Was Christen über Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit denken

Inwiefern der christliche Glaube das soziale und ökologische Engagement von Menschen beeinflusst, hat erstmalig die wissenschaftliche Studie „Glaube.Klima.Hoffnung.“ des Forschungsinstituts „empirica“ der CVJM-Hochschule untersucht. Die Ergebnisse werden bei einem Fachtag am 20. April 2024 in Kassel vorgestellt und diskutiert.

Sollten sich Christinnen und Christen gegen Armut, Ungleichheit oder den Klimawandel einsetzen? Das wollten der Dachverband christlicher Entwicklungsorganisationen „Interaction Schweiz“ und die CVJM-Hochschule herausfinden. Mit über 2.500 Befragten in Deutschland und der Schweiz gibt die wissenschaftliche Studie des Forschungsinstituts „empirica“ laut Hochschule aussagekräftige Einblicke in die Zusammenhänge von persönlichem Glauben und dem Einsatz gegen Armut sowie für die Umwelt.

Gerechtigkeit wichtiger als Nachhaltigkeit 

Eine im christlichen Glauben gegründete Motivation bewirke nachhaltiges Verhalten, lautet ein Ergebnis der Studie. Für knapp zwei Drittel der Befragten sollte ökologische Nachhaltigkeit auch ein zentraleres Anliegen des Glaubens sein. Allerdings sei ihnen dies insgesamt weniger wichtig als Gerechtigkeit. Sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen, folgt für nahezu alle Befragten aus ihrem Glauben. Auch in den Kirchen und ihren Angeboten sei diese Priorisierung erkennbar. Studienleiter Professor Dr. Tobias Faix sagt dazu: „Das Ergebnis, dass Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle im Glauben der Befragten einnehmen, hat uns in der Deutlichkeit überrascht, zeigt aber, wie wichtig diese Themen für Christinnen und Christen sind.“

Zielgruppen-Umfrage

In der Schweiz und Deutschland nahmen an der Studie über 2.500 Personen teil (1.574 Deutschland, 782 deutsche Schweiz, 205 französische Schweiz). Der Anteil der Männer und Frauen war ausgeglichen, das Durchschnittsalter 49 Jahre. Das Forschungsteam habe über drei Jahre in die Studie investiert und die Ergebnisse auf 225 Seiten dargelegt. Sie zeigt auf, welche Einstellungen Christinnen und Christen zu sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit haben und wie sie sich diesbezüglich verhalten. Es ist eine Gelegenheitsstichprobe aus religiös Motivierten (Zielgruppen-Umfrage). Soziologisch handele es sich um Religiöse und Hochreligiöse (rund 20 Prozent der Bevölkerung), bei denen der Glaube im Alltag eine Rolle spielt. Für die soziologische Einordnung der Stichprobe in gesellschaftliche Milieus haben die Forschenden mit dem „Sinus-Institut“ zusammengearbeitet.

Präsentation der Ergebnisse am Fachtag in Kassel

Der Fachtag „Glaube.Klima.Hoffnung.“ findet am Samstag, 20. April 2024, im Haus der Kirche in Kassel statt. Bischöfin Dr. Beate Hofmann (Evangelische Kirche  von Kurhessen-Waldeck) werde den Fachtag eröffnen, bevor die neuen Studienresultate erstmalig vorgestellt und mit den Anwesenden diskutiert werden. In interaktiven Workshops reflektieren die Teilnehmenden deren Bedeutung für die alltägliche Arbeit in Kirchen, der Jugendarbeit und im weiteren christlichen Kontext wie Diakonie oder Kirchenentwicklung. In einem Abschlusspanel diskutieren Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft die Bedeutung der Ergebnisse.

Am Fachtag beteiligt sind unter anderem Frank Heinrich (Evangelische Allianz Deutschland), Nadja Ahmad (Evangelische Akademie Hofgeismar), Dr. Matthias Stracke-Bartholmai (Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen VRK), Professor Dr. Tobias Faix (CVJM-Hochschule), Kristina Büchle (Kirchenpionierin), Anna Böck (Klimaaktivistin und Pfarrerin), Matthieu Dobler Paganoni (Interaction), Anna-Lena Moselewski (CVJM-Hochschule) und Dr. Edgar Wunder (Sozialwissenschaftliches Institut der EKD).

Kooperationspartner

Der Fachtag findet statt in Kooperation mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Evangelischen Akademie Hofgeismar und der Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen sowie mit dem CVJM Deutschland, Micha Deutschland, der Evangelischen Kirche in Deutschland und Brot für die Welt statt.

Anmeldung zum Fachtag und Herunterladen der Studie als PDF unter https://ge-na-studie.net/  

Zur CVJM-Hochschule Kassel

Die 2009 gegründete, staatlich und kirchlich anerkannte CVJM-Hochschule – YMCA University of Applied Sciences – führt in Präsenz- sowie in berufsbegleitenden und onlinebasierten Teilzeit-Studiengängen in den Bereichen Theologie und Soziale Arbeit zum Bachelor of Arts und Master of Arts. Außerdem bildet die CVJM-Hochschule Erzieherinnen und Erzieher sowie Jugendreferentinnen und -referenten aus. Verschiedene Weiterbildungen ergänzen das Angebot. Die CVJM-Hochschule betreibt zusätzlich vier Forschungsinstitute (Institut für Erlebnispädagogik, Institut für Missionarische Jugendarbeit, Institut „empirica“ für Jugendkultur und Religion sowie das Evangelische Bank Institut für Ethisches Management). Zum Wintersemester 2023/2024 sind 474 Studierende immatrikuliert. Rektor der CVJM-Hochschule ist Professor Dr. Tobias Faix.

Träger der CVJM-Hochschule ist der deutschlandweite Dachverband der Christlichen Vereine Junger Menschen (CVJM/YMCA), der CVJM Deutschland. Der CVJM/YMCA ist weltweit die größte überkonfessionelle christliche Jugendorganisation, die insgesamt 40 Millionen Menschen direkt erreicht, und weitere 25 Millionen Menschen indirekt. In Deutschland hat der CVJM 310.000 Mitglieder und regelmäßige Teilnehmende. Darüber hinaus erreicht er in seinen Programmen, Aktionen und Freizeiten jedes Jahr fast eine Million junge Menschen. Schwerpunkt des CVJM in Deutschland ist die örtliche Jugendarbeit in 1.400 Vereinen, Jugendwerken und Jugenddörfern.

Ehrenamtlicher Vorsitzender des CVJM Deutschland ist Präses Steffen Waldminghaus. Hauptamtlicher Leiter ist Generalsekretär Pfarrer Hansjörg Kopp.

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