Die Ausstellung „SVEA“ präsentiert einen Zyklus von Arbeiten aus den Jahren 2024 bis 2026. Johanna Tiedtke bewegt sich darin durch Raum und Zeit und verbindet unterschiedliche kunsthistorische Bildwelten miteinander. Griechische Fresken treffen auf Renaissancemalerei, bühnenhafte Bildräume auf Gartenansichten. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Raum.
Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Bilder aus den Anfängen der Renaissance, die Tiedtke digital überlagert und bearbeitet. Im UV-Druck werden die Motive auf helles Birkenholz übertragen und anschließend mit feinsten Pinseln und Buntstiften malerisch weiterbearbeitet. So entstehen vielschichtige Bildräume, in denen digitale und analoge Arbeitsweisen miteinander verbunden werden. Die intensive Maserung des Holzes wird dabei bewusst einbezogen und dort sichtbar, wo Leerstellen im Bild entstehen. Ergänzt werden die Arbeiten auf Holz durch Tusche- und Buntstiftzeichnungen auf Transparentpapier.
Das Arbeiten in Schichten verbindet Johanna Tiedtke mit dem norddeutschen Maler Otto Jeschke, der auf Einladung der Künstlerin mit zwei Arbeiten in der Ausstellung vertreten ist. Auch Jeschke setzt sich intensiv mit der Technik italienischer Renaissancemaler auseinander und arbeitet mit hauchdünnen Farbschichten, die sich überlagern und verdichten.
Eine besondere Rolle spielt auch der Ausstellungsraum selbst. Die Wände der Stadtscheune sind in einem hellen Blaugrau gehalten, das an einen Raum im Archäologischen Museum in Heraklion erinnert, den Johanna Tiedtke mehrfach besucht hat. Vor Ort entstandene Zeichnungen der dort ausgestellten Fresken greift sie in ihren Arbeiten wieder auf. Dadurch entsteht ein installativer Bogen zwischen damals und heute, zwischen dem Museum in Heraklion und dem Ausstellungsraum in Otterndorf.
Neue Editionen der Griffelkunst
Parallel zur Sonderausstellung werden die neuen Editionen der Griffelkunst präsentiert. Die 403./404. Bilderwahl zeigt zehn unterschiedliche künstlerische Positionen und macht deutlich, wie vielfältig zeitgenössische Kunst mit den Möglichkeiten der Vervielfältigung umgeht.
Photographie, Farblithographie, Inkjet-Print, Holz- und Linolschnitt, Sieb- und Offsetdruck sowie Stickerei treffen aufeinander. Vertreten sind Felipe Romero Beltrán, Henrik Eiben, Wade Guyton, Hans Hansen, Aneta Kajzer, Ulrike Müller, Anna Nero, Kaj Osteroth, Johannes Wohnseifer und Miriam Zadil.
Die Editionen reichen von fotografischen Porträts und reduzierten Naturstudien über abstrakte Farbkompositionen und Landschaften bis hin zu Auseinandersetzungen mit Albrecht Dürer, Film- und Zeitgeschichte sowie einer persischen Erzählung aus dem 12. Jahrhundert.
Die neuen Arbeiten zeigen dabei: Druckgraphik, Photographie, Stickerei und digitale Druckverfahren sind weit mehr als reine Möglichkeiten zur Vervielfältigung. Sie werden zu eigenständigen künstlerischen Ausdrucksformen.
Galerie in der Stadtscheune Otterndorf
Sackstraße 4
Öffnungszeiten:
Mittwoch und Donnerstag: 15–18 Uhr
Sonntag: 10–12.30 Uhr
Dauer der Ausstellung:
25. Oktober bis 22. November 2026
Ich möchte Sie herzlich bitten, die Anlagen redaktionell zu verwenden.
Natürlich würde ich mich sehr freuen, Sie zu der Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Diese Pressemitteilung wird herausgegeben von unserem Partner:
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