Farzane Vaziritabar: Colorful Threads. From Line to Action

Der „KUNSTPREIS HANNES MALTE MAHLER – it is art®“ wird alle vier Jahre vom gemeinnützigen Verein feinkunst e.V. in Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover vergeben. Preisträgerin im Jahr 2026 ist Farzane Vaziritabar (*1987 in Yazd, Iran). Ihr vielschichtiges Preisträger*innen Projekt „Colorful Threads“ umfasst Ausstellungen, Interventionen, Performances, Installationen, Skulpturen, Zeichnungen und Cartoons. Es erstreckt sich über vier Ausstellungsorte im Stadtgebiet Hannover und beinhaltet 36 Performances im öffentlichen Raum. Unter dem Ausstellungstitel „Colorful Threads. From Line to Action“ wird das Sprengel Museum Hannover zu einer zentralen Station ihres künstlerischen Wirkens.

Farzane Vaziritabar nimmt für Ihre Arbeit Bezug auf Hannovers „Roten Faden“, eine touristische Leitlinie, die zu Sehenswürdigkeiten der Innenstadt führt. Die Künstlerin greift dieses Konzept auf und transformiert es zu einem Instrument der Neuorientierung. Statt einer klassischen Besucherroute versteht Vaziritabar den „Roten Faden“ als Einladung, vertraute wie verborgene Orte zu entdecken. Im Zentrum ihres Projekts steht die Frage, wie urbane Narrative entstehen und welche Geschichten im öffentlichen Raum sichtbar werden – oder verborgen bleiben.

Unter dem Titel „Colorful Threads. From Line to Action“ präsentiert das Sprengel Museum Hannover zusätzlich zur Ausstellung im „Sprengel Focus“ eine Installation Vaziritabars an der Museumsfassade. Die mit zahlreichen Schwimmringen besetzte Wand erinnert an das Werk „Big Bang Contraction“ von Hannes Malte Mahler (1968–2016). Auch in der neuen Sammlungspräsentation „Mein lieber Schwan!“ sind Arbeiten der iranischen Künstlerin zu sehen: Ihre „Papas“, inszeniert als Gegenstücke zu den „Nanas“ von Niki de Saint Phalle, greifen die Namen der Bauhaus-Direktoren auf und hinterfragen zugleich patriarchale Strukturen innerhalb der Kunstgeschichte und ihrer Institutionen.

„Die Arbeiten von Farzane Vaziritabar entfalten ihre Wirkung nicht im Rückzug ins Ästhetische, sondern im Zugriff auf den öffentlichen Raum und seine politischen Einschreibungen. Vaziritabar macht sichtbar, wie sehr Wahrnehmung von Stadt eine Frage von Macht, Auswahl und Auslassung ist.“ – befindet Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover und Jurymitglied.

„Farzane Vaziritabar lädt dazu ein, Hannover neu zu erleben und gewohnte Perspektiven kritisch zu hinterfragen. Ihre Arbeiten richten sich nicht an ein passives Publikum, sondern fordern aktive Teilnahme, Auseinandersetzung und Mitdenken ein. So entsteht ein gemeinsamer Raum, in dem Stadt neu gedacht werden kann“, betont Oliver Rohde, Vorsitzender von feinkunst e.V.

AUSSTELLUNGSSTATIONEN (AUSWAHL)

Museum Wilhelm Busch
BUSCH MEETS Farzane Vaziritabar
23.5. bis 30.9.26  

Portikushalle Niedersächsischer Landtag
THE 40TH SILENCE
22.6 bis 19.7.26

feinkunst e.V.
WEAVING THE CITY
22.8. bis 4.10.26

Eine vollständige Liste der geplanten Aktionen finden Sie unter: www.colorfulthreads.de.

ZUM PREIS
Bereits 2024 wurde das Kunstprojekt Colorful Threads mit dem Kunstpreis „HANNES MALTE MAHLER – it is art®“, der zu den höchstdotierten Kunstpreisen Deutschlands zählt, prämiert. Nach einer mehr als zweijährigen Vorbereitungszeit startet die Preisträgerin Farzane Vaziritabar nun ihr auf knapp fünf Monate angelegtes Ausstellungs- und Performanceprojekt in Hannover. Der internationale Kunstpreis „HANNES MALTE MAHLER – it is art®“ wird seit 2020 alle vier Jahre vom gemeinnützigen Verein feinkunst e. V. in Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover vergeben. Der Preis erinnert an den im Jahr 2016 tragisch verunglückten Hannoverschen Künstler Hannes Malte Mahler. Mit einem Preisgeld von 15.000 Euro sowie einem Projekt- und Produktionsbudget von bis zu 105.000 Euro wird ein künstlerisches Projekt im Stadtraum Hannovers realisiert, das ähnlich dem Schaffen von Hannes Malte Mahler genreübergreifend angelegt ist. Dazu stehen Räumlichkeiten von feinkunst e. V. und dem Sprengel Museum Hannover zur Verfügung, wobei das prämierte Projekt seine Wirkung zusätzlich auch im öffentlichen Raum entfalten soll.

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