Arbeitssicherheit für das Bedienen von Hochvolt- und Gasantriebssystemen

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektro-, Hybrid- und wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen steigen die Anforderungen an die Arbeitssicherheit. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) schreibt vor, dass Beschäftigte, die Fahrzeuge mit Hochvolt oder Gasantriebssystemen in einem ähnlichen Umfang wie ein Fahrer bedienen, im Sinne der Arbeitssicherheit zu sensibilisieren sind. Ziel ist es, Gefährdungen, die durch Elektrizität und Gas entstehen können, zu erkennen und Unfälle zu vermeiden. Die entsprechende Befähigung muss aktuell sein und den Tätigkeiten entsprechen. TÜV SÜD informiert, wer von den Sensibilisierungen betroffen ist und was sie inhaltlich umfassen.

Die DGUV-Verpflichtung zur Sensibilisierung betrifft eine breite Zielgruppe: Mitarbeitende in Service-Werkstätten, bei Automobilherstellern und Zulieferern ebenso wie Beschäftigte in Forschung und Entwicklung. Denn auch Personen, die keine direkten Arbeiten an den Systemen durchführen, können Risiken ausgesetzt sein – etwa beim Bedienen, Prüfen oder Bewegen der Fahrzeuge. Eine grundlegende Sensibilisierung bildet daher die Basis für sicheres Arbeiten im Umfeld dieser Antriebstechnologien.

Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen – DGUV Information 209-093
Im Bereich der Bedienung von Hochvoltsystemen stehen insbesondere elektrische Gefährdungen, typische Fahrzeugkomponenten sowie grundlegende Schutzmaßnahmen im Fokus. Wenn Hochvoltkomponenten nicht erkannt oder falsch eingeschätzt werden, ist die Gefahr für Elektrounfälle gegeben. Die DGUV fordert daher eine entsprechende Unterweisung, bevor Tätigkeiten wie das Bedienen, Reinigen oder Laden der Fahrzeuge aufgenommen werden.

Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Gasantrieb – DGUV FBHM-099 (E/1E/1S)
Auch Gasantriebssysteme, insbesondere mit Wasserstoff, erfordern spezielles Grundwissen. Die physikalischen Eigenschaften der eingesetzten Gase, der Aufbau der Systeme sowie das richtige Verhalten im Normal- und Störfall unterscheiden sich deutlich von konventionellen Antrieben. Sensibilisierungen für die Bedienung von Fahrzeugen mit Gasantrieb vermitteln hier ein grundlegendes Verständnis für potenzielle Gefahren und notwendige Sicherheitsvorkehrungen.

„Unternehmen stehen in der Verantwortung, ihre Mitarbeitenden zielgruppengerecht auf den Umgang mit Hochvolt und Gasantriebssystemen vorzubereiten“, meint Holger Mai, Global Business Manager Sustainability bei der TÜV SÜD Akademie. „Die Sensibilisierung vor Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens einmal jährlich ist die Voraussetzung für ein sicheres Bedienen dieser Fahrzeuge. Sensibilisierungsangebote unterstützen Unternehmen dabei, ihre gesetzlichen Pflichten zu erfüllen und gleichzeitig das Sicherheitsbewusstsein der Beschäftigten zu stärken.“

Sensibilisierung einfach über Unterweisungsportal durchführen
Die Sensibilisierung für das Bedienen von Hochvolt- und Gasantriebssystemen ist jetzt auch über das Unterweisungsportal der TÜV SÜD Akademie verfügbar. Dort können Unternehmen kostengünstig und effizient die jährlichen und gesetzlich vorgeschriebenen Unterweisungen rechtssicher online durchführen. Die Online-Plattform beinhaltet über 100 verschiedene Unterweisungen in digitaler Form.

Weitere Informationen zur Sensibilisierung für das Bedienen von Hochvolt- und Gasantriebssystemen gibt es unter:
tuvsud.com/akademie/5117313
tuvsud.com/akademie/3615179

Über TÜV SÜD

Im Jahr 1866 als Dampfkesselrevisionsverein gegründet, ist TÜV SÜD heute ein weltweit tätiges Unternehmen. Rund 30.000 Mitarbeitende sorgen an über 1.000 Standorten in rund 50 Ländern für die Optimierung von Technik, Systemen und Know-how. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, technische Innovationen wie Industrie 4.0, autonomes Fahren oder Erneuerbare Energien sicher und zuverlässig zu machen. tuvsud.com/de

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