Viel Unsicherheit vor der Ausreise
Die aktuellen Entwicklungen in den USA sorgen auch bei Familien, die ein Austauschjahr planen, für Fragen. Berichte über strengere Kontrollen bei Visa und Einreise sowie die politische Entwicklung im Land tragen zur Unsicherheit vor der Abreise bei. Viele Eltern fragen sich deshalb, was die Veränderungen ganz konkret für das Austauschjahr ihres Kindes bedeuten.
Dabei zeichnen die Erfahrungen mit den Visaverfahren ein beruhigendes Bild: In diesem und im vergangenen Jahr wurden alle Visumsanträge der Programmteilnehmenden genehmigt. Die Organisation kann dabei auf Erfahrungen über den Schüleraustausch hinaus zurückgreifen. Über die verschiedenen Austauschprogramme der Intrax-Gruppe werden allein aus Deutschland jährlich rund 700 Visa- und Einreiseprozesse von Austauschschüler:innen, Au pairs und Praktikant:innen begleitet.
Auch die Einreise der diesjährigen Austauschschüler:innen verlief weitgehend unkompliziert. Wie unterschiedlich die Dauer dabei sein kann, zeigen die Erfahrungen der begleiteten Gruppen.
„Das bekommt ihr alle ganz easy hin"
Austauschschülerin Helene, die mit einer der Gruppen im August zu ihrer Gastfamilie an der Westküste der USA geflogen ist, berichtet von ihrer eigenen Erfahrung mit der Einreise. Wie lange diese dauert, hängt von Gruppe, Flughafen und Tageszeit ab. Bei ihr waren es rund anderthalb Stunden, vor allem wegen der Warteschlange; am Schalter selbst ging es dann schnell:
„Bei mir wollte der Mitarbeiter nur ein Formular sehen, dann konnte ich weiter. Also falls das für jemanden die größte Angst ist: Ich kann Entwarnung geben, das bekommt ihr alle ganz easy hin."
Der Blick der Begleiter:innen
Auch aus Sicht des Teams, das die Gruppen in diesem Jahr auf den Transatlantikflügen und den anschließenden Einführungstagen in New York City begleitet hat, war die Einreise unkompliziert und verlief teilweise sogar noch deutlich schneller:
„Die Einreise aller Schüler:innen war nach etwa 30 Minuten abgeschlossen. Am Gepäckband waren einige Schüler:innen selbst positiv überrascht, wie schnell und unkompliziert alles verlief. Gefragt wurden sie von den Beamt:innen vor allem, was sie in den USA vorhaben, wie lange sie bleiben und wo genau sie leben werden", berichtet eine Mitarbeiterin bei Ayusa-Intrax, die eine andere Gruppe auf dem Flug und während der ersten Tage in New York begleitet hat.
Vom Ankommen zum Alltag
Nach Visum, Flug und Einreise beginnt für die Jugendlichen der eigentliche Austausch: das Leben in einer neuen Familie, der erste Schultag und ein Alltag, der zunächst ungewohnt ist. Für Helene blieb besonders die erste Begegnung mit ihrer Gastfamilie in Erinnerung – auch weil sie etwas anders verlief, als sie es erwartet hatte:
„Ich bin aus dem Flugzeug gestiegen und machte mich auf den Weg, meinen Koffer abzuholen. Und dann stand da mein Gastvater in einem knallbunten Discoanzug, der glitzerte, mit einem Schild mit meinem Namen, das natürlich auch geglitzert hat. Jeder hat lustig geguckt. Und es war sofort ein kleiner Eisbrecher."
Für Helene sind die anfänglichen Sorgen inzwischen in den Hintergrund gerückt. Sie hat sich bei ihrer Gastfamilie eingelebt und blickt inzwischen entspannter auf die Zeit vor ihrer Abreise zurück:
„Sorgen vor der Ausreise sind ganz normal, aber meistens ist alles nicht so schlimm, wie man es sich vorher vorstellt. Am Anfang ist vieles neu und ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell daran und sammelt dabei viele schöne Erfahrungen. Außerdem ist man mit möglichen Problemen nicht allein."
Ayusa-Intrax ist Teil der US-amerikanischen Austauschorganisation Intrax, die seit mehr als 40 Jahren im internationalen Bildungs- und Kulturaustausch tätig ist und Standorte in acht Ländern betreibt. Das deutsche Büro wurde 1990 als AYUSA International gegründet und firmiert seit 2011 unter dem Namen Ayusa-Intrax. Heute ermöglicht die Organisation jungen Menschen mit High-School-, Kurz- und Ferienprogrammen Auslandsaufenthalte in 15 Ländern. Die USA gehören dabei zu den wichtigsten Programmländern der Organisation: Von den mehr als 350 Jugendlichen, die Ayusa-Intrax jährlich ins Ausland entsendet, verbringt rund die Hälfte ihr Austauschjahr dort.
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