Pastor der Reformadventisten von Kirgisistan nach Russland abgeschoben

Wie die norwegische Menschenrechtsorganisation „Forum 18“ in Oslo berichtet, erfolgte die Ausweisung des 66-Jährigen bereits am 9. April 2026. Shreider wurde in Kirgisistan geboren, besitzt aber die russische Staatsbürgerschaft. Die Wiedereinreise wurde ihm von der NSC verboten. Pastor Shreiders Ehefrau Nelya war nicht zur Abschiebung verurteilt worden, verließ das Land aber am selben Tag.

Seit 2024 in Haft

Im November 2024 verhaftete die Geheimpolizei den Pastor und brachte ihn neun Monate lang in ein Untersuchungsgefängnis. Im März 2025 verbot ein Gericht die Glaubensgemeinschaft der „Wahren und Freien Reformadventisten“ im überwiegend muslimischen Kirgistan als „extremistisch“. Shreider wurde am 10. Juli 2025 „wegen Anstiftung zur rassistischen, ethnischen, nationalen, religiösen oder regionalen Feindseligkeit“ zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Richter ordnete die Abschiebung nach seiner Haftentlassung an. Am 25. März 2026 wurde Shreider aus der Haft entlassen, nachdem der Oberste Gerichtshof den Rest seiner Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe in Höhe von drei Monatsgehältern umgewandelt hatte. Die Anordnung zur Abschiebung blieb bestehen.

Keine Zusammenarbeit mit dem Staat

Die Glaubensgemeinschaft der „Wahren und Freien Reformadventisten“ entstand in der Sowjetunion. Sie lehnt jegliche Zusammenarbeit mit der Regierung, wie Registrierung durch den Staat und Militärdienst, strikt ab. Mitbegründer war 1929 Wladimir Shelkov (1895–1980), der insgesamt 25 Jahre seines Lebens in sowjetischen Gefängnissen verbrachte und während der Haft in Tabaga bei Jakutsk in Nordostsibirien starb. Der Menschenrechtler Andrei Sakharov (1921–1989) zählte ihn zu den „größten christlichen Humanisten unseres Jahrhunderts“. Weitere Informationen zu den „Reformadventisten“ siehe in der APD-Meldung vom 21. Juli 2025.

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