Wohlfahrtsverbände warnen vor Zusammenbruch sozialer Infrastruktur

Laut Umfrage der Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt (AWO), Diakonie Deutschland und der Paritätischemussten allein in Baden-Württemberg bereits 33 Prozent der befragten Organisationen und Einrichtungen Angebote und Leistungen für Klient*innen aus finanziellen Gründen einschränken oder ganz einstellen. 61 Prozent gehen davon aus, kurzfristig Angebote und Leistungen weiter reduzieren zu müssen. Aus Baden-Württemberg nahmen insgesamt 256 Organisationen der Arbeiterwohlfahrt Württemberg, der Diakonie Baden-Württemberg und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg an der Umfrage teil.

Uta-Micaela Dürig, Vorständin Sozialpolitik des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Baden-Württemberg:

„Die Ergebnisse der aktuellen bundesweiten Erhebung bestätigen eine Befragung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg zur wirtschaftlichen Situation sozialer Einrichtungen und Dienste vom Mai 2023. Weiter verschlechtert hat sich allerdings nochmals deutlich die Prognose für die Einstellung von Angeboten. Wir sehen das als Ausdruck steigender Gefährdung unserer Angebote, die nach wie vor nicht ausreichend finanziert sind. Die erwarteten Auswirkungen der drohenden massiven Einsparungen im Bundeshaushalt im sozialen Bereich drohen zusätzlich den Rückbau sozialer Angebote und den Verlust von Trägerstrukturen zu beschleunigen. Wenn die soziale Infrastruktur und damit die Versorgungssicherheit für die Menschen im Land geschwächt wird, schwächen wir zusätzlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg:

„Das Ergebnis der Umfrage muss ein Weckruf an die Politik sein. Es darf nicht sein, dass wir in Zeiten großer Verunsicherung das Vertrauen von Menschen in die zuverlässige Hilfe in sozialen Notlagen erschüttern. Der Erhalt der sozialen Infrastruktur ist für alle Menschen unerlässlich. Das gilt für Krankenhäuser, Pflegeheime und vieles mehr. Besonders gilt das für Menschen, die jetzt schon in schwierigen Lebenssituationen sind und die mit einem Abbau der sozialen Infrastruktur noch mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und aus dem Blickfeld geraten. Die Würde jedes Menschen zu achten heißt vor allem auch, sie mit ihren Nöten anzunehmen und zu unterstützen.“

Marco Lang, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Württemberg:

„Wie sollen wir Anwalt bleiben für die, die heute schon benachteiligt und abgehängt sind? Wir brauchen mutige Investitionen in eine tragfähige soziale Infrastruktur. Als Basis für eine funktionierende, demokratische und solidarische Gesellschaft. Und damit auch als Basis für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung. Es geht bei diesen Positionen nicht um „nice-to-have“ Angebote, die auch „mal weggelassen werden können.“

Über den Diakonisches Werk der evangelischen Kirche in Württemberg e.V.

Die Diakonie Württemberg ist die soziale Arbeit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und der Freikirchen. Das Diakonische Werk Württemberg mit Sitz in Stuttgart ist ein Dachverband für 1.400 Einrichtungen mit fast 50.000 hauptamtlichen und 35.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie begleiten Kinder, Jugendliche und Familien, Menschen mit Behinderungen, alte und pflegebedürftige Menschen, Arbeitslose, Wohnungslose, Überschuldete und andere Arme, Suchtkranke, Migranten und Flüchtlinge sowie Mädchen und Frauen in Not. Täglich erreicht die württembergische Diakonie über 200.000 Menschen. Das Diakonische Werk Württemberg ist ebenfalls Landesstelle der Internationalen Diakonie, Brot für die Welt, Diakonie Katastrophenhilfe und Hoffnung für Osteuropa.

Bundesweit sind rund 525.000 hauptamtlich Mitarbeitende und etwa 700.000 freiwillig Engagierte in der Diakonie aktiv. Der evangelische Wohlfahrtsverband betreut und unterstützt jährlich mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland.

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