende seines Lebens wirft der Diplomat Hans Blix einen Blick zurück auf sein Leben. Der Schwede war als Leiter der Kommission für Überwachung, Überprüfung und Inspektion der Vereinten Nationen vor 17 Jahren im Irak. Ist dieser stille, unauffällige Mann, der sich sein ganzes Leben lang immer um Beschwichtigung bemüht hat, mit verantwortlich für Völkermorde, Kriege und Millionen verlorener Leben? Ein einzigartiger Blick hinter die Kulissen der Weltpolitik und der internationalen Diplomatie. „Blix“ ist das zweite Langfilmprojekt der tschechisch-schwedischen Nachwuchsregisseurin Greta Stocklassa.

„Never Ever“, Produktion: Portrait Me, Buch und Regie: Anna Hepp, Förderung: 45.000 Euro 
„Never Ever“ erzählt von den Höhen und Tiefen alleinerziehender Eltern mit Herz, Verstand und Humor, authentisch, respektvoll. Der Portraitfilm will mit Vorurteilen und Stereotypen aufräumen und normative Rollenmodelle hinterfragen. Die zweijährige Recherche und persönliche Erfahrungen bilden die Grundlage für Regisseurin Anna Hepp, die an der KHM studierte.

Kurzfilm

„In Ewigkeit Ameisen“, Produktion: öFilm Dörr & Schlösser, Buch: Wolfram Lotz, Regie: Hannah Dörr, Förderung: 25.000 Euro 
Professor Schneling-Göbelitz im Rollstuhl und sein Assistent Müller sind auf der Suche nach der bis dato unentdeckten Blauen Ameise im Wald – zeitgleich zum atomaren Super Gau und dem Untergang der Menschheit. Eine schwarze Komödie, die die Absurdität des Umgangs der Menschen mit dem Planet Erde zeigt. Hannah Dörr studierte an der KHM. Ihre Filmarbeiten wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

„Dreck“, Produktion: Apostolos Sivridis, Buch und Regie: Lucas Brunelli Donnard, Förderung: 25.000 Euro 
Otto O. Stein, Erbe und Führer eines reichen Kohlebergbauimperiums, befindet sich in der Endphase seines Lebens. Während sich Deutschland vom Steinkohlebergbau abwendet und die einst gut versteckten Verbrechen der Branche die nationalen Nachrichten beherrschen, bereitet sich Stein auf eine weitere Nacht der Abgeschiedenheit in seiner noblen Villa vor. Doch egal wie sehr sich der alte Tycoon bemüht, seinen eigenen Dreck zu beseitigen, die jahrelange moralische Korruption taucht in Form von überquellendem Dreck wieder auf – im wahrsten Sinne des Wortes. Regisseur und Autor Lucas Brunelli Donnard, Kameramann Fabian Klein und Produzent Apostolos Sivridis haben an der ifs Köln studiert.

Animations/Experimentalfilm

„CLA-2043“, Produktion, Buch und Regie: Sunjha Kim, Förderung: 20.000 Euro 
Der Experimentalfilm der KHM-Absolventin Sunjha Kim erzählt vom humanoiden Roboter „CLA“ und Dr. Paul Hofmann, der ein spezifisches Mimik-Training leitet. Der Unterricht gerät langsam außer Kontrolle, weil „CLA“ wahnsinnig viel lacht. Paul bricht ebenfalls anfallartig in lautes Lachen aus und kann nicht mehr aufhören. Kann Lachen ansteckend sein zwischen Mensch und AI-Roboter?

„Hans“, Produktion und Buch: Sophie Biesenbach-Jansen, Regie: Sophie Biesenbach-Jansen, David Jansen, Förderung: 20.000 Euro 
In einer postapokalyptischen Eiswüste hat sich der Vulkanologe Hans in seiner Station eine lebenserhaltende Festung eingerichtet. Unter den unerbittlichen Bedingungen der Umwelt und der ständigen Bedrohung eines Ausbruchs des naheliegenden Vulkans arbeitet er unermüdlich an der Vollendung eines mysteriösen Bauprojektes. Gemeinsam mit Sophie Biesenbach-Jansen verfasste David Jansen auch schon das Drehbuch zu „Däwit“, seinem Abschlussfilm an der KHM, der seine Premiere bei der Berlinale feierte und mehrfach ausgezeichnet wurde.

