Taskforce fordert: Elektrische Türgriffe müssen auch nach Unfall funktionieren

Elektrische Türgriffe von Autos sollen sich auch nach einem Unfall mindestens eine Stunde lang mechanisch betätigen lassen. Das empfiehlt nach Recherchen der Zeitschrift auto motor und sport die Taskforce Emergency Door Opening (EDO) der europäischen Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen. Die Taskforce will durchsetzen, dass versenkbare elektrische Türgriffe nach einem unfallbedingten Ausfall der Stromversorgung mindestens 60 Minuten von außen und innen geöffnet werden können. Anlass sind Unfälle, bei denen Autoinsassen ums Leben gekommen sind, weil sich die Türen nach Ausfall der Stromversorgung nicht öffnen ließen.

Die Taskforce strebt an, dass sich Passagiere spätestens nach zehn Minuten ohne Werkzeug befreien oder Ersthelfer die Tür von außen öffnen können. Wie aus Dokumenten der Arbeitsgruppe hervorgeht, sollen die Hersteller zwischen einem mechanischen Back-up (etwa einem Seilzug) und einer vom Bordnetz unabhängigen Notstromversorgung wählen können. Auch andere ausfallsichere Systeme sind möglich.

Anders als bisher soll zudem vorgeschrieben werden, dass die automatische Türentriegelung nicht nur nach einem Unfall, sondern auch nach einem „thermischen Ereignis“ wie einem Brand auslöst. Auch sollen Türgriffe so gestaltet werden, dass sie jederzeit und nicht nur in Notfällen intuitiv bedienbar sind. An der entriegelten Tür muss auch nach einem Stromausfall ein zugänglicher Griffpunkt vorhanden sein. Türgriffe und Entriegelungsschalter im Innenraum müssen für die Passagiere sichtbar und direkt zugänglich sein.

China hat schon im Dezember entschieden, dass Neufahrzeuge ab 1. Januar 2027 keine versenkbaren Türgriffe ohne mechanische Notfalllösung mehr haben dürfen.

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