Bundesregierung sollte Gas in Afrika beschaffen

„Damit die Unabhängigkeit von russischen Energieimporten gelingt, sollte die Bundesregierung jetzt alle Länder ins Auge fassen, die für die Beschaffung von Erdgas in Frage kommen. Die Reisen des Wirtschaftsministers in die USA und nach Katar waren ein richtiger Anfang, aber Herr Habeck sollte jetzt auch schnell in Afrika vorstellig werden“, fordert Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft.

„Während der italienische Außenminister aus dem gleichen Grunde im vergangenen Monat Länder wie Angola, Mosambik oder Kongo besucht hat, nutzt die Bundesregierung bislang das Potential auf unserem Nachbarkontinent offenbar noch nicht. Es gibt aber gute Gründe, dies zu tun“, so Stefan Liebing.

„Der afrikanische Kontinent kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Deutschland und Europa schneller von russischem Erdgas unabhängig werden. Gasproduzenten wie Nigeria, Angola, Kamerun und Äquatorialguinea könnten auch kurzfristig Flüssigerdgas (LNG) liefern. Hinzu kommt die Möglichkeit, aus Algerien direkt mehr Erdgas über bestehende Pipelines nach Europa zu beziehen“, erklärt der Vorsitzende des Afrika-Vereins.

„Auch wenn das für den Moment nur in kleinerem Umfang möglich ist, da weltweit 80 bis 90 Prozent des LNG durch langfristige Verträge bereits verkauft ist, so könnte doch von den verbleibenden 10 bis 20 Prozent einiges nach Deutschland gehen. Der Krieg Russlands in der Ukraine zeigt doch, dass wir uns in Zukunft breiter aufstellen müssen, wenn es um die Beschaffung von Erdgas geht“, sagt Stefan Liebing.

„Damit Deutschland auch längerfristige Verträge über regelmäßige Lieferungen von LNG abschließen kann, muss in Gasförderung oder Verflüssigungsanlagen investiert werden. Möglicherweise muss sich der Bund selbst zumindest indirekt in diesem Bereich engagieren, da deutsche Energieversorger sich bislang auf diesem Feld nicht als Investoren betätigen. Das war ja auch das Ergebnis des Besuches des Wirtschaftsministers im Nahen Osten. Der Unterschied zwischen dem Nahen Osten und Afrika ist jedoch, dass einige der bestehenden Anlagen in Afrika vergleichsweise kurzfristig erweitert werden können. Insbesondere im Golf von Guinea im Zusammenwirken von Nigeria, Kamerun und Äquatorialguinea scheint das möglich zu sein. Die dort bereits bestehende Infrastruktur muss lediglich ausgebaut, erweitert und optimiert werden“, so der Vorsitzende des Afrika-Vereins.

„Das wären dann auch Investitionen in eine nachhaltige Energieversorgung, denn bestehende Anlagen zur Gewinnung von LNG könnten mittelfristig auf die Produktion von grünem Wasserstoff umgestellt werden. Viele Länder in Afrika sind durch ihre guten Voraussetzungen für die Gewinnung von Sonnen- und Windenergie genau dafür prädestiniert. Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilem Erdgas insgesamt zu reduzieren, ist der einfachste Weg, grünen Wasserstoff in Afrika zu erzeugen“, schließt Stefan Liebing.

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