SWB machen mit beim Energiesparen

Bonn macht das Licht aus! Und das für einen guten Zweck. Denn nicht nur die Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, Energie zu sparen für den Fall eines möglichen Gasmangels. Die Stadtwerke Bonn (SWB) unterstützen die Stadt Bonn dabei, den Energiebedarf ebenfalls herunterzufahren. Doch nicht nur Wahrzeichen bleiben abends dunkel – auch die Stadtwerke gehen bei eigenen Gebäuden mit gutem Beispiel voran.

"Wir stehen als lokaler Versorger an der Seite der Stadt Bonn in ihrem Bemühen, den Energieverbrauch zu reduzieren", betont SWB-Geschäftsführer Marco Westphal. Zum einen sind die Stadtwerke Bonn mit der Energiesparkampagne "Macht was aus!" an den Start gegangen. Diese liefert Verbraucherinnen und Verbrauchern Tipps für den Alltag. "Zudem unterstützen verschiedene unserer Gesellschaften das Anliegen ganz konkret", kündigt Westphal an.

HKW und MVA reduzieren Beleuchtung

So präsentiert sich das Heizkraftwerk (HKW) Nord an der Karlstraße nunmehr bewusst farbloser in den Nachtstunden. „Unsere Elektriker haben die Beleuchtung der SWB-Logos am Abhitzekessel sowie der Schriftzüge am Dampfturbinen-Maschinenhaus ausgeschaltet“, sagt Rolf Driller, Technischer Mitarbeiter des HKW. Am Abhitzekessel selbst sieht man aufgrund der Glasfassade allerdings weiterhin die Beleuchtung des Kesselhauses. „Diese können wir nicht ausschalten, da dort Flucht- und Rettungswege verlaufen und es ein Arbeitsbereich ist“, erklärt Driller.

Die Müllverwertungsanlage (MVA) hat ihre Außenbeleuchtung schon seit Längerem auf das Mindeste reduziert. „Aus Sicherheitsaspekten können wir nicht überall darauf verzichten“, sagt Manfred Becker, Geschäftsführer von SWB Verwertung. Wegfallen soll bald auch das charakteristische grüne Licht, das die Fassade der MVA im Dunkeln ziert. "Zudem sind da, wo es möglich war, energiesparende LED-Lampen und Bewegungsmelder eingesetzt worden", führt Becker weiter aus. 

BCP steuert das Licht in Parkhäusern anders

Bei der Bonner City Parkraum (BCP) hat man sich ebenfalls Gedanken gemacht, wie man den Energieverbrauch zurückfahren kann. „Wir haben die Auslastung in den Garagen analysiert und werden die Beleuchtung in den Abend- und Morgenstunden herunterfahren“, sagt BCP-Geschäftsführerin Tamara Conradi. Heißt, wenn die obersten zwei Etagen ausreichend freie Stellplätze aufweisen, muss in den unteren noch kein Licht an sein.

„Unsere Mitarbeiter steuern das manuell, können also auf neue Situationen schnell reagieren“, so Conradi. Allerdings gibt es auch schon Parkhäuser im Portfolio, wo Präsenzmelder den Energieverbrauch automatisch drosseln. In der Garage an der Bonner Uni zum Beispiel wird es nur hell, wenn ein Auto einen Sensor passiert. Die Lüftungen, teilt die Geschäftsführerin mit, laufen seit Längerem nur nach Bedarf. Die BCP betreibt in Bonn neun Parkhäuser.

Wahrzeichen bleiben dunkel

Oberbürgermeisterin Katja Dörner hatte ein erstes Maßnahmenbündel verkündet, um der Energiekrise entgegenzutreten. Dazu zählt auch, repräsentative Gebäude nicht mehr zu beleuchten. Insofern hieß es in der Leitwarte von Bonn-Netz: „Anstrahlung aus“. Die SWB-Tochter übernimmt im Auftrag der Stadt Bonn die Zierbeleuchtung von 34 Straßenzügen sowie das Anstrahlen von insgesamt 59 Wahrzeichen und Gebäuden in allen vier Stadtbezirken.

„Das automatische Einschalten der Anstrahlung ist somit deaktiviert. Wenn die Lichter spontan eingeschaltet werden sollen, ist dies nur noch von Hand über die Rundsteuerzentrale in der Netzleitstelle möglich“, sagt Jürgen Schwenteit, Leiter Netzbetriebsführung bei Bonn-Netz. Vorerst abgestellt sind die Zierleuchten zum Beispiel an Heuss- und Adenauer-Allee, Clemens-August-Straße, Friedrich-Breuer-Straße, Roncallistraße oder Martin-Luther-Allee. Wahrzeichen wie die Universität Bonn, das Ernst-Moritz-Arndt-Haus, die Godesburg, die Kurfürstliche Zeile, das Poppelsdorfer Schloss oder das Alte Rathaus am Markt bleiben nachts genauso dunkel wie diverse Kirchen, darunter die Doppelkirche in Schwarzrheindorf oder das Bonner Münster. 

Energieverbrauch sinkt um ca. 47.000 kWh

Ein erster wichtiger Schritt, der sich auch in Zahlen ausdrückt. „In der Anstrahlung haben wir circa 32 kW installiert und in der Zierbeleuchtung etwa 9 kW“, sagt Matthias Wilbert, Fachbereichsleiter Stromnetze bei Bonn-Netz. Bei circa 1110 Betriebsstunden im Jahr ergibt sich daraus ein Gesamtverbrauch von 46.620 kWh. Das entspricht dem Jahresverbrauch für Beleuchtung von circa 140 Bonner Drei- bis Vier-Personen-Haushalten – eine enorme Einsparung mit nur einem Abschaltklick.

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