Goethe reist nach Italien – warum?

Was mag Goethe bewogen haben, am 3. September 1786 um 3 Uhr früh die Sommerfrische in Karlsbad zu verlassen und mit der Eilkutsche fluchartig nach Süden aufzubrechen? Gründe und Hintergründe seiner scheinbar hinlänglich bekannten italienischen Zitronenreise wurden zum Sommerfest im Goethe Gartenhaus 2 mit einer bekömmlichen Mischung aus Fakten und Spekulationen beleuchtet. Mit der Frage nach dem Warum feierten die geladenen Gäste in Bad Sulza am vergangenen Samstag den 273. Geburtstag des wohl berühmtesten Weimarers. Nach drei vergeblichen Anläufen ließ dieser es sich im Jahre 1786 nun nicht nehmen, das Land der Verheißungen nicht nur im Geiste zu bereisen. Er befand sich in einer persönlichen Krise, denn als Geheimrat Herzog Carl Augusts stand er mehr im Dienste des Staates als künstlerische Höchstleistungen zu vollbringen. Oder steckte mehr dahinter?

Zu Beginn der Veranstaltung wandten sich Birgit Raebel, Vorstandsmitglied des Kunstvereins Apolda Avantgarde, und Michael Leiprecht, 1. Vorsitzender der Wirtschaftsfördervereinigung Apolda-Weimarer Land, mit einem Grußwort an das Publikum. Anschließend hatte Micky Remann, Vorstandsmitglied des Kunstvereins und Kulturdirektor der Toskanaworld, das Wort. Als geistiger Vater der Veranstaltung führte er wortgewandt durch den Abend, kongenial sekundiert vom Weimarer Entertainer und Songwriter Andreas Max Martin.

Das Duo trug einen humorvollen Gedankenaustausch vor, gespickt mit originalen Goethe-Zitaten, um in sieben Gründen darzulegen, warum er regelrecht nach Italien floh. Naheliegenderweise hatte er Sehnsucht nach der Sonne, die heimische Lage gestaltete sich als verregnet und trist. „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“ schwärmt Goethe in seinem berühmten Gedicht, das er schrieb, lange bevor er es tatsächlich bereiste. In seiner Fantasie war er schon als Kind oft dort gewesen, nun wurde die Sehnsucht endlich Realität und seine Reisetagbücher prägen unser Italienbild bis heute.

Dabei erfuhr das Publikum, dass der große Goethe gelegentlich recht banal über das Wetter zu schwadronieren verstand. Auch zogen ihn die herrlichen italienischen Obstsorten an, bei denen stets eine gewisse Erotik durchscheint, wenn sie von Frauen serviert werden, saftig und weich, nicht so bitter und hart wie Stein daheim… Die Geliebte Frau von Stein hatte ihm Manieren beigebracht, ihn aber auch Enthaltsamkeit gelehrt. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als die Liebe in der Fremde zu suchen, denn, wie er in den Römischen Elegien verkündet, „ohne die Liebe wäre die Welt nicht die Welt, wäre Rom nicht Rom“. Erlösung findet Goethe in den Armen von Faustina, einer erdichteten Geliebten, die dennoch auf einer echten Begegnung beruht. Vermutlich war sie die Nichte des Gastwirtes und Kellnerin in der „Osteria della Campana“, der „Weinstube Zur Glocke“, in der Goethe unzweifelhaft im Gedanken an die Apoldaer Tradition regelmäßig einkehrte.

Die Osteria war in Bad Sulza nachgebaut worden, sodass die Gäste der Goethe-Geburtstagsfeier das folgende Schauspiel mit Remann und Martin authentisch nacherleben konnten. Höhepunkt war Goethes Zusammentreffen mit Faustina, in deren Rolle Gastmusikerin Christina Rommel geschlüpft war, pikant zu verfolgen. Schmackhaft für Auge und Gaumen ging es dann am Buffet zu, das vom Gastronomenteam des Hotels an der Therme liebevoll an das Thema angepasst wurde. Die zur Vorspeise gereichten Schiefertafeln stammten sogar aus einem italienischen Steinbruch. Goethes wertgeschätzter Sardellen-Salat, Saltimbocca von der Hähnchenbrust, Pasta Frutti die Mare und Tiramisu mit Blutorangeneis ergaben eine Ode an die italienische Kochkunst.

Christina Rommel und Band verwöhnte ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit einer Stimme sprühend vor Energie und Leidenschaft wie das südländische Lebensgefühl. Die Musikerin, Songschreiberin und Frontfrau gab deutschen Rock in souliger Leichtigkeit zum Besten. Mit ihren einmaligen Schokoladenkonzerten bietet sie nicht nur in Deutschland musikalischen Genuss für alle Sinne. Sie performte anregend „Blick von oben“ und „Perfekter Sommertag“, gab schon Songs ihres Albums, das erst 2023 erscheint, preis und rezitierte sinnlich Goethes Verse, die ihr Leben prägten.

Zum späten Abend hin brachte der Projektionskünstler Falk Schmidt beeindruckendes Videomapping auf die Fassade des Bad Sulzaer Goethe Gartenhaus 2. So prangte Goethes Konterfei haushoch, und farb- und formgewaltige Muster sowie sehnsuchtsvolle Landschaften erhellten die Nacht – ein fulminanter Ausklang des Sommerfestes.

Die Sommerfeste im Goethe Gartenhaus Bad Sulza werden gemeinsam veranstaltet vom Kunstverein Apolda Avantgarde e.V., der Wirtschaftsförder-Vereinigung Apolda-Weimarer Land e.V. und dem Hotel an der Therme Bad Sulza. In diesem Jahr fand die Veranstaltung bereits zum 19. Mal statt. Unterstützt wurde das Fest durch die erneute Förderung der Sparkasse Mittelthüringen. Das 20. Sommerfest zur Goethe-Geburtstagsfeier am Goethe Gartenhaus 2 findet am 26. August 2023 unter der Überschrift „Goethes Spukgestalten“ statt.

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