Circular Economy für Rohstoff-Sicherheit, Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt

Angesichts drohender Engpässe bei wichtigen Rohstoffen sind immer mehr Staaten und Unternehmen auf der Suche nach Auswegen. Nach der Versorgung von energetischen Rohstoffen wie Erdgas geraten mineralische und abiotische Materialien wie Kobalt, Wolfram oder Seltene Erden in den Blickpunkt. Auch hier sind etwa Deutschland und andere EU-Staaten stark abhängig von Importen.
 
Einige Rohstoffe sind in Bezug auf Versorgungsrisiko und wirtschaftlicher Bedeutung kritisch, viele davon verursachen einen enormen Umweltschaden. Allein mehr als 30 Rohstoffe* mit mittlerem oder hohem Umweltgefährdungspotenzial bieten sich an, sie viel stärker im Kreislauf zu halten, sparsamer zu nutzen und so die Ressourcen-Abhängigkeit zu verkleinern. Dies zeigt die Machbarkeitsstudie des Vorhabens „Modell Circular Economy Deutschland“, erarbeitet von Öko-Institut, Frauenhofer ISI und FU Berlin im Auftrag des WWF Deutschland.

„Fossile Brennstoffe waren die Treiber der Industrialisierung der letzten Jahrhunderte. Lithium, Kobalt, Seltene Erden werden die Treiber der ökologischen Transformation – und damit die Treiber dieses Jahrhunderts sein“, sagt Rebecca Tauer, Programmleiterin Circular Economy des WWF Deutschland. „Ohne Lithium haben wir keine leistungsstarken Batterien oder ohne Seltene Erden keine Permanentmagnete für Elektromotoren und Stromgeneratoren. Selbst Baumaterialien wie Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung sind nicht unendlich vorhanden. Jede Ressource, die wir im Kreislauf halten, verringert unsere Abhängigkeit von Importen – auch aus kritischen Staaten.“

Bei der Circular Economy hat Deutschland großen Nachholbedarf. Aktuell fehlt es an einem quantifizierten Gesamtbild zur zirkulären deutschen Wirtschaft, das alle relevanten Sektoren, Produkte und Rohstoffe einbezieht und konkrete Maßnahmen wissenschaftlich fundiert priorisiert. Das Ziel der Machbarkeitsstudie war es, die Grundlagen für die ökologische und ökonomische Folgeabschätzung von Circular Economy-Maßnahmen in relevanten Schlüsselsektoren zu prüfen und darauf aufbauend ein Circular-Economy-Bewertungsmodell für Deutschland abzuleiten. Damit stellt sie den ersten Teil des größeren Vorhabens „Modell Circular Economy Deutschland“ dar.
 
Auf Grundlage der ersten Ergebnisse erarbeiten die Partner WWF, Öko-Institut, Fraunhofer ISI und FU Berlin eine umfassende Circular-Economy-Modellierung für Deutschland, zusammen mit einer Politik-Roadmap. Diese soll zeigen, wie eine Circular Economy vom Zielbild her in Deutschland umgesetzt werden kann und welche politischen Instrumente mit welchen Kosten eingesetzt werden können. Die Machbarkeitsstudie stellt dabei bereits klar: Eine umfassende Modellierung einer Circular Economy in Deutschland ist ambitioniert, aber machbar.
 
„Eine Kreislaufwirtschaft stärkt langfristig die Wirtschaftsstandorte Deutschland und Europa. Gleichzeitig müssen wir Ressourcenflüsse verringern und Ressourcenkreisläufe schließen, um unsere notwendigen Ziele beim Schutz von Klima- und Biodiversität zu erreichen“, sagt Rebecca Tauer. Dass die Circular Economy eine Schlüsselstrategie für den Schutz von Klima- und Biodiversität ist – neben den ökonomischen und sozialen Vorteilen –, hat auch die Bundesregierung erkannt. In ihrem Koalitionsvertrag hat sie sich als Ziel eine deutsche Kreislaufwirtschaft vorgenommen.
 
Für den WWF Deutschland ist an diesem Punkt klar: Eine konsequente Kreislaufwirtschaftsstrategie verlangt eine umfassende Modellierung einer deutschen Circular Economy, als Grundlage für ein klares Zielbild und für die Auswahl der effektivsten Politikinstrumente (etwa Steuern, Förderung, Anreize, Information, Quoten usw.) zur Umsetzung. „Für weitere lückenhafte Flickenteppiche und unkonkrete Ziele bleibt angesichts der Klimaerhitzung, des Biodiversitätsverlustes und des hohen Ressourcenverbrauchs kein Spielraum mehr.“

DOWNLOAD Shortpaper „Modell Deutschland Circular Economy – ein anspruchsvolles Vorhaben, das Deutschland braucht“
 
* Übersicht und grafische Darstellung: Machbarkeitsstudie, Seite 36ff

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