Baumkontrolle: Wann sie Pflicht ist
Abgestorbene Äste stellen ein Risiko dar, weil sie leicht abbrechen und herabfallen können. Doch müssen Bäume deshalb regelmäßig kontrolliert werden? Laut ARAG Experten kann tatsächlich eine jährliche Überprüfung erforderlich sein. In einem konkreten Fall verlangte ein Grundstückseigentümer von seinem Nachbarn, dessen mehr als 80 Jahre alte Bäume regelmäßig auf Totholz überprüfen zu lassen, da Äste auf sein Grundstück ragten. Dem Baumbesitzer erschien das übertrieben. Ein Gutachter stellte jedoch fest, dass sich in den Baumkronen abgestorbene Äste mit einem Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern befanden. Für das Gericht war damit klar: Eine jährliche Kontrolle durch fachkundiges Personal ist notwendig, um Gefahren zu vermeiden. Zusätzlich entschied das Gericht, dass auch die Hecke des Baumbesitzers an der Grundstücksgrenze zu hoch war und auf 1,80 Meter zurückgeschnitten werden muss (Landgericht Lübeck, Az.: 1 S 38/20).
Heckenstreit: Wann Ansprüche verjähren
Wer sich gegen eine zu hohe Hecke des Nachbarn wehren möchte, sollte nicht zu lange warten. Nach dem Schleswig-Holsteinischen Nachbarrecht etwa beträgt die Frist zur Klageerhebung vier Jahre. Danach kann es passieren, dass die überhöhte Hecke hingenommen werden muss. Doch selbst ein erfolgreich erstrittenes Urteil wirkt nicht unbegrenzt, wie die ARAG Experten betonen. Ein Fall aus der Praxis zeigt, wie entscheidend das sein kann: Ein Mann hatte vor Gericht Recht bekommen und den Rückschnitt der Hecke seines Nachbarn durchgesetzt. Allerdings unternahm er anschließend jahrzehntelang nichts, um diesen Rückschnitt auch einzufordern. Erst mehr als 30 Jahre später verlangte er von seinem Nachbarn, dass er die Hecke stutzt. Zu spät: Das Gericht entschied, dass der Anspruch auf Vollstreckung verjährt ist. Der Rückschnitt konnte nicht mehr durchgesetzt werden (Landgericht Lübeck, Az.: 1 S 39/21).
Schottergärten: Wann ein Rückbau erforderlich ist
Ob naturnahe Blumenwiese, gepflegter Rollrasen oder moderner Schottergarten – über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Doch wer seinen Garten mit Kies und Steinen gestaltet, sollte vorsichtig sein: Ein Schottergarten kann genehmigungspflichtig sein und sogar gegen Umweltauflagen verstoßen. Daran ändern auch vereinzelte Zierpflanzen nichts, die zwischen den Steinen wachsen. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass eine mit Kies bedeckte und durch Unkrautvlies versiegelte Fläche rechtlich als bauliche Anlage gilt. Damit kann sie dem in allen Landesbauordnungen verankerten Grünflächengebot widersprechen. Welche Konsequenzen das haben kann, zeigt ein aktueller Fall: Ein Hausbesitzer musste seinen Schottergarten wieder entfernen, weil er den Vorgarten ohne erforderliche Genehmigung umgestaltet hatte (Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Az.: 8 S 388/25).
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