„Wir erleben in unserer Arbeit, wie entscheidend ganz praktische Veränderungen sind: eine Schule, sauberes Wasser und Sanitäranlagen, ein Stipendium, medizinische Versorgung oder die Chance auf ein eigenes Einkommen. Aber wir erleben auch: Dauerhaft verbessert sich die Situation von Mädchen nur dort, wo sich ändert, wie über sie gedacht wird“, sagt Sylke Busenbender, Vorstandsvorsitzende Samaritan’s Purse Deutschland. „Als Christen haben wir dazu etwas Entscheidendes zu sagen: Jedes Mädchen ist von Gott gewollt und geliebt. Seine Würde ist damit unverfügbar und wird ihm nicht von der Familie, einer Religion oder der Gesellschaft zugesprochen.“
Problem endet nicht an der deutschen GrenzeDer diesjährige Weltmädchentag steht unter dem Motto „Kinderheirat beenden und in die Rechte von Mädchen investieren“. Mehr als zwölf Millionen Mädchen werden weltweit jedes Jahr vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Bildung, wirtschaftliche Perspektiven und rechtlicher Schutz, so beschreiben es die Vereinten Nationen, sind entscheidend im Kampf gegen Kinderheirat – aber eben auch die Veränderung gesellschaftlicher Normen, die Mädchen benachteiligen.
Genau hier sieht Samaritan’s Purse Christen in der Verantwortung. Hinter Kinderheirat, Ausbeutung und fehlenden Bildungschancen steht immer auch die Frage, wie viel Freiheit einem Mädchen zugestanden wird. Diese Frage stellt sich nicht nur in weit entfernten Ländern. Auch in Deutschland dürfen kulturelle oder religiöse Traditionen kein Grund sein, Zwang, Abhängigkeit oder ungleiche Rechte von Mädchen hinzunehmen. Toleranz darf nicht bedeuten, bei der Freiheit von Mädchen wegzusehen.
Nicht aus falsch verstandener Toleranz schweigen
Samaritan’s Purse unterstützt Mädchen und Frauen weltweit mit Programmen in den Bereichen Wasser und Hygiene, Ernährung und Bildung und medizinische Hilfe. Dazu gehören auch Geburtshilfe und die medizinische Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Außerdem unterstützt die Organisation Frauen beim Aufbau eigener Einkommensmöglichkeiten und klärt über die Gefahren von Menschenhandel und Ausbeutung auf. In Berlin begleitet das Projekt Alabaster Jar Frauen in der Prostitution und unterstützt sie beim Ausstieg.
„Der wirksamste Schutz für Mädchen sind echte Perspektiven und die Möglichkeit, das eigene Leben selbst zu gestalten“, so Busenbender. „Dafür sind Schulen, Gesundheitsversorgung, wirtschaftliche Chancen und Schutz vor Gewalt unverzichtbar. Aber ebenso wichtig sind Menschen, die aussprechen, warum die Würde eines Mädchens nicht verhandelbar ist. Christen tun Mädchen keinen Gefallen, wenn sie aus falsch verstandener Toleranz schweigen, sobald kulturelle oder religiöse Vorstellungen ihre Freiheit begrenzen.“
Samaritan’s Purse widmet sich der Unterstützung von Menschen in Not, unabhängig von deren Herkunft, Religion oder Kultur. Unter dem Motto „Helping in Jesus‘ Name“ leistet Samaritan’s Purse weltweit humanitäre und medizinische Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist vor allem die internationale Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die Menschen einlädt, Kindern nicht nur das Nötigste zukommen zu lassen, sondern sie zu beschenken und ihnen die Botschaft von der Liebe Gottes zu überbringen. Der deutsche Zweig von Samaritan’s Purse wird von Sylke Busenbender und Marina Nobiling geleitet.
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