„Die Strukturen sind gewachsen, TraVo wird weiter tragen“

Frau Blau und Frau Rot auf der Suche nach dem perfekten Versteck für eine Zeitkapsel, eine interessante Podiumsdiskussion zum Thema „Kulturarbeit im Vogelsbergkreis“ oder ein Workshop zum zielgruppenspezifischen Marketing in den Sozialen Netzwerken – kreativer und informativer kann ein Programm kaum sein als das der Kulturplattform TraVogelsberg. Einen Tag lang dreht sich in der Aula der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule alles um Kultur allgemein, vor allem aber um Kultur im Vogelsberg.

Wie sah die gestern aus? Wie sieht sie heute aus? Und was wird in Zukunft sein? Um diese Fragen dreht sich die von Andrea Ortstadt, der Leiterin des TraVo-Projektes, moderierte Podiumsdiskussion. Auf dem Podium die Künstlerin und Fotografin Sandra Jacques, Katja Schmirler-Wortmann, TraVogelsberg, Kulturzentrum Kreuz, die Homberger Bürgermeisterin Simke Ried, der Erste Kreisbeigeordnete und Kulturdezernent Dr. Jens Mischak, die Trafo-Programmreferentin Harriet Völker und Thomas Reumann, Landrat a. D. aus Reutlingen. „Es ist ja nicht so, dass es vor TraVo keine Kultur gegeben hätte – im Gegenteil“, stellt Erster Kreisbeigeordneter Mischak heraus. „Aber: Es gab keine Vernetzung. Diese Vernetzung war Ziel des TraVo-Projektes. Und ich glaube, das ist auch gelungen“, bilanziert Dr. Mischak. „Wir sind ein gutes Stück weitergekommen.“ Auch in der Kreisverwaltung: „Was die Kulturförderung angeht, hatten wir keine direkte Zuordnung.“ Der kulturelle Bereich war in verschiedenen Ämtern angesiedelt. „Wir haben jetzt eine zentrale Stelle in der Wirtschaftsförderung geschaffen“, so Mischak.

„Wir sind froh, dass wir bei TraVo mitmachen durften“, betont die Homberger Bürgermeisterin Simke Ried, „denn wenn wir kulturelles Leben erhalten wollen, dann muss das auf mehrere Schultern verteilt werden.“ Der Homberger Künstlerin Sandra Jacques ist ebenfalls aufgefallen, „dass die Menschen nicht miteinander gelaufen sind, es waren viele einzelne unterwegs. Deswegen war das Zusammenbringen von Menschen so wichtig“.

Die „sehr positive Zusammenarbeit im TraVo-Projekt mit der Verwaltung und der Musikschule“ lobt Katja Schmirler-Wortmann vom Kreuz in Fulda, wenngleich die Kooperation zunächst als Herausforderung angesehen wurde. „Wir mussten das Projekt in der Region verständlich machen.“

„Wir waren sehr erstaunt, wie viele Menschen sich gar nicht kannten“, blickt Harriet Völker zurück auf die Anfänge von Trafo. „Doch durch TraVo ist etwas entstanden, es ist Vertrauen gewachsen, dass man etwas gemeinsam machen kann.“

Der ehemalige Landrat aus Reutlingen, Thomas Reumann, ist sich sicher: „Kultur verbindet. Durch sie entsteht ein Mehrwert.“ Kulturelles Leben gebe es nicht nur in der Stadt, sondern auch in den ländlichen Regionen, „aber man muss es sehen und man muss es wertschätzen“, so Reumann.

