Ehemaliger CSU-Parteichef Erwin Huber: „CSU steckt in einer Zwangsjacke“

Die Affäre um ein antisemitisches Flugblatt aus der Schulzeit des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat die CSU laut ihrem ehemaligen Vorsitzenden Erwin Huber in ein Dilemma gebracht. Huber sagte ZEIT ONLINE: "Die CSU steckt in einer unangenehmen Zwangsjacke." Würde Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Hubert Aiwanger entlassen und die Koalition zwischen CSU und Freien Wählern beenden, riskierte er eine Regierungskrise. Schlimmstenfalls könne Aiwanger sich als Märtyrer gerieren und einen Gewinn daraus schlagen wollen, sagte Huber. Andererseits wolle keiner für Aiwangers Fehlverhalten den Kopf hinhalten oder es gar rechtfertigen.

Huber zeigte sich "zutiefst erschrocken" über das antisemitische Flugblatt, das Aiwanger in seiner Schulzeit laut "Süddeutscher Zeitung" verfasst haben soll, was Aiwanger am Nachmittag erneut bestritt. Stattdessen sagte Aiwanger, er habe den Eindruck, er solle "politisch und persönlich fertig gemacht werden".

Huber sagte, er sei erstaunt darüber, "wie verbreitet die Bereitschaft ist, so etwas zu verzeihen oder gar Verständnis für
Aiwanger zu haben". Zur Frage, ob es legitim sei, einen Politiker aufgrund von Verfehlungen aus der Schulzeit zu beurteilen, sagte Huber: "Wenn es um Schulstreiche ginge, würde ich sagen: nein." Aber im Umgang mit der NS-Zeit gälten andere und strengere Regeln. 

Huber, 77, gilt als Urgestein der CSU. Er war Generalsekretär der Partei, bayerischer Finanzminister und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei. Von 2007 bis 2008 war er Vorsitzender der CSU.

 

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