Abenteuer Amateurfunk: Einmal um die ganze Welt mit Funkequipment

Emil Bergmann, Alpinist, Extremkletterer und leidenschaftlicher Funkamateur, hat vor wenigen Tagen seine jüngste Expedition beendet. Gemeinsam mit zwei britischen Kollegen verbrachte er vier Tage auf dem Rockall Felsen im Nordatlantik. Er gilt als der „Mount Everest“ unter den einsamen Inseln und ist über 300 Kilometer von den Hebriden entfernt. Ein Ziel der Reise war es, von dort aus mit tausenden Funk-Fans weltweit Kontakt aufzunehmen. Auf der Ham Radio (23. bis 25. Juni) wird „Extrem-Emil“, wie die lebende Legende in der Szene genannt wird, von seinem neuesten Abenteuer auf dem abgelegenen Eiland berichten.

Der erfahrene Bergsteiger und Funkamateur erklimmt seit vier Jahrzehnten die höchsten Berge und fährt zu den verlassensten Inseln. Dort genießt er nicht nur die Aussicht und die Ruhe, sondern geht seinem Hobby, dem Amateurfunk, nach. Um von seinem Standort aus Funksprüche abzusetzen und zu empfangen, errichtet er mit ein paar Antennen, Batteriebetrieb und Funkgeräten eine Funkstation auf Zeit. Oft geschieht dies auch unter den widrigsten Wetterbedingungen. Los geht es dann, wenn das Signal steht. Es kommen die Meldungen von Funkamateuren aus aller Welt. Die meisten seiner Kontakte, die ihn auf den Expeditionen erreichen, haben nur ein Ziel: Sie wollen für den sportlichen Funk-Wettkampf SOTA (Summits on the Air) oder IOTA (Islands on the Air) Punkte sammeln. Je mehr, desto besser: Die Daten werden notiert, gesammelt und ausgewertet. Somit können sich die Teilnehmenden aus der Community auf Punkte- und Ranglisten weltweit platzieren. Bei 10.000 Punkten erhalten sie eine Auszeichnung. „Es ist schon krass, da sitzt man mutterseelenalleine auf einem Gipfel und ist trotzdem mit der ganzen Welt in Kontakt“, erklärt Emil Bergmann. Von Dreieich bei Frankfurt aus hat er schon fast die ganze Welt erkundet. Er ist ein Star in der Szene. Als Alpinist hat er bereits Berge mit 7.000 Metern Höhe bestiegen, war Bergführer am Polarkreis, in Kirgistan und Kasachstan, hat die Eiger-Nordwand bezwungen und die Salathé-Wand im Yosemite National Park.

Das Funkzeichen DL8JJ hat Kultstatus bei den Wettkämpfen

Emil kennt alle Regeln für sein abenteuerliches und technisches Hobby: „Der Gipfel muss gar nicht so hoch sein, den man als SOTA-Funker aktiviert. Wichtig ist, dass er mindestens 150 Meter hoch aufragt.“ Kommt er an der passenden Stelle an und die Funkbedingungen stimmen, „aktiviert“ er diesen Ort: „Ich finde das passende Band je nach Tageszeit und Funkbedingungen, suche eine freie Frequenz und mache mich bemerkbar mit ‚Here is Delta-Lima-Eight-Juliet-Juliet‘ – so buchstabiere ich mein Rufzeichen.“ An den Funkzeichen erkennt er, woher die Kontaktaufnehmenden kommen: Die ersten beiden Buchstaben stehen für das Land. „Viel mehr Zeit als für ein Hallo und Tschüss bleibt da selten“, beschreibt der Funkamateur die Situation. „Wir begrüßen uns mit ‚Good Morning, thanks for calling.‘ und geben noch Signalstärke und Verständlichkeit durch: ‚You are five by nine.‘“ Oft kommen innerhalb weniger Stunden Hunderte Funksprüche zu ihm durch. Dabei merke er gar nicht, wie die Zeit vergeht: „Man ist da so hoch konzentriert, weil alles kurz und schnell sein muss, wenn so viele anrufen. Man muss dekodieren, es gibt atmosphärische Störungen und der Ton ist oft unklar.“

Als SOTA- und IOTA-Allrounder führten ihn seine Expeditionen bisher nicht nur zu Gipfeln in eisiger Höhe, sondern auch zu einzigartigen oder paradiesischen Kleinoden. Der wesentliche Unterschied zwischen dem Erreichen von Bergspitzen und dem Anlanden auf einer Insel sei die Anreise. „Um eine Insel als Funkstandort zu aktivieren, muss man seefest sein, denn die Überfahrt ist oft das größte Abenteuer.“ Aber auch die Rückkehr in die Zivilisation ist oft eine Herausforderung: „Plötzlich die Menschenmassen an der Liftstation zu sehen, das erste Bier in der Hafenkneipe zu trinken, ein anständiges Essen zu essen. Das sind dann ganz bewegende Momente“, erzählt der Weltenbummler. Ein besonderes Highlight jedes Jahr bietet für ihn auch der Besuch auf der Ham Radio: „Die Ham Radio ist ein fester Termin in meinem Kalender. Ich freue mich jedes Mal auf das Wiedersehen mit Freunden aus der ganzen Welt und darauf, auch neue Kontakte zu knüpfen, die mich auf zukünftigen Abenteuern begleiten werden“, schwärmt Emil Bergmann. Wer den Funkenthusiasten einmal persönlich erleben möchte, hat am 24. Juni die Chance, seinem Vortrag auf der Internationalen Amateurfunk-Ausstellung zu lauschen.

Tickets und Öffnungszeiten:

Die Internationale Amateurfunk-Ausstellung findet von Freitag, 23. Juni bis Sonntag, 25. Juni 2023 statt und hat am Freitag und Samstag von 09 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 15 Uhr geöffnet.
Die Tageskarte ist online für 13 Euro unter: https://www.hamradio-friedrichshafen.de/… erhältlich. Für Schulklassen kostet der Eintritt pro Person 5€. Tickets dafür gibt es ausschließlich an der Tageskasse vor Ort.

Weitere Informationen unter: www.hamradio-friedrichshafen.de
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Über den Deutscher Amateur-Radio-Club e.V.

Als größter Verband von Funkamateuren in Deutschland hat der DARC e.V. rund 33.000 Mitglieder. Damit ist über die Hälfte der deutschen Funkamateure im Verein organisiert. Er vertritt die Interessen der Funkamateure bundesweit und engagiert sich bei der Förderung des Amateurfunks auf allen Ebenen – auch international als Mitglied der International Amateur Radio Union (IARU). Informationen zum DARC finden Sie im Internet unter www.darc.de.

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