„Das Finale“, Produktion: Vamos Animation, Buch: Álvaro Parilla Alvarez, Regie: Álvaro Parilla Alvarez, Diana Menestrey, Förderung: 20.000 Euro 
Die kleine Manu wird alles tun, um das große Finale ihrer Fußballmannschaft mit ihrem Opa zu sehen, auch wenn sie dabei durch die ganze Stadt jagen muss. Das Kölner Animationsstudio Vamos Animation durchlief 2016 das Programm des MGZ. Álvaro Parilla Alvarez und Diana Menestrey studierten an der KHM.

„Brewberry Spell“, Produktion, Buch und Regie: Annika Nimz, Förderung: 20.000 Euro 
Die schüchterne Hexe Olivia verliebt sich in die wunderschöne Barista Connie. Doch wegen ihres ungewöhnlichen Aussehens traut sich Olivia nicht, ihre große Liebe anzusprechen und unternimmt gefährliche, magische Schritte, um ihr Antlitz zu verändern. Doch schwarze Magie hat auch immer Kleingedrucktes, das beachtet werden sollte. Die Illustrationskünstlerin Annika Nimz aus Köln animiert die Liebesgeschichte.

Drehbuchförderung

„Pilgrimage“, Buch: Shimpei Takeda, Förderung: 10.000 Euro 
Der Düsseldorfer Künstler Shimpei Takeda verfasst ein Sci-Fi Drama über Menschen, die sich in die VR-Social-App „Pilgrimage“ flüchten, sich dort politisch radikalisieren und Realität sowie virtuelle Welt vermischen. Ein Film über die Realität aus der Perspektive von VR, um Themen wie Rassismus, Queerness und Migration.

„Trocken“, Buch: Adrian Draschoff, Benedikt Schmitz, Förderung: 10.000 Euro
Ein Low-Budget Coming-of-Late-Age Dramedy Kammerspiel in zweieinhalb Akten: Ein gemeinsamer Abend von vier Freunden nimmt ein unerwartet abruptes Ende, worauf sie sich erst Jahre später zufällig wiedersehen – nur um feststellen zu müssen, dass sie längst nicht mehr dieselben sind, da eine Pandemie aller Leben auf verschiedene Weise verändert hat.

Projektvorbereitungsförderung

„Yuraq Janka – Die Weißen Berge“, Produktion, Buch und Regie: Yasmin Angel, Alexander Luna, Förderung: 18.000 Euro
KHM-Absolventin Yasmin Angel und ifs-Absolvent Alexander Luna bereiten ihren gemeinsamen Dokumentarfilm vor. Im größten eisbedeckten tropischen Gebirge der Welt, im Herzen der peruanischen Anden, begegnen sie lokalen Bergführer:innen, die zu wahren Hüter:innen dieser gefährdeten Gletscher geworden sind. Menschen, die sich der für Tausende Andenbewohner:innen lebensbedrohlichen Lawinengefahr stellen und sich bemühen, ein weltweites Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels zu schaffen.

„Kineret“, Produktion, Buch und Regie: Leri Matehha, Förderung: 15.000 Euro
Die KHM-Absolventin Leri Matehha erhielt bereits ein Wim Wenders Stipendium. Nun bereitet sie ihr Langfilmdebüt vor. Ein impressionistisches Filmessay über einen verschlafenen Vorort in Israel, in dem ältere postsowjetische Migrant:innen abgeschottet vom Rest der Gesellschaft wohnen. In einer subjektiven Art sucht der Film nach einer globalen, jüdischen Identität, jenseits eines Nationalstaates.

Als Jury für die Förderentscheidungen im Bereich Produktion benannte das Filmbüro NW die Dokumentarfilmregisseurin Tama Tobias-Macht, den Spielfilmregisseur Dennis Todorocic sowie die Produzentin Laura von Portatius.

Nächster Einreichtermin für die Vereinfachte Förderung Produktion wird in Kürze auf der Homepage der Film- und Medienstiftung NRW bekannt gegeben. 

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