In der zweiten Fragerunde richtet Andrea Ortstadt den Blick auf das Hier und Jetzt – genauer gesagt auf die Auswirkungen des TraVo-Projektes auf die regionale Kulturarbeit. Dr. Jens Mischak nennt beispielhaft den regionalen Kulturfonds, „über den wir 51 Projekte haben fördern können. Das wollen wir über TraVo hinaus beibehalten“, kündigt er an. Und natürlich fallen die Stichworte „Vernetzung“ und „Sensibilität für Kultur“. Es sollte etwas Neues geschaffen werden mit Mehrwert, das sei Auftrag gewesen. Aber: „Es soll auch bleiben.“ Als „richtungsweisend“ bezeichnet Simke Ried die Aktionen im Rahmen des TraVo-Projektes, die vor allem auch die Charakteristika der Region herausarbeiten. „Die Strukturen sind gewachsen, TraVo wird weiter tragen“, zeigt sich die Homberger Bürgermeisterin überzeugt. Sandra Jacques ergänzt: „Die Leute, die mitgemacht haben, sind stolz darauf, Teil eines Projektes zu sein – das hat TraVo geleistet.“

Und wie geht es weiter? „Das Projekt soll verstetigt werden“, kündigt Katja Schmirler-Wortmann an und verweist auf das sozio-kulturelle Zentrum, das in der Musikschule entstehen soll. Wichtig ist ihr, die Leute mitzunehmen. „Ohne die Menschen geht es gar nicht. Deshalb müssen wir weiter miteinander reden – das ist meine Botschaft an die Menschen im Vogelsbergkreis.“

„Sie haben Sachen gesichert“, schreibt Harriet Völker den TraVo-Akteuren vor Ort ins Zeugnis. „Sie sind die in die Kommunen gereist und haben mit den Menschen gearbeitet. Da ist Vertrauen entstanden, da kann man mit neuen Projekten aufbauen.“

„Ich wünsche Ihnen, dass Sie diesen Spirit beibehalten“, so die Botschaft des ehemaligen Landrates Reumann. Man dürfe nicht in Schablonen denken, müsse über den Tellerrand hinausschauen, „dann ist mir überhaupt nicht bange um die Zukunft von TraVogelsberg.“

Ein Beispiel, was über TraVo hinaus bleiben wird, ist der Kulturladen in Schlitz. „Den hat zwei Jahre lang die Kommune betrieben, jetzt hat sich ein Verein gegründet, der das übernimmt“, schildert Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak und zieht als Fazit: „Das könnte die Blaupause sein für andere Kommunen.“

Neben mehreren künstlerischen Impulsen – darunter auch der Filmbeitrag von Frau Blau und Frau Roth – werden am Nachmittag wichtige Informationen und Anregungen in drei Workshops vermittelt. Die knapp 100 Teilnehmer können sich beraten lassen über das Schreiben von Fördermittelanträgen, sie können sich informieren über Kulturmarketing in den Sozialen Netzwerken oder sie können probieren, wie Improtheater funktioniert. Begleitend zum Veranstaltungsprogramm präsentieren Kulturschaffende aus der Region sich und ihre Arbeit.

Zum Projekt

Das Projekt "TraVogelsberg – eine Region bricht auf" wird gefördert im Programm TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Es wird im Vogelsberg vom Vogelsbergkreis als Projektträger zusammen mit den Partnerinstitutionen Kulturzentrum Kreuz e.V. und Lauterbacher Musikschule e.V. umgesetzt.

TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel

Mit TRAFO hat die Kulturstiftung des Bundes ein Programm initiiert, das ländliche Regionen in ganz Deutschland dabei unterstützt, ihre Kulturinstitutionen für neue Aufgaben zu öffnen. Die beteiligten Museen, Theater, Musikschulen und Kulturzentren reagieren auf gesellschaftliche Herausforderungen in ihrer Region und werden zu kulturellen Ankern und zeitgemäßen Kultur- und Begegnungsorten. TRAFO trägt dazu bei, die Bedeutung der Kultur in der öffentlichen Wahrnehmung und die kulturpolitischen Strukturen in den Kommunen und Landkreisen dauerhaft zu stärken. Von 2015 bis 2021 unterstützt TRAFO vier Regionen bei der Weiterentwicklung ihrer kulturellen Infrastruktur. In der zweiten Phase werden von 2020 bis 2024 sieben weitere Regionen gefördert.

www.trafo-programm.de.

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