Das Forschungsthema 2026 steht fest
Für die Forschungsförderung 2026 hat die DMSG das Ausschreibungsthema „Darmflora und MS (Darmmikrobiom)“ gewählt. Damit rückt ein Forschungsfeld in den Fokus, das in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.
Das Darmmikrobiom beschreibt die Gesamtheit der im Darm lebenden Mikroorganismen und spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sowohl die Entstehung als auch der Verlauf der Multiplen Sklerose über die sogenannte „Darm-Immunsystem-Gehirn-Achse“ beeinflusst werden könnten. So unterscheidet sich die Zusammensetzung der Darmflora von Menschen mit MS von der gesunder Personen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Veränderungen der Darmbakterien Auswirkungen auf Entzündungsprozesse und damit auf die Krankheitsaktivität haben können.
Stabilisierung des Krankheitsverlaufs durch Mikrobiomforschung
Trotz vielversprechender Erkenntnisse bestehen weiterhin zahlreiche offene Forschungsfragen. Um besser zu verstehen, wie Darmmikrobiom, Immunsystem und zentrales Nervensystem bei Multipler Sklerose zusammenwirken, sind weitere strukturierte Forschungsarbeiten erforderlich.
Mit der Ausschreibung 2026 möchte die DMSG neue Erkenntnisse über krankheitsrelevante Mechanismen fördern, die vom Darmmikrobiom abhängig sind. Langfristig sollen daraus Ansatzpunkte für alltagsnahe Strategien zur Stabilisierung des Krankheitsverlaufs sowie zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit MS und ihren Angehörigen entstehen.
Bis Ende November mit Projekt bewerben
Im Rahmen des jährlichen Ausschreibungsverfahrens können exzellente Projekte aus der angewandten oder klinischen Forschung eingereicht werden. Gefördert werden Projekte mit einer Laufzeit von bis zu 24 Monaten. Das projektindividuelle Fördervolumen kann bis zu 110.000 Euro pro Projekt und Jahr betragen. Die Anzahl der geförderten Projekte sowie die endgültige Bewilligung hängen von den zur Verfügung stehenden zweckgebundenen Fördermitteln und der Beschlussfassung durch den Geschäftsführenden Vorstand der DMSG ab. Der Förderbeginn ist frühestens ab Mai 2027 möglich.
Vollständige Antragsunterlagen können bis zum 30. November 2026 (Eingangsfrist) mit dem Betreff „Einzelprojekt Forschungsförderung“ an referat-gs(at)dmsg.de eingereicht werden.
Ausführliche Informationen zum Antragsverfahren sowie zum unabhängigen Begutachtungsprozess finden Interessierte in den Richtlinien zur Forschungsförderung der DMSG, Bundesverband e. V., sowie auf der Website der DMSG.
Die DMSG freut sich auf zahlreiche innovative Projektanträge, die dazu beitragen, das Verständnis der Multiplen Sklerose weiter zu verbessern und neue Perspektiven für Betroffene zu schaffen.
Die DMSG-Forschungsförderung für Einzelprojekte wurde 2025 unter anderem unterstützt von Bristol Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, Neuraxpharm Arzneimittel GmbH, Novartis Pharma GmbH, Roche Pharma AG, Sandoz Pharmaceutical AG, HEXAL AG und Viatris Healthcare GmbH.
Der DMSG-Bundesverband e.V., 1952/1953 als Zusammenschluss medizinischer Fachleute gegründet, vertritt die Belange Multiple Sklerose Erkrankter und organisiert deren sozialmedizinische Nachsorge.
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft mit Bundesverband, 16 Landesverbänden und derzeit mehr als 750 örtlichen Kontaktgruppen ist eine starke Gemeinschaft von MS-Erkrankten, ihren Angehörigen, mehr als 3380 engagierten ehrenamtlichen Helfern und 220 hauptberuflichen Mitarbeitern. Insgesamt hat die DMSG 42.000 Mitglieder.
Mit ihren umfangreichen Dienstleistungen und Angeboten ist sie heute Selbsthilfe- und Fachverband zugleich, aber auch die Interessenvertretung MS-Erkrankter in Deutschland. Schirmherr des DMSG-Bundesverbandes ist Christian Wulff, Bundespräsident a.D.
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und auch zur Beeinträchtigung von Sinnesorganen führt. In Deutschland leiden nach Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 280.000 Menschen an MS. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht genau bekannt.
MS ist keine Erbkrankheit, allerdings spielt offenbar eine genetische Veranlagung eine Rolle. Zudem wird angenommen, dass Infekte in Kindheit und früher Jugend für die spätere Krankheitsentwicklung bedeutsam sind. Welche anderen Faktoren zum Auftreten der MS beitragen, ist ungewiss. Die Krankheit kann jedoch heute im Frühstadium günstig beeinflusst werden. Deutschlandweit sind schätzungsweise 280.000 Menschen an Multipler Sklerose erkrankt, weltweit etwa 2,9 Mio. Menschen.
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