Werbeverbote: Debatte um Übergewicht muss im gesamten Kontext gesehen werden

Zum gemeinsamen Policy Brief des AOK-Bundesverbands, des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) und der Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) zum Werbeverbot für "ungesunde" Lebensmittel, die sich an Kinder richten, erklärt Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands Deutschland:

"Es ist unstrittig, dass die Corona-Pandemie bei den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft gesundheitliche Spuren hinterlassen hat, sowohl körperlich als auch seelisch. Es ist aber bemerkenswert, dass sowohl eine Krankenkasse als auch vermeintliche medizinische Fachgesellschaften der Meinung sind, dass sich die Problematik mit einem Werbeverbot lösen lässt. Getreu dem Motto, wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein. Gerade die letzten Monate haben gezeigt, wie wichtig das soziokulturelle Umfeld, Bewegungsmangel und Fehlernährung als Faktoren bei der Übergewichtsentwicklung sind. Kinder haben sich aufgrund von Kita- und Schulschließungen sowie der Schließung von Sportstätten zum Teil erheblich weniger bewegt – was in dem Positionspapier der Allianz überhaupt keine Erwähnung findet – und dafür zum Teil mehr Energie über die Nahrung aufgenommen als sie benötigen. Gleichzeitig klagen Kinder zunehmend über Ein- und Durchschlafprobleme, über Bauch- und Kopfschmerzen, Übelkeit oder gar Appetitlosigkeit – wie die in der Pressemitteilung zitierte Studie aus der Region Hannover ebenfalls zeigt. Das Problem ist also komplex! Wir sind der Meinung, dass wir als Gesellschaft hier alle zusammenarbeiten müssen und jeder seinen Teil leisten muss. Die Lebensmittelwirtschaft reduziert in vielen Lebensmitteln Zucker, Fett und Salz, nämlich da, wo es technologisch und geschmacklich sinnvoll ist. Wir haben zudem bereits umfassende Regelungen im Bereich der Werbung, die sich an Kinder richtet und sind gerne bereit gemeinsam mit der Politik nach weiteren konstruktiven Lösungen zu suchen. Was wir außerdem brauchen sind niedrigschwellige und partizipative Angebote der Gesundheitsförderung und eine zielgruppengerechte Aufklärung über die Zusammenhänge der Gewichtsentwicklung und die Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung, zu der jedes Lebensmittel, aber natürlich in Maßen, zählen kann. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstitut INSA Consulere im Auftrag des Zentralverbands der Deutschen Werbewirtschaft aus Mai 2021 möchten übrigens 71 Prozent der befragten Mütter und Väter weiterhin über Produktneuheiten und Innovationen im Lebensmittelbereich mittels Werbung informiert werden. Gleichzeitig gab die deutliche Mehrheit der Befragten, nämlich 76 Prozent, an, dass sie sich selbst in der Verantwortung sehen, wenn es um eine ausgewogene Ernährung ihrer Kinder geht."